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Glyphosat-Prozess: Niederlage für Bayer-Monsanto

Pixabay, ajcespedes, Hummel, Tomate, Blüte

© prudkov | Fotolia

(26.03.2019) Glyphosat ist wesentlich dafür verantwortlich, dass ein Mann in den USA an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Zu diesem Schluss kam die Jury in der ersten Phase eines US-Gerichtsverfahrens. Nun geht der Prozess in die zweite Phase, in der aufgeklärt werden soll, ob Bayer-Monsanto die Krebsrisiken von Glyphosat vertuscht hat und ob der Chemiekonzern dem Kläger Schadensersatz zahlen muss. Der Ausgang des Verfahrens gilt als richtungsweisend für tausende weitere Klagen.

                                         +++UPDATE+++

(29.03.2019) Das Gericht kam nun zu dem Schluss, dass Bayer-Monsanto für die Krebserkrankung des Amerikaners haftbar gemacht werden kann. Der Chemiekonzern soll 80 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen, will gegen das Urteil aber in Revision gehen. Die Jury folgte in ihrem Urteil der Beweisführung der Anwälte des Klägers, die besagt, dass Bayer-Monsanto die mögliche Krebsgefahr, die von dem glyphosathaltigen Pestizid Roundup ausgeht, bewusst verschwiegen habe.

Erst im August letzten Jahres wurde Bayer-Monsanto in einem ganz ähnlichen Fall zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 289 Millionen Dollar (253 Millionen Euro) verurteilt. Geklagt hatte der ehemalige Hausmeister Dewayne Johnson, der bei seiner Arbeit regelmäßig Glyphosat ausgebracht hat und unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Zwar wurde die Summe durch die Richterin später auf 78 Millionen Dollar reduziert. Das Gericht kam bei diesem Verfahren aber auch zu dem Schluss, dass Monsanto nicht ausreichend vor den Krebsrisiken seines Unkrautvernichters gewarnt habe. An diesem Schuldspruch wurde entgegen zur Schadensersatzsumme nichts geändert.

Über 11.000 Verfahren gegen Bayer-Monsanto

Insgesamt laufen in den USA inzwischen mehr als 11.000 Klagen gegen Bayer-Monsanto wegen Glyphosat. Im Mai sollen die nächsten Gerichtsverfahren starten, ein weiterer Prozess läuft bereits. Diese Entwicklungen bleiben für den neuen Megakonzern nicht folgenlos. Die Aktien sind nach Bekanntwerden des aktuellen Juryspruchs um rund 13 Prozent eingebrochen.

Nun ist es endlich an der Zeit, dass auch die deutsche Bundesregierung reagiert. Im Frühjahr 2018 kündigte das Bundeslandwirtschaftsministerium zwar eine "Minderungsstrategie" für den Glyphosateinsatz an, ein kompletter Ausstieg ist aber nicht geplant. Und noch nicht einmal von dem Plan, den Einsatz des Ackergifts zu reduzieren, wurde bisher etwas umgesetzt. Im Gegenteil: Bei zahlreichen Pestizidmischungen, die Glyphosat enthalten, wäre eigentlich Ende des vergangenen Jahres die Zulassung ausgelaufen. Wären diese Genehmigungen nicht erneuert worden, hätten die Mittel nicht länger eingesetzt werden dürfen. Stattdessen wurden die Zulassungen um ein Jahr verlängert, ohne dass deren Wirkung auf Umwelt oder Gesundheit erneut überprüft worden wäre. Ein weiteres glyphosathaltiges Mittel wurde sogar ohne das dafür notwendige Einverständnis des Umweltbundesamts neu zugelassen. Das Umweltbundesamt sowie Umweltministerin Svenja Schulze bezeichneten dieses Vorgehen als rechtswidrig.

Die Bundesregierung muss die Verwendung von Glyphosat endgültig und umgehend verbieten. Nur so kann ein umfassender Schutz von Gesundheit und Umwelt gewährleistet werden.

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