Facebook .
Twitter .
Menü
Home  trenner  Meldungen  trenner  Cyantraniliprol: Neues Ackergift bedroht Bienen

Cyantraniliprol: Neues Ackergift bedroht Bienen

Biene fliegt Rapsblüte an, Foto: Fotolia

(27.07.2017) Das neue, für Honigbienen hochtoxische Insektengift Cyantraniliprol kann schon bald auf unseren Äckern landen, obwohl der Wirkstoff in Deutschland gar nicht zugelassen ist. Denn damit gebeiztes Raps-Saatgut darf jetzt importiert werden.

Großes Bienensterben

Honigbienen und andere Insekten leiden unter dem massiven Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft. Im Jahr 2008 wurden tausende von Bienenvölkern am Oberrhein getötet oder stark geschädigt, als giftige Stäube durch die Aussaat von mit Neonicotinoiden gebeiztem Saatgut entstanden. Daraufhin wurden einige dieser besonders bienengefährlichen Pestizide mit Teilverboten belegt.

Nun droht sich diese Katastrophe mit dem neuen hoch bienentoxischen Wirkstoff Cyantraniliprol zu wiederholen. Zwar ist das Insektengift in Deutschland bisher nicht zugelassen. Dennoch kann der bienengefährliche Wirkstoff schon im August mit dem Beginn der Aussaat von Winterraps auf unseren Äckern landen. Denn sobald ein Wirkstoff in einem EU-Mitgliedstaat genehmigt wurde, darf damit behandeltes Saatgut auch in alle anderen EU-Länder eingeführt werden – unabhängig vom dortigen Zulassungsstand.

Hohe Toxizität für Bienen

Eine solche Genehmigung wurde nun in Polen erteilt und ab sofort darf mit Cyantraniliprol gebeiztes Raps-Saatgut in Deutschland ausgesät werden. Selbst das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) befürchtet „aufgrund der hohen Bienentoxizität und der systemischen Wirkungsweise“ von Cyantraniliprol eine Gefahr für Bienen und rät daher zu begleitenden Maßnahmen, um die Staubentwicklung zu verringern. Diese sind aber weder verpflichtend noch für den Schutz der Bienen ausreichend.

Systemisch wirkende Pestizide verteilen sich beim Heranwachsen der Pflanze im gesamten Organismus – von der Wurzel bis in die Blüten. Alle Tiere die Blätter der behandelten Pflanze fressen, deren Nektar trinken oder Pollen sammeln, kommen mit dem Gift in Kontakt. Rapsblüten werden bekanntlich gerne von Honigbienen und anderen Bestäubern angeflogen. Raps mit Cyantraniliprol zu behandeln ist daher unabhängig von der Staubentwicklung bei der Aussaat unverantwortlich.

Gemeinsamer Appell an Landwirtschaftsminister Schmidt

Schon im August beginnt die Aussaat von Winterraps. Wir wenden uns deshalb gemeinsam mit VertreterInnen der Imkerei in einem dringenden Appell an Landwirtschaftsminister Schmidt: Zum Schutz der Bienen und anderer Insekten muss der Minister die Aussaat von mit Cyantraniliprol gebeiztem Saatgut verhindern!

Infomaterial
1 / n

Stummer Frühling
Wie wir das Bienensterben verhindern können

Download (PDF, 336 kB)

Flyer bestellen

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

Aufkleber bestellen

Unterstützen Sie uns!