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Kein Uran von Gronau nach Belgien! Oder doch nicht?

Was plant der Urananreicher Urenco?
Quelle: flickr/Aktionstag 25.04.2011

Quelle: flickr/Aktionstag 25.04.2011

(24. Oktober 2018) Stoppt der Urananreicherer Urenco seine Lieferungen an belgische Atomkraftwerke? Über den Wirbel um eine Zeitungsmeldung und die Perspektiven für einen Lieferstopp für Brennelemente aus Deutschland.

Es klang fast wie eine kleine Sensation, die die Westfälischen Nachrichten da Anfang Oktober vermeldete: „Die belgischen Atomkraftwerke Doel und Tihange erhalten keinen Brennstoff mehr aus der Urananreicherungsanlage in Gronau. Das habe das Unternehmen intern beschlossen.“ Die Zeitung verwies dabei auf ein Gespräch der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) und Hubertus Zdebel (Linke) mit Vertretern des Urananreicherers Urenco – darunter dem Geschäftsführer von Urenco Deutschland, Dr. Joachim Ohnemus.

Wir haben nachgehakt

Das Umweltinstitut hat deshalb nachgefragt: Kann Urenco die Meldung bestätigen? Ab wann soll der Lieferstopp gelten? Und: Würde der Lieferstopp für alle Reaktoren in Doel und Tihange gelten – oder nur die sog. Rissereaktoren Doel 3 und Tihange 2? 

Die Antwort von Urenco kam prompt, blieb jedoch kurz und unkonkret: Urenco habe langjährige Verträge mit den belgischen Kunden, hieß es. In dieser Hinsicht erfülle das Unternehmen weiterhin seine Verpflichtungen.  

Liefern will Urenco also weiterhin. Offen bleibt jedoch, ob künftig auch die Urananreicherungsanlage in Gronau dafür genutzt werden soll. Stattdessen könnten auch andere Unternehmensstandorte – in Almelo bzw. Capenhurst – die Versorgung übernehmen.

Urenco muss Position beziehen: Lieferstopp!

Wir fordern Urenco auf, endlich klar Position zu beziehen: Wird die Uranfabrik in Gronau weiterhin die belgischen Meiler versorgen? Sorgen damit die Atomfabriken in Deutschland für den Weiterbetrieb besonders maroder Altmeiler?

Klarheit könnte auch der deutsche Gesetzgeber schaffen: Im Rahmen einer Anhörung im Umweltausschuss des Bundestags in der vergangenen Woche  machten ExpertInnen noch einmal deutlich, dass die Urananreicherung in Gronau sowie die Brennelementefertigung im niedersächsischen Lingen verfassungs- und EU-rechtskonform beendet werden können. Die Stilllegung der Atomfabriken und ein Exportstopp von Brennelementen sind noch immer fehlende Bausteine des deutschen Atomausstiegs.  

Sicher ist: Konsequenter wäre es, wenn Urenco künftig keinerlei Exporte mehr auf den Weg bringt – sei es von Gronau, Almelo oder Capenhurst.  

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