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Jugend kämpft für Klimaschutz

Foto: Nick Jaussi / BUND

Foto: Nick Jaussi / BUND

(6. Dezember 2018)  Weltweit schwänzten SchülerInnen vergangene Woche den Unterricht, um im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Polen gegen die unzureichende Klimapolitik zu demonstrieren. In Deutschland forderten in Berlin und Köln Zehntausende den schnellen Kohleausstieg – darunter ebenfalls auffallend viele Jugendliche und Familien mit Kindern. Junge Menschen lehnen sich zunehmend gegen den Stillstand beim Klimaschutz auf – denn ihre Zukunft hängt davon ab.

„Hambi bleibt!“ skandierten am Samstag Zehntausende in Berlin und Köln und knüpften damit an die Großkundgebungen im Sommer und Herbst an. Dort hatten sich BürgerInnen in einer Demonstration mit 50.000 Menschen, zahlreichen Sonntagsspaziergängen und einer Gleisblockade mit mehreren tausend Teilnehmenden vehement gegen die drohende Zerstörung des Hambacher Waldes gewehrt. Jetzt machten sie anlässlich der am Sonntag beginnenden UN-Klimakonferenz in Polen erneut deutlich, dass sie die Verzögerungstaktik der Bundesregierung beim Klimaschutz nicht akzeptieren.

Schulstreik für das Klima

Zeitgleich gab es in zahlreichen anderen Ländern Aktionen: In Belgien gingen etwa 65.000 Menschen auf die Straße. Darunter viele Familien und RadfahrerInnen – eine konsequente Klimapolitik schützt ihre Gesundheit und sorgt für mehr Platz für Spielplätze und Grünflächen. In Australien waren es vor allem SchülerInnen, die protestierten. Sie widersetzten sich damit ausdrücklich dem Premierminister, der die Schülerdemonstrationen für unerwünscht erklärte. Auch in Schweden, mit der 15-jährigen Greta Thunberg als Vorreiterin des Klima-Streiks, blieben etwa 100 Schulen leer. Insgesamt meldeten sich streikende Jugendliche aus 17 Ländern und mehr als 250 Städten zu Wort, während in Polen die kohlefreundliche Regierung Versammlungen am Rande des Gipfels durch ein Sondergesetz verbot.

Deutschland bremst den Kohleausstieg

Die Klimakonferenz steht unter schlechten Vorzeichen. Die Staaten haben sich vorgenommen, ein Regelwerk zur Überprüfung der nationalen Klimaschutzpläne und ihrer Wirkung festzulegen. Ob das bis zum Ende des Gipfels gelingt, ist allerdings unklar. Gleichzeitig wären Sanktionsmechanismen nötig für den Fall, dass die Länder die im Pariser Abkommen festgelegten Ziele nicht einhalten. Die deutsche Kanzlerin schwänzt die Veranstaltung und ihre Umweltministerin ist mit leeren Händen nach Katowice gereist. Anders als im Koalitionsvertrag festgelegt, wird sie dort weder einen Fahrplan für den Kohleausstieg vorlegen noch Maßnahmen, mit denen Deutschland sein Klimaziel für 2020 noch erreichen kann. Ein fatales Signal an den Weltklimagipfel, wenn eines der reichsten Länder der Welt und einst als Klima-Vorreiter bekannt, keine Bemühungen erkennen lässt, die Klimakrise mit aller Kraft zu verhindern.

Kurz bevor die von der Regierung eingesetzte „Kohlekommission“ ihren Abschlussbericht vorlegen wollte, wurde sie – auf Druck der Industrie und der ostdeutschen Kohle-Länder – von der Kanzlerin zurückgepfiffen. Es ist zu erwarten, dass das nichts Gutes für den Klimaschutz bedeutet. Es wird also weiterhin Druck von der Straße notwendig bleiben. Die Stimme der Jugend spielt dabei eine wichtige Rolle.

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