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25 Jahre Klonschaf Dolly

Haben wir Fleisch geklonter Tiere auf unseren Tellern? Antwort: Möglicherweise.

(14.12.2021)  Im Jahr 1996 wurde das Schaf Dolly als erstes Säugetier geklont. Seitdem wurden mehr als 20 Tierarten auf diese Weise „kopiert“ – und das obwohl das Klonen selbst mit sehr großem Tierleid verbunden ist. Die Tiere leiden oft an Krankheiten und sind anfälliger als ihre Artgenossen. Auch in Deutschland stehen Nachkommen geklonter Tiere wegen fehlender gesetzlicher Regelungen im Stall.

Klonschaf Dolly wurde im Labor erzeugt. Zum Einsatz kam dabei ein „Kerntransfer somatischer Zellen“. Dabei wird einer vollständig entwickelten Zelle – in Dollys Fall aus dem Euter eines Schafes – der Zellkern entnommen. Mit diesem Schaf teilt Dolly also das exakt gleiche Erbgut. Es ist quasi Vater und Mutter gleichzeitig. Der Zellkern, der das Erbgut, die DNA, beinhaltet, wird dann unter dem Mikroskop in eine vorher entkernte (DNA-freie), unbefruchtete Eizelle übertragen. Diese Eizelle kann dann unter Laborbedingungen zum Wachstum stimuliert werden und sich zu einem Klonembryo entwickeln. Als letzter Schritt wird der Embryo in eine Leihmutter implantiert und das geklonte Tier von ihr ausgetragen.

Vor 25 Jahren war Dolly der erste Klon eines erwachsenen Säugetiers. Heute steht es ausgestopft im Schottischen National-Museum. Seitdem wurden auf diese Weise insgesamt Tiere von mehr als 20 Säugetierarten im Labor dupliziert. Einige davon sind landwirtschaftliche Nutztiere: Pferde, Kühe, Schweine, Schafe und Ziegen.

Ist Klonen Gentechnik?

Grundsätzlich handelt es sich beim Klonen nicht um Gentechnik. Denn beim Klonen wird die ursprüngliche DNA nicht verändert, wie dies bei Gentechnik-Methoden der Fall ist. Die beiden Techniken können jedoch kombiniert werden: Dazu wird der Zellkern, bevor er in die Eizelle übertragen wird, gentechnisch verändert. So entstanden zum Beispiel 2015 in den USA zwei Klonbullen, denen mit Hilfe einer Genschere die DNA für Hörner entfernt wurden. Dabei ist allerdings ein schwerwiegender Fehler passiert: Bei der Genmanipulation wurde versehentlich bakterielle DNA in das Erbgut der Kühe übertragen. Dabei handelte es sich unter anderem um ein Gen, das eine Resistenz gegen Antibiotika vermittelt.

Klonen: Folgen und Risiken

Die Idee hinter dem Klonen ist, ein Tier mit besonders interessanten Eigenschaften zu „kopieren“. Das können begabte Springpferde sein, leistungsfähige Milchkühe oder das geliebte Haustier. Im Prinzip können alle Tiere geklont werden.

In der Praxis offenbaren sich dann jedoch gravierende und grausame Folgen für die Tiere. Die Erfolgschance des Klonens ist sehr gering. Sehr viele Embryonen sterben und oft sind hunderte Implantationen nötig, bis eine Schwangerschaft erfolgreich ist. Sicherlich kein angenehmer Eingriff für die Leihmütter.

Viele der ausgetragenen Tiere kommen mit Missbildungen zur Welt. Außerdem sind geklonte Nachkommen bei der Geburt deutlich größer als natürlich entstandene und weisen zudem Vergrößerungen der inneren Organe und eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit auf. Dadurch ist die Sterblichkeit während und kurz nach der Geburt deutlich erhöht. Krankheiten und Tod sind beim Klonen also an der Tagesordnung. Dolly beispielsweise litt unter Arthritis und an einer Lungenkrankheit. Im Alter von sechs Jahren wurde sie deshalb eingeschläfert. Durchschnittlich haben Schafe aber eine Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren.

