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Datteln: "Das war erst der Anfang!"

KlimaaktivistInnen besetzen Kohlekraftwerk
Aufbruch zum Kraftwerksneubau in Datteln (Foto: Fabian Steffens)

Aufbruch zum Kraftwerksneubau in Datteln (Foto: Fabian Steffens)

(5. Februar 2020) Trotz Klimakrise soll mit Datteln 4 im Sommer ein neues Kohlekraftwerk ans Netz gehen. Dagegen protestierten am Wochenende KlimaaktivistInnen mit einer Kraftwerksbesetzung. Datteln verdeutlicht wie kaum ein anderer Ort in Deutschland das Verschleppen der Energiewende und könnte schon bald zu einem zentralen Kristallisationspunkt des Klimaprotests werden.

In den frühen Morgenstunden des Sonntags verschafften sich rund 150 AktivistInnen der Klimaaktionsbündnisse Ende Gelände und DeCOALonize Europe Zugang zum Kohlekraftwerk Datteln 4. Über neun Stunden blockierten sie mehrere Verladeanlagen und Förderbänder. Ihr Protest richtete sich nicht nur gegen die Inbetriebnahme des Klimakillers, sondern gegen das grundsätzliche klimapolitische Versagen der Bundesregierung. Denn diese schiebt den Kohleausstieg auf die lange Bank, während sie den Ausbau der Erneuerbaren Energien fast vollständig ausbremst.

Kohleeinstieg trotz Kohleausstieg?

Datteln 4 ist aktuell der einzige Neubau eines Kohlekraftwerks in ganz Westeuropa. Derzeit befindet es sich im Probebetrieb. Im Sommer soll der 1100-Megawatt-Block – entgegen der Empfehlung der Kohlekommission – ans Netz gehen und würde dann nach Schätzungen des BUND jährlich rund 8,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid emittieren. Datteln 4 würde so unter die zehn CO2-intensivsten Kohlekraftwerke Deutschlands rücken. Die verfeuerte Kohle stammt dabei aus Regionen wie Sibirien, Südafrika und Kolumbien. Vielfach geht ihre Förderung mit Menschenrechtsverletzungen, der Zerstörung von Ökosystemen und der Zwangsumsiedlung von Menschen einher.

Der Kraftwerksbetreiber Uniper und auch die Bundesregierung verweisen darauf, dass für die Inbetriebnahme von Datteln 4 innerhalb der nächsten fünf Jahre ältere Steinkohlekraftwerke stillgelegt werden sollen. Über die gesamte Laufzeit würde das Kraftwerk in Datteln jedoch laut Bundesumweltministerium rund zehn Millionen Tonnen CO2 mehr ausstoßen, als die älteren Kraftwerke, die Uniper zum Ausgleich vom Netz nehmen will.

Datteln 4 – nicht mit uns!

Schon jetzt plant die Klimabewegung weitere Großaktionen. Für sie ist die Inbetriebnahme des Kraftwerks ein Affront und sinnbildlich dafür, dass die Bundesregierung die Abkehr von den fossilen Energien nicht konsequent betreibt. „Wir werden das nicht hinnehmen“, kündigt ein Sprecher von Fridays For Future an. „2020 muss das Jahr werden, in dem wir aufhören, solche Entscheidungen zu treffen.“ Bereits an der Besetzung von Ende Gelände am Wochenende beteiligten sich Aktive aus dem Klimastreik-Bündnis und dem Hambacher Forst. Datteln ist derzeit auf dem besten Weg, zum neuen „Hambi“ der Bewegung werden – einem zentralen Kristallisationspunkt des Klimaprotests.

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