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EBI „Bienen und Bauern retten!“ erreicht eine Million Unterschriften

Großartiger Erfolg für Bienenretter:innen: Über eine Million Stimmen für

Großartiger Erfolg für Bienenretter:innen: Über eine Million Stimmen für "Bienen und Bauern retten!" (Foto: Christoph Stache)

(30.9.2021) Eine Zukunft, in der kommende Generationen noch das Summen von Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten kennenlernen dürfen, ist heute ein entscheidendes Stück näher gerückt. Denn rechtzeitig vor dem Ablaufen der offiziellen Frist haben wir es geschafft, über eine Million Unterschriften für unsere Europäische Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten!" zu sammeln.

Fulminante Endphase statt Zitterpartie

Noch vor wenigen Wochen war es alles andere als sicher, dass wir bis zum Stichtag am 30.9. eine Million Unterschriften für unsere Europäische Bürgerinitiative (EBI) für eine bienenfreundliche Landwirtschaft und eine gesunde Umwelt sammeln würden. Denn die Corona-Pandemie hatte in den letzten eineinhalb Jahren die denkbar ungünstigsten Voraussetzungen geschaffen: Die zur Pandemie-Eindämmung notwendigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens machten das klassische Sammeln von Unterschriften in Fußgängerzonen, auf dem Marktplatz oder bei Großveranstaltungen in großen Teilen unmöglich. Zwar hatten wir unsere Bemühungen in den digitalen Raum verlegt, und auch für das Sammeln von Papierunterschriften kreative Lösungen gefunden – beispielsweise unsere Briefkasten-Aktion für das kontaktfreie Sammeln in der eigenen Nachbarschaft. Doch eine breite Öffentlichkeit für unser Anliegen zu erreichen, war während der Hochphase einer Pandemie, die alle Aufmerksamkeit auf sich zog, schwierig.

Kurz vor dem Ende der Unterschriftensammlung zeigte sich dann allerdings, dass die Menschen die Chance nicht verpassen wollten, Europa endlich von chemisch-synthetischen Pestiziden zu befreien: Von Bukarest bis Dublin, von Rom bis Helsinki, von Madrid bis Riga unterschrieben innerhalb weniger Tage hunderttausende EU-Bürger:innen und votierten damit für eine Landwirtschaftspolitik, die Artenvielfalt, Klima und kleinbäuerliche Strukturen schützt.

EBI-Unterschriftenlisten jetzt zurücksenden!

Die Behörden der EU-Mitgliedstaaten werden die gesammelten Unterschriften auf ihre Gültigkeit prüfen. Die Erfahrung mit vergangenen EBIs zeigt, dass sich dabei ein gewisser Prozentsatz an Unterschriften als ungültig erweist. Jede Unterschrift mehr ist deshalb wertvoll, damit wir nach dem Validierungsprozess nicht doch zu wenige Unterschriften vorweisen können. Schicken Sie uns bitte daher unbedingt bis zum 15. Oktober alle ausgefüllten Unterschriftenlisten zurück!

Rücksende-Adresse: Umweltinstitut München e.V, Goethestr. 20, 80336 München

Breites Bündnis aus ganz Europa macht EBI zum Erfolg

Unser breites Bündnis aus mehr als 220 Organisationen aus ganz Europa konnte nicht nur über 1.160.065 Unterschriften (Stand 30.9. um 23.59 Uhr) für die Initiative sammeln. Es gelang uns sogar, die erforderliche Mindestanzahl an Unterschriften in elf Ländern zu sammeln: Dänemark, Spanien und Luxemburg gesellten sich erst in den letzten Wochen noch zu Deutschland, Belgien, Österreich, Rumänien, Frankreich, Ungarn, Lettland und den Niederlanden, denen es bereits in den Monaten zuvor gelungen war, ihr nationales Quorum zu erreichen. Erforderlich für den Erfolg der Initiative wäre das Erreichen der Mindestanzahl lediglich in sieben EU-Mitgliedstaaten gewesen.

Politik muss Ausstiegsplan vorlegen

Nun werden die EU-Institutionen verpflichtet sein, sich mit unseren Forderungen auseinanderzusetzen. Bleibt es auch nach der behördlichen Überprüfung bei mindestens einer Million gültiger Unterschriften, haben wir ein Anrecht auf Gespräche mit EU-Vertreter:innen und dürfen unser Anliegen in einer öffentlichen Anhörung im europäischen Parlament vorstellen. Innerhalb von sechs Monaten muss die EU-Kommission uns außerdem offiziell darauf antworten, wie sie auf unsere Forderungen reagieren will.

Bereits jetzt ist klar, dass die Politik den Ruf nach einer giftfreien Landwirtschaft nicht länger ignorieren kann. Besonders die künftige deutsche Regierung muss anerkennen, dass die Menschen endlich einen Ausstiegsplan aus der Anwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden wollen: Denn ein riesiger Anteil an Stimmen kommt aus Deutschland. Hierzulande unterstützen 467.544 Menschen - und damit über sechs mal mehr als für das deutsche Quorum nötig gewesen wären (Stand 30.9. 23.59 Uhr) - den Pestizidausstieg – ein Handlungsauftrag, dem diejenigen, die uns in Zukunft regieren werden, nachkommen müssen.

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