Die aufgezählten Symptome und Missbildungen werden als so genanntes Large-Offspring-Syndrom zusammengefasst. Die genauen Ursachen konnten bisher nicht vollständig aufgeklärt werden. Als entscheidend werden aber unbeabsichtigte Veränderungen im Erbgut, also Mutationen, und Funktionsstörungen beim Ablesen des Erbguts gesehen, also epigenetische Störungen.

Wenn sich geklonte Tiere dann „normal“, also geschlechtlich fortpflanzen, werden die ungewollten Veränderungen wahrscheinlich auch an Nachkommen weitergegeben. Eine Weitergabe über Generationen könnte nicht nur Tierleid verursachen, sondern auch wirtschaftlichen Schaden anrichten. Denn anfällige und kranke Tiere führen zu hohen Tierarztkosten und Gewinneinbußen der Landwirt:innen.

Beschleunigter Verlust der genetischen Vielfalt

Zudem wird der Verlust der Artenvielfalt in der Landwirtschaft durch Klonen weiter beschleunigt wird. Ein Beispiel dafür ist die amerikanische Rinderzucht. Sogenannte Hochleistungsbullen werden gleich mehrfach geklont, da sie als sehr wertvoll für die Zucht gelten. Dadurch kann die Menge an Sperma vervielfacht werden, das dann weltweit verkauft wird. Mit diesem „teuren“ Sperma wird so viel Geld verdient, dass sich das aufwendige und teure Klonen wirtschaftlich gesehen lohnt.

Problematisch dabei ist, dass immer mehr Sperma von immer weniger Tieren in der Rinderzucht verwendet wird. Die genetische Vielfalt innerhalb der Rassen nimmt somit rasant ab. Die Tiere werden sich unter einander immer ähnlicher. Diese so genannte Inzuchtdepression kann viele negative Folgen haben: Erbkrankheiten häufen sich, die Tiere sind anfällig für Krankheiten und haben weniger Fortpflanzungserfolg. Außerdem ist eine Anpassung an sich rasch wechselnde Umweltbedingungen für solch genetisch stark eingeschränkte Rassen nahezu unmöglich.

Das Geschäft mit dem Klonen

In Südkorea werden heutzutage hauptsächlich Haustiere geklont. Die Kunden geben dafür bis zu 100.000 Euro pro Tier aus. In China soll in großen Klonfabriken der wachsende Bedarf an „gutem“ Rindfleisch gedeckt werden.

In den USA und Südamerika ist das bereits erwähnte Klonen von wertvollen Zuchtbullen gängige Praxis. Jährlich werden Tonnen von Zuchtbullensperma aus den USA in Europa zum Verkauf angeboten, darunter auch Sperma geklonter Tiere. Nachkommen geklonter Tiere sind auf diesem Wege bereits in England entstanden. Für diese Importe gibt es keine vorgeschriebene Kennzeichnung und Erfassung. Daher ist anzunehmen, dass Nachkommen geklonter Tiere bereits in Europa verbreitet sind.

Fehlende gesetzliche Regulierung

Seit Jahren soll das Klonen sowie der Import von Produkten geklonter Tiere in der EU verboten werden. Denn auch die große Mehrheit der Bevölkerung lehnt das Klonen von Tieren ab. Bereits seit 2015 liegt ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission auf dem Tisch. Doch bis heute ist der Entwurf nicht fertig. Das Verfahren liegt auf Eis.

Umweltinstitut fordert Verbot

Mit dem Klonen ist unheimliches Tierleid verbunden. Es ist nicht nur überflüssig, sondern schädlich. Wir fordern deshalb, das Klonen von Nutztieren zu verbieten. Zu unseren Forderungen gehört auch, den Import geklonter Tiere, deren Zuchtmaterial und aus ihnen gewonnene Lebensmittel zu stoppen. Dafür brauchen wir endlich ein gutes europäisches Gesetz!

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