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Raketenritt auf dem Marienplatz: Der Umgang mit atomwaffenfähigem Uran ist zu riskant

Söders Raketenritt: Der Umgang mit atomwaffenfähigem Uran ist zu riskant

(9.Oktober 2018) Auf dem Marienplatz in München haben wir heute verdeutlicht, was auch 20.000 Menschen in unserer aktuellen Aktion fordern: Der Forschungsreaktor in Garching muss endlich auf niedrig angereichertes Uran umgerüstet werden. Der Umgang mit diesem waffenfähigem Uran vor den Toren Münchens ist viel zu riskant, das Spiel mit der Bombengefahr muss endlich beendet werden.

Auch wenn die Aktion vor dem Münchner Rathaus natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen war, geht es doch um ein sehr ernstes Thema: um nukleare Abrüstung und die Nicht-Verbreitung von atomwaffenfähigem Material. Denn entgegen internationaler Vereinbarungen wird im Forschungsreaktor Garching noch immer hoch angereichertes Uran mit über 93% Uran-235 eingesetzt. Ein Brennelement enthält etwa 8 Kilogramm davon. Sollte dieses Material in die falschen Hände geraten, reicht das bei fortgeschrittener Technik schon für eine Atombombe. Im Absetzbecken lagern sogar schon mehr als 300 Kilogramm hoch angereichertes Uran in Form von abgebrannten Brennelementen – genug für etwa 50 Bomben.

Es geht um internationale Abkommen zur nuklearen Abrüstung

Um das klarzustellen:  Es wird in Garching nicht an Atomwaffen geforscht und es besteht momentan auch nicht der Verdacht, dass Söders Regierung eine Bombe bauen will. Die Technische Universität produziert am FRM II Neutronen für diverse Forschungszwecke. Doch wenn atomwaffenfähiges Material produziert, geliefert oder gelagert wird, besteht auch immer das Risiko von Unfällen, Diebstahl oder Missbrauch.

Aus diesem Grund besteht seit einer UN-Konferenz vor 40 Jahren der internationale Konsens, auf hochangereichertes Material in Forschungsreaktoren zu verzichten. Und mittlerweile ist das auch gar nicht mehr nötig. Denn die Forschung kann längst genügend Neutronen ohne waffenfähiges Uran erzeugen. Allein, dass der Reaktor vor 14 Jahren mit waffenfähigem Uran in Betrieb gegangen ist, ist schon ein Skandal.

Als Minimalkompromiss wurde schließlich vereinbart, den Reaktor 2010 abzurüsten. Doch diese Frist wurde auf 2018 verlängert. Und nun droht auch die zweite Frist abzulaufen. Die Staatsregierung will weiterhin am hoch angereicherten Uran festhalten. Und das, obwohl  zahlreiche Berechnungen darauf hinweisen, dass mit heutiger Technik die Umrüstung des FRM II auf nicht-waffenfähiges Uran schon zeitnah möglich ist.

Die vier LandtagskandidatInnen Rosi Steinberger (Grüne), Dr. Michael Ott (SPD), Eva Bulling-Schröter (Linke) und Benno Zierer (Freie Wähler) haben zum FRM II kritisch Stellung genommen. Foto Alexandra Beier/Umweltinstitut München

Die vier LandtagskandidatInnen Rosi Steinberger (Grüne), Dr. Michael Ott (SPD), Eva Bulling-Schröter(Linke) und Benno Zierer (Freie Wähler) haben zum FRM II kritisch Stellung genommen. Foto Alexandra Beier/Umweltinstitut München

Nehmen Sie jetzt an unserer Email-Aktion teil

Knapp 20.000 Menschen halten dieses Vorgehen für untragbar und haben an unserer E-Mail-Aktion teilgenommen. Sie fordern von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder und der Staatsregierung

  • die unverzügliche Abrüstung des FRM II auf eine möglichst kleine Anreicherung nahe an 20 Prozent. Ansonsten muss der Reaktor endgültig abgeschaltet werden.
  • die Entwicklung eines Konditionierungsverfahrens, um den vorhandenen hochangereicherten Atommüll zu entschärfen.
  • keine Transporte von waffenfähigem Atommüll quer durch die Republik nach Nordrhein-Westfalen ins Zwischenlager in Ahaus.

Stellen auch Sie diese Forderung an die bayerische Staatsregierung, nehmen Sie an unserer Aktion „Kein Spiel mit der Bombe, Herr Söder!“ teil und erzählen Ihren FreundInnen davon! Auch Spitzenforschung muss sich an Regeln halten. Internationale Abkommen und der gesunde Menschenverstand sprechen dafür, kein waffenfähiges Material in den Umlauf zu bringen.

Bildergalerie mit Eindrücken von der Demo:
Unterstützen Sie uns!

Über folgende Kanäle können Sie mit uns in Kontakt bleiben

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Widerstand in Ahaus

Ahauser Erklärung:

Für Mitte 2019 sind erste Atom-Transporte aus Bayern ins nordrhein-westphälische Ahaus angekündigt. Das dortige Atommüll-Zwischenlager ist jedoch nicht ausreichend gesichert um hoch angereicherten Atommüll aufzu­­­nehmen, der für den Bau von Atomwaffen missbraucht werden könnte.
Zudem läuft die Betriebs­genehmigung für das Zwischenlager schon 2036 aus, lange bevor ein Endlager in Betrieb gehen kann.
Deswegen formiert sich nun Widerstand vor Ort. Die Bürger­initiative „Kein Atommüll in Ahaus“ fordert in einem offenen Brief an Bundes­forschungs­ministerin Anja Karliczek (CDU) und Bundes­umweltministerin Svenja Schulze (SPD) unter anderem, dass kein weiteres atomwaffenfähiges Material aus Garching nach Ahaus geliefert werden soll. Diese "Ahauser Erklärung" können Sie hier unterstützen.