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Gemüse massiv mit Pestiziden belastet

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© Congerdesign | pixabay.com

(25.03.2019) Neuste Untersuchungen zu Pestizidrückständen in Gemüse zeigen, dass ein Großteil der untersuchten Proben belastet ist. Dies geht aus dem jährlichen Bericht vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA) hervor. Untersucht wurden über 1000 Proben konventionelles Gemüse aus Deutschland und weiteren EU- und Drittländern.

Das CVUA hat insgesamt 1076 Proben Frischgemüse aus konventionellen Anbau auf Pestizide untersucht. Dabei wurden in 90 Prozent der Proben 4954 Rückstände von 219 verschiedenen Pestizid-Wirkstoffen nachgewiesen. Besonders stark belastet sind Blattgemüse wie Salat und Kräuter. Sie enthalten häufig Rückstände von mehreren Wirkstoffen und auch insgesamt höhere Rückstandsgehalte. Am stärksten belastet war eine Probe Koriander mit 27 verschiedenen Wirkstoffen. Davon überschritten sieben die gesetzlich festgelegten Höchstgehalte. Weiter wurden drei Proben (Grünkohl und Aubergine) als gesundheitlich bedenklich eingestuft. 

Gefährliche Pestizid-Cocktails

Beim Einsatz verschiedener Wirkstoffe entstehen sogenannte Mehrfachrückstände. In Kombination können sich die Stoffe gegenseitig beeinflussen. Die gesundheitsschädliche Wirkung der Mittel kann sich dadurch noch verstärken oder es können völlig neue Effekte ausgelöst werden. Doch solche Kombinationseffekte werden bei Bewertungs- und Zulassungsverfahren durch die Behörden fahrlässigerweise nicht berücksichtigt.

Überschreitung von Grenzwerten

Nicht nur die Anzahl der verschiedenen Wirkstoffe ist besorgniserregend, sondern auch die Menge an Rückständen, die gemessen wurde. Jede zwanzigste Probe überschreitet mindestens einen Grenzwert. Bei Berücksichtigung des seit 2008 als Pestizid verbotenen Chlorats ist es sogar jede fünfte Probe, die mindestens einen Grenzwert überschreitet.

In den meisten Proben wurde Chlorat gefunden. 18 Prozent der Proben überschritten sogar den Grenzwert. Chlorat hemmt die Aufnahme von Jodid in der Schilddrüse und gefährdet vor allem Kinder, Schwangere oder Menschen mit Schilddrüsenfunktionsstörungen. Weiter kann es die roten Blutkörperchen schädigen. Chlorat ist in der EU seit 2010 nicht mehr für den Einsatz als Ackergift zugelassen. 

Laut dem CVUA sind die Rückstände aber nicht auf die Anwendung als Pestizid in der Landwirtschaft zurückzuführen. Als wahrscheinlicher wird angesehen, dass die Chlorat-Rückstände auf kontaminiertes Bewässerungswasser, belastete Böden oder den Einsatz von Desinfektionsmitteln in der Verarbeitung und Aufbereitung von Lebensmitteln zurückzuführen ist. Chlorat kann auch als Nebenprodukt bei der Trinkwasserdesinfektion mit Chlorgas, Hypochlorit und Chlordioxid entstehen.

Große regionale Unterschiede

Die Proben kamen aus über 30 verschiedenen Herkunftsländern, wobei die Mehrheit aus Deutschland, Spanien, Italien, den Niederlanden und der Türkei stammten. Dabei konnten bei Proben aus Drittländern häufiger Überschreitungen von Grenzwerten festgestellt werden. Gemüse aus Deutschland schnitt am besten ab, mit etwas niedrigeren Rückstandswerten. Wer die Aufnahme von Pestizidrückständen vermeiden will und dabei gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun möchte, sollte auf Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung zurückgreifen. Im Ökolandbau werden keine chemisch-synthetischen Spritzmittel eingesetzt. 

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