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Atomkraft ist noch lange nicht Geschichte: Aktuelles aus dem Projekt Atommüllreport

(09. Juli 2019)  Atomkraftwerke, Atomfabriken, Atommülllager, Abraumhalden - Atomkraft ist in Deutschland noch lange nicht Geschichte. Das atomare Erbe wird uns und folgende Generationen begleiten. Wer da mitreden will muss gut informiert sein. Wir stellen aktuelles Infomaterial und Veranstaltungen des Projekts Atommüllreport vor, zu dessen Trägerkreis das Umweltinstitut gehört.

Das atomare Erbe

Selbst wenn 2022 (also erst in knapp drei Jahren) die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, der Atommüll bleibt für viele hunderttausend Jahre gefährlich. Läuft alles nach dem Atomgesetz, so werden in Deutschland insgesamt über 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Müll in Deutschland zu entsorgen sein (Quelle: BfE). Ohne den Protest der Anti-Atom-Bewegung wäre es deutlich mehr geworden. Und ohne den Protest gegen den politisch ausgewählten Standort Gorleben wäre vielleicht schon längst gefährlicher Atommüll in den geologisch hierfür ungeeigneten Salzstock eingelagert.

Seit zwei Jahren läuft nun das neue Suchverfahren nach einem „Endlager“ für hochradioaktive Abfälle: Bis 2031 soll ein Standort bestimmt sein. Dieser ambitionierte Zeitplan birgt Zielkonflikte – Einerseits soll ein gesellschaftlicher Konsens in einem „lernenden Verfahren“ geschaffen werden, das geht aber nur mit umfassender Information und Mitbestimmung und braucht entsprechend seine Zeit. Andererseits will der Staat so zeitnah wie möglich die Strahlengefahr reduzieren und den Atommüll unter die Erde bringen. Das havarierte Atommülllager „Asse“ ist ein Mahnmal dafür, dass eine vorschnelle Festlegung auf einen mangelhaften Standort nicht zum Erfolg führt.

Das Projekt Atommüllreport – in dessen Trägerkreis auch das Umweltinstitut ist – ist mit der Mission angetreten, ein Bewusstsein für das Atomare Erbe zu schaffen. Mit Infomaterial und Veranstaltungen werden Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt.

Atommüllkarte aktualisiert

Das Projekt Atommüllreport hat die bewährte Standortkarte komplett überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Die Karte zeigt, wo in Deutschland atomare Anlagen zu finden sind und veranschaulicht, dass Atomkraft auch in Deutschland ein aktuelles Thema ist und noch lange bleibt. Auf der Rückseite wird dargestellt, auf welche Weise die Atomindustrie weltweit Atommüll produziert. Außerdem finden Sie wertvolle Hintergrundinformationen zu Gesundheitsgefahren durch Radioaktivität. Eine Visualisierung der Halbwertszeiten endlagerrelevanter Bestandteile des Atommülls im Vergleich zur Erdgeschichte macht greifbar, für welch unvorstellbar lange Zeiträume ein Atommülllager geplant werden muss.
Bis zu drei Karten können Sie bei uns bestellen (Selbstkostenpreis 3EUR).

Kostenloses Unterrichtsmaterial

Junge und zukünftige Generationen werden sich notgedrungen mit dem Erbe des Atomaren Zeitalters beschäftigen müssen. Im Rahmen des Projektes „Jugend trifft Erfahrung“ hat das Fachportal Atommüllreport Lehrmaterial für den Schulunterricht in den Sekundarstufen 1 und 2 entwickelt. Die Unterrichtsmodule behandeln technische und politische Aspekte des Themenschwerpunkts Atommüll. Das gesamte Bildungsmaterial können Sie kostenlos herunterladen.
Sie sind selbst keine Lehrkraft? Vielleicht kennen Sie LehrerInnen, die dieser Unterrichtsstoff interessieren könnte.

Sommerakademie

Auf der Sommerakademie vom 6. Bis 10. August 2019 bekommen junge Menschen die Gelegenheit mit erfahrenen ExpertInnen aus der Anti Atom Bewegung in Kontakt zu kommen und sich Fachwissen anzueignen. Welche Ansätze gibt es, mit Atommüll umzugehen? Wo sind die Wissenslücken? Studierende können sich Credit-Punkte anrechnen lassen.
Wer will, rundet die Veranstaltung durch Exkursionen in die Bergwerke Asse oder Schacht Konrad ab. Interessierte junge Menschen können sich bis 21. Juli 2019 anmelden.

Über folgende Kanäle können Sie mit uns in Kontakt bleiben

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Geschichten aus dem Widerstand

Im Jahr 2011 erreichten die Castorproteste rund um Gorleben einen Höhepunkt. Wie das so war, mit dem Castor, das kann am besten ein Roman erzählen. Lesen Sie „Der Kastor Kommt – eine Beziehungsgeschichte“ von Wolfgang Ehmke, Publizist und langjähriger Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.