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Glyphosat schädigt Bienen

Zwei Honigbienen treffen sich am Bienenstock; Foto: pixabay

Zwei Honigbienen treffen sich am Bienenstock; Foto: pixabay/hansbenn

(26.09.2018) Der Absatz glyphosathaltiger Pestizide in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das geht aus einem Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hervor. Dabei sind die negativen Auswirkungen nicht zuletzt auf Insekten längst bekannt. So belegt beispielsweise eine erst vor wenigen Tagen erschiene Studie, wie schädlich das Pflanzengift für Honigbienen ist.

ForscherInnen haben herausgefunden, dass der Kontakt mit Glyphosat die Darmflora von Honigbienen stört: Wichtige Bakterienarten im Darm der Tiere gehen stark zurück. Dies führt zu einem geschwächten Immunsystem der Tiere und einer geringeren Gewichtszunahme. Dadurch werden sie anfälliger gegenüber Krankheitserregern und ihr Sterblichkeitsrisiko erhöht sich. Besonders erschreckend sind die Ergebnisse, weil in der Studie Glyphosatkonzentrationen verwendet wurden, die als unbedenklich gelten und so auch in der Umwelt tatsächlich zu finden sind.

Weitere Auswirkungen auf Insekten

Außerdem ist diese Studie nicht die einzige, die eine direkte schädliche Wirkung von Glyphosat auf Honigbienen feststellt. Bereits 2015 konnten WissenschaftlerInnen nachweisen, dass Glyphosat das Orientierungsverhalten von Bienen beeinträchtigt. Darüber hinaus schädigt Glyphosat Bienen und andere Insekten auch indirekt. Da das Ackergift alle grünen Pflanzen abtötet, entzieht es blütenbesuchenden oder pflanzenfressenden Insekten die Nahrungsgrundlage.

Glyphosat-Absatz gestiegen

Trotz dieser Erkenntnisse und obwohl ein Großteil der Bürger und Bürgerinnen den Einsatz des Pestizids ablehnt, wurden im Jahr 2017 in Deutschland wieder deutlich mehr glyphosathaltige Produkte verkauft. Dies geht aus einem jährlich erscheinenden Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hervor. Demnach betrug der Absatz glyphosathaltiger Ackergifte an berufliche AnwenderInnen wie LandwirtInnen im vergangenen Jahr fast 4.700 Tonnen. Im Vorjahr waren es mit 3.780 Tonnen fast tausend Tonnen weniger. Bei Privatleuten ist der Einsatz dagegen von 46 Tonnen im Jahr 2016 auf 39 Tonnen gesunken.

Zwar werden in den Berichten keine genauen Absatzmengen zu einzelnen Pestizidwirkstoffen genannt. Doch Glyphosat zählt zu den sogenannten Organophosphor-Herbiziden und macht hierzulande innerhalb dieser Gruppe den größten Anteil aus.

Doch nicht nur der Verbrauch von Glyphosat ist im vergangenen Jahr angestiegen. Auch insgesamt wurden in Deutschland mit 34.583 Tonnen (ohne bestimmte Gase, die z. B. im Vorratsschutz eingesetzt werden) mehr Pestizide als in den Vorjahren eingesetzt.

Glyphosat-Verbot überfällig

Die neue Studie bestätigt einmal mehr, dass ein Verbot von Glyphosat längst überfällig ist. Dennoch denkt die Bundesregierung lediglich über völlig unzureichende Einschränkungen des Ackergift nach. Die Politik muss die Verwendung von Glyphosat umgehend und vollständig verbieten. Nur so können Umwelt und Gesundheit vor den schädlichen Auswirkungen des Herbizids geschützt werden.

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