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Artensterben: Auch Regenwürmer sind stark gefährdet

Regenwurm, Boden

Regenwürmer sind für die Gesundheit des Bodens essentiell. Viele Regenwurmarten sind aber stark gefährdet. Foto: shizorom, Flickr

(20.09.2017) Viele der in Deutschland vorkommenden Regenwurmarten sind laut Roter Liste stark gefährdet. 14 von 47 Regenwurmarten gelten als extrem selten, neun als sehr selten und fünf als selten. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit, denn für deren Erhalt spielen die nützlichen Bodenbewohner eine sehr wichtige Rolle.

Gründe für das Regenwurmsterben

Als Grund für diese dramatische Entwicklung nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen die intensive Landnutzung. Je intensiver Land bewirtschaftet ist, desto weniger Regenwürmer befinden sich im Boden. Die nützlichen Bodenlebewesen leiden unter dem Pflügen von Ackerflächen und unter der Verdichtung von Böden, die durch den Einsatz von schweren Maschinen oder dem Befahren des Bodens unter ungeeigneten Umständen - wie Nässe - verursacht werden.  

Auch die sogenannte Schwarzbrache, also das Freihalten des Bodens von Vegetation durch den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln oder durch ackerbauliche Maßnahmen wie das Pflügen, wirkt sich negativ auf die Regenwurmbestände aus, ebenso wie die zu geringe Zufuhr von organischer Substanz.  

Außerdem leiden die Tiere unter Schadstoffen wie Insekten- oder Pflanzengiften, mit denen sie direkt oder indirekt über die Nahrungsaufnahme in Kontakt kommen.

Was Regenwürmern helfen kann
Regenwürmer, Eimer, Kompost

Fühlen sich Regenwürmer pudelwohl, dann geht es auch dem Boden gut.
Foto: CAFNR, Flickr

Doch Landwirtschaft kann auch so betrieben werden, dass Regenwürmer dabei nicht geschädigt werden. Positiv auf die Entwicklung der Bodenbewohner wirken sich laut Antwort der Bundesregierung bodenschonende Bewirtschaftungsformen aus. Als bodenschonend werden die konservierende Bodenbearbeitung, Direktsaat, mehrjährige Kulturen und der ökologische Landbau genannt.  

Bei konservierender Bodenbearbeitung verzichtet der Landwirt oder die Landwirtin auf das Pflügen und das Wenden des Bodens. Doch bei der konservierenden Bodenbearbeitung ist Vorsicht angesagt. Das Pflügen dient nämlich zum großen Teil auch der Unkrautbekämpfung. Viele LandwirtInnen, die auf den Pflug verzichten, benötigen umso mehr Herbizide, um den Unkräutern auf ihren Äckern beizukommen. Besonders beliebt ist dabei der Einsatz von Glyphosat, das nicht nur Gesundheitsgefahren für Menschen birgt, sondern sich auch negativ auf Regenwürmer auswirkt.  

So hat eine Studie der Universität für Bodenkunde in Wien herausgefunden, dass sich Regenwürmer um 60 % weniger fortpflanzten und sie weniger aktiven waren, wenn sie abgestorbene Pflanzen fraßen, die mit dem Glyphosat-haltigen Pestizid Roundup - dem Kassenschlager von Agrarmulti Monsanto - gespritzt worden waren.

Doch es gibt auch Bauern, die auf das Pflügen verzichten und trotzdem keine Herbizide benötigen. Ausgeprägtes Fachwissen, weite Fruchtfolgen und das Arbeiten im Einklang mit der Natur machen es möglich!

Agrarwende längst überfällig

Die Artenvielfalt ist akut bedroht. Regenwürmer sind nicht die einzige Art, die unter der intensiven Landwirtschaft leidet. Die Bestände von Feld- und Wiesenvögeln, von Insekten und auch von Säugetieren, wie dem Feldhamster, gehen immer stärker zurück. Das ist nicht für die Tiere selbst dramatisch, sondern auch für uns Menschen.

Regenwürmer und andere Bodenlebewesen, die zum großen Teil noch völlig unerforscht sind, halten durch ihre Tätigkeit den Boden fruchtbar, auf dem unsere Nahrung wächst. Insekten übernehmen die Bestäubung von Blüten, aus denen sich unser Obst und Gemüse entwickelt. Vögel halten Schädlinge in Schach. Eine Agrarwende hin zu einer umwelt- und gesundheitsverträglichen Landwirtschaft ist längst überfällig. Die Politik hat die Probleme erkannt. Sie muss jetzt endlich handeln und das Artensterben auf unseren Äckern stoppen!

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