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Gerichtsurteil zu Gen-Lachs: Zulassung verstößt gegen Umweltrecht

Atlantischer Lachs, Adobestock, wild, Wasser


(11.11.2020) Eigentlich sollte der gentechnisch veränderte Lachs der Firma AquaBounty dieses Jahr auf den Tellern der US-Amerikaner:innen landen. Doch die Corona-Pandemie zwang die Firma bis auf Weiteres zum Aufschub des Verkaufs. Letzte Woche urteilte das kalifornische Bezirksgericht, dass die US-Lebensmittelbehörde bei der Zulassung des sogenannten Turbo-Lachses gegen Umweltrecht verstoßen hat. Die Behörde muss zwar nachbessern, produziert werden die Lachse aber trotzdem.

Auswirkungen auf die Umwelt völlig unklar

Seit den 1980ern wird an gentechnisch veränderten Lachsen geforscht. 1991 begann AquaBounty an deren Kommerzialisierung zu arbeiten. Zuständig für die Zulassung der genmanipulierten Lachse in den USA ist die US-Lebensmittelbehörde FDA. 2010 kam sie zu dem Schluss, dass der AquAdvantage-Lachs physikalisch mit Atlantischem Lachs identisch sei und damit „sicher zu essen“. Laut FDA stellten die genmanipulierten Lachse auch keine Gefahr für die Umwelt dar, wenn sie in geschlossenen Wasserbecken in Anlagen fernab natürlicher Gewässer gezüchtet würden. Doch bereits damals war klar: umfassende Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Umwelt fehlten und fehlen bis heute.

2015 erteilte die FDA schließlich die Zulassung für den genmanipulierten Lachs als Lebensmittel. Kurz darauf wurde von mehreren Gruppen (Fischerei, Umwelt- und Verbraucherschutz) Klage gegen die Zulassung eingereicht. 2017 startete die Produktion der Lachse in Kanada. Ebenfalls 2017 wurden die ersten genmanipulierten Tiere in Kanada verkauft – damit wurde das erste gentechnisch veränderte Tier weltweit überhaupt zum Verzehr zugelassen. 2020 sollten schließlich die ersten genmanipulierten Lachse in den USA verkauft werden. Doch die Corona-Pandemie verzögert Produktion und Verkauf. Laut eigenen Angaben will AquaBounty mit dem Verkauf in den USA noch Ende diesen Jahres starten.

Gewinn für alle Beteiligten?

Fünf Jahre nach Einreichung der Klage, am 5. November 2020, urteilte nun das kalifornische Bezirksgericht, dass die US-Lebensmittelbehörde bei der Zulassung der Turbo-Lachse gegen geltendes Umweltrecht verstoßen habe. Die FDA müsse nun nachbessern und die Auswirkungen auf die Umwelt, namentlich die wilden Populationen des atlantischen Lachses, genauer untersuchen. Die Messlatte für die Zulassung genmanipulierter Fische liegt nun höher. Gegner:innen der genmanipulierten Fische in den USA sehen sich damit im Recht, dass die Fische eine Gefahr für die Umwelt darstellen. Doch das Urteil geht nicht besonders weit. Die erteilte Zulassung für die Lachse wurde nicht zurückgenommen. Fahrlässigerweise dürfen die Tiere also weiterhin produziert werden und auch der künftigen Vermarktung steht das Urteil trotz der ungeklärten Risiken für die Umwelt erst einmal nicht im Wege.

Wie geht es weiter?

Fraglich ist nun, wie die nun erforderlichen Untersuchungen der FDA ausgehen. Die Herstellerfirma scheint optimistisch, dass sie ihren Lachs weiterhin wie geplant vermarkten dürfen und auch die geplanten Anlagen gebaut werden dürfen. Möglich scheint, dass bei der Produktion künftig erhöhte Umweltauflagen gelten werden. Doch das ist nicht genug.

Entweichen gentechnisch veränderte Lachse in die Umwelt, so könnten sie in wilde Verwandten einkreuzen, diese verdrängen (weil sie doppelt so schnell wachsen und damit doppelt so großen Hunger haben) und im schlimmsten Fall gesamte Ökosysteme durcheinanderbringen oder sogar zerstören. AquaBounty plant bereits weitere, noch größere Anlagen zur Produktion der Fische. Doch jeder weitere Fisch erhöht das Risiko, dass Tiere in die Natur entweichen – auch wenn die Anlagen fernab von Gewässern gebaut werden.

Wir fordern deshalb, dass die Zulassung für die genmanipulierten Turbo-Lachse zurück genommen wird und generell einen Stopp von Gentechnik in der Tierzucht!

Das können sie tun

Sind auch Sie gegen den Einsatz von Gentechnik in der Tierzucht? Dann bestellen Sie sich unser Infomaterial zum Thema Gentechnik und klären ihre Nachbarn, Verwandten und Bekannten über das Thema Gentechnik in der Landwirtschaft auf. Denn nur eine aufgeklärte Öffentlichkeit kann Druck auf die Politik ausüben.

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