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Gen-Chaos durch CRISPR/Cas

Mais, Gentechnik, Genschere, CRISPR

Die Risiken und Nebenwirkungen, die mit der Nutzung neuer Gentechnik für die Landwirtschaft einhergehen sind immens. Trotzdem droht uns in Europa die Deregulierung neuer Gentechnik!
Bild: Jarrod Erbe | unsplash.com

(21.07.2021) Neuere Studien an menschlichen Embryonen, Tieren und Pflanzen zeigen, welche drastischen Nebenwirkungen die Anwendung der Genschere CRISPR/Cas verursachen kann. Mitarbeiter:innen deutscher und anderer europäischer Umweltbehörden erkennen diese Nebenwirkungen und die damit verbundenen Risiken an und fordern eine umfassende Risikobewertung für alle Pflanzen, die unter Verwendung neuer Gentechnikmethoden hergestellt wurden. Trotz alledem bescheinigt die EU-Kommission den neuen Gentechnik-Pflanzen zumindest teilweise ein Unbedenklichkeitszeugnis.

Die Genschere CRISPR/Cas ist noch eine relativ neue Methode der Gentechnik. Wissenschaftler:innen verstehen bis heute nicht vollumfänglich, wie sie genau funktioniert, welche unerwünschten Nebeneffekte in der DNA durch ihren Einsatz auftreten können und was das konkret für die genmanipulierten Lebewesen bedeutet. Immer wieder gibt es neue Veröffentlichungen zu den drastischen Nebenwirkungen, die CRISPR/Cas in der DNA anrichten kann. So zum Beispiel eine Studie vom Oktober letzten Jahres, bei der Wissenschaftler:innen menschliche Embryonen mittels CRISPR/Cas genmanipuliert haben. Die Genmanipulation zog eine sehr heftige ungewollte Reaktion im Genom nach sich: ganze Chromosomen gingen „verloren“. Wenn man bedenkt, dass eine einzige Punktmutation bereits zu einer Krankheit wie Sichelzellenanämie führen kann, so will man sich gar nicht ausmalen, was der Verlust von Teilen eines Chromosoms oder eines ganzen Chromosoms für Folgen haben kann. Obwohl es bereits diverse wissenschaftliche Belege der Risiken und Nebenwirkungen von CRISPR/Cas gibt - der angeblich präzisesten unter den Gentechnikmethoden – will uns die Gentech-Industrie weismachen, dass die Genmanipulation von Pflanzen und Nutztieren nicht nur unbedenklich ist, sondern dass „wir“ sie unbedingt brauchen.

EU-Kommission wiederholt Behauptungen der Gentech-Industrie

Dennoch haben es Industrievertreter:innen geschafft, die Meinung der EU-Kommission - also derjenigen Institution, die entscheidend dafür ist, ob und wie sich das Gentechnikrecht in Europa ändert - massiv zu beeinflussen. Und zwar ganz in ihrem Sinne. In einem Schreiben an die Nichtregierungsorganisation Testbiotech behauptet die Kommission, dass gentechnisch veränderte Pflanzen im Vergleich zu herkömmlich gezüchteten Pflanzen keine neuartigen Risiken aufwiesen, wenn keine Gene aus anderen Arten übertragen würden. Damit wiederholt sie die Behauptungen der Gentech-Industrie, die im krassen Widerspruch zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen. So soll der Weg frei gemacht werden, um zumindest einige der neuen Technologien aus der vergleichsweise strengen europäischen Gentechnikgesetzgebung auszunehmen. Damit müssten Pflanzen und in Zukunft höchstwahrscheinlich auch Tiere, die mit diesen Methoden genmanipuliert wurden, weder auf Ihre Risiken hin überprüft noch Produkte daraus für die Verbraucher:innen ersichtlich gekennzeichnet werden.

Expert:innen von Umweltbehörden fordern strenge Regulierung

Im Gegensatz dazu fordern Expert:innen von Umweltbehörden aus Deutschland, Italien, Österreich, Polen und der Schweiz in einer neuen Publikation eine verpflichtende Risikoprüfung aller Pflanzen, die mittels neuer Gentechniken hergestellt wurden. Die Autor:innen zeigen, dass es nicht gerechtfertigt werden kann, nur bestimmte Pflanzen auf ihre Risiken hin zu untersuchen.

Zitat

„Considering the wide ranges of plant species and the GE methods and traits that need to be considered, there is no safety by default for whole groups of GE applications encompassing different individual GE organisms. Biosafety considerations should instead be based on an appropriate ERA prior to the release of GE plants into the environment.“

Übersetzt ins Deutsche:
„Im Hinblick auf das breite Spektrum von Pflanzenarten, gentechnischen Methoden und Eigenschaften, die berücksichtigt werden müssen, gibt es keine standardmäßige Sicherheit für ganze Gruppen von gentechnischen Anwendungen, die unterschiedliche gentechnisch veränderte Organismen umfassen. Überlegungen zur biologischen Sicherheit sollten stattdessen auf einer angemessenen Umweltrisikobewertung vor der Freisetzung von genmanipulierten Pflanzen in die Umwelt beruhen.“

Das Vorsorgeprinzip muss weiterhin gelten!

Das untermauert unsere Forderung nach einer strikten Regulierung neuer Gentechnikmethoden unter dem bestehenden EU-Recht. Die Mitarbeiter:innen der Umweltbehörden widersprechen damit auch ganz klar den Aussagen eines aktuellen Berichts der EU-Kommission. In diesem Bericht vertritt die Kommission ebenfalls die Meinung, dass ihrer Ansicht nach nur bestimmte Kategorien von Pflanzen aus neuer Gentechnik einer verpflichtenden Risikoprüfung unterzogen werden müssten.

Die EU-Kommission weist bis heute unsere Kritik und die anderer Umweltverbände an ihrem Bericht zurück. Doch die gravierenden Risiken der neuen Gentechnikmethoden lassen sich nicht einfach wegleugnen! Mit unseren Partnerorganisationen arbeiten wir gemeinsam daran zu verhindern, dass bald EU-weit genmanipulierte Pflanzen auf unseren Äckern wachsen und genmanipulierte Tiere in den Ställen stehen.

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