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Australien brennt.

Warnsignale aus der Zukunft
Buschfeuer in Queensland, Australien (Archivbild: Wikimedia Commons)

Buschfeuer in Queensland, Australien (Archivbild: Wikimedia Commons)

(8. Januar 2020) Australien in Flammen: Hitzerekorde und Buschfeuer plagen das Land. Die Klimakrise hat bereits begonnen. Doch noch können wir sie eindämmen.

Durch hohe Temperaturen und eine beispiellose Dürre sind die Buschfeuer im aktuellen australischen Sommer besonders verheerend. Wassermangel hat die Vegetation in den letzten Jahren ausgetrocknet wie noch nie – 2019 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Angefacht werden die Brände von neuen Hitzerekorden. Kurz vor Weihnachten lag die Tagesdurchschnittstemperatur bei 41,9 Grad Celsius. Derzeit erreichen lokale Spitzenwerte knapp 50 Grad Celsius. Seit September verschlangen die Flammen Fläche von mehr als zehn Millionen Hektar (Stand: 8.1.2020). Das entspricht der kompletten Landmasse von Island – oder dem Ausmaß ganz Süddeutschlands – und ein Ende der Brände ist keineswegs in Sicht.

Buschfeuer, so argumentierte Australiens Regierung lange, habe es auf dem Kontinent schon immer gegeben. Die Klimakrise sei nur „einer von vielen Faktoren“, die zu Feuern führten. Angesichts der Feuer wies Australiens Premierminister Scott Morrison damit Forderungen nach mehr Klimaschutz ab. Auch weiterhin will er auf die Förderung der australischen Kohle-Industrie setzen. In der globalen Klimapolitik ist Australien bislang ein Schlusslicht.

Hitzerekorde und Dürre: Ausdruck der Klimakrise

Kann das aktuelle Extremwetter in Australien – die Hitze und die mit ihr verbundene Trockenheit – auf den Klimawandel zurückgeführt werden? Lange Zeit übten sich auch KlimaforscherInnen in Zurückhaltung: Wetter sei nicht Klima. Es sei schwierig, einzelne Wetterereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen. Doch aktuelle Forschungsergebnisse rütteln an diesem Paradigma. Eine neue Forschungsmethode, die sogenannte „Attributionsforschung“ zeigt, dass sich auch in tagtäglichen Wetterdaten der langfristige Trend der globalen Erwärmung ablesen lässt. Die Forscher vergleichen dazu vorliegende reale Wetterdaten mit einer simulierten heilen Parallelwelt ohne Klimaerhitzung durch menschlichen Einfluss. Damit sind sie in der Lage, die Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse an konkreten Orten zu berechnen. Zahlreiche bereits vorliegende Studien belegen: Der Fingerabdruck des Klimawandels zeigt sich mittlerweile an jedem Tag. Der Klimawandel macht lokale Extremereignisse wahrscheinlicher und zudem extremer.

Hitze, Trockenheit und Feuer – Australien ist kein Einzelfall. In Deutschland weisen Förster aufgrund der Trockenheit der vergangenen Jahre auf die reale Gefahr eines „zweiten“ Waldsterbens hin – zeitnah und großflächig. In Sibirien zerstörten durch Trockenheit ausgelöste Feuer eine Fläche von drei Millionen Hektar Wald. Ihre Wärme wiederum trägt zum beschleunigten Auftauen der Permafrostböden in den Gebieten bei. All dies muss als Ausdruck einer ungebremsten globalen Erwärmung begriffen werden. „Über die Verbindung zwischen dem globalen Klimawandel und den Wetterereignissen weltweit lässt sich nicht streiten“ – zumindest zu dieser Aussage fühlte sich nun auch Australiens Premierminister Morrison nach vehementer Kritik gedrängt. Seiner Politik der Förderung der fossilen Industrie und mangelnder Klimaschutzmaßnahmen tut dies jedoch keinen Abbruch.

We will rise or we will burn!

Bereits heute hat die Klimakrise desaströse Ausmaße. Die Buschbrände in Australien hinterlassen graues Land: zerstörte Ökosysteme, kaum Leben. Bis zu 40 Jahre könnte es laut Biologen dauern, bis die Habitate wiederhergestellt sind. Ein Trugschluss? Denn auch in den kommenden Jahren ist mit weiteren Hitzewellen zu rechnen – insbesondere dann, wenn nicht wirksam gegengesteuert wird. Mit fortschreitender Erderwärmung werden Extremwetterereignisse nicht nur häufiger, sondern zudem noch zerstörerischer. „Was wir gerade beobachten, hat mit dem Normalzustand nichts mehr zu tun. Es ist ein Vorgeschmack auf das, was Australien in Zukunft erwartet“, prognostiziert der Katastrophen- und Feuerforscher Dale Dominey-Howes von der Universität Sydney.

Darum ist es wichtig, dass wir jetzt aktiv werden. Die Klimakrise ist nicht irgendwann – sie hat bereits begonnen. Aber noch können wir sie eindämmen. Nach aktuellen Prognosen sind die 20er Jahre dieses Jahrhunderts die Entscheidenden für die Zukunft unserer Ökosysteme. Wir dürfen sie nicht ungenutzt verstreichen lassen!

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