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Das Wunder von Mals (Richtigstellung)

Blick auf die Gemeinde Mals

(29. November 2016) In unserem letzten Newsletter berichteten wir über die Gemeinde Mals in Südtirol, die sich per Bürgerentscheid zu einer pestizidfreien Gemeinde erklärt hat. Mals liegt im oberen Vinschgau, am Rande des größten Apfelanbaugebiets in Europa. In den konventionellen Apfelplantagen werden in den Sommermonaten wöchentlich Pestizide gespritzt und schädigen durch Abdrift auch Natur, Biobetriebe und Menschen in der Nachbarschaft. Diesem Schicksal möchte Mals entgehen.

Eine Bürgerinitiative machte sich auf, ein Pestizidverbot in Mals durchzusetzen. Sie begann 2013 Unterschriften zu sammeln, gewann 2014 einen Bürgerentscheid und konnte bei der Kommunalwahl ein Jahr später auch den Widerstand im Gemeinderat brechen. Anfang 2016 änderte der neue Gemeinderat die Gemeindesatzung: Strikte Abstandsregeln verhindern seitdem die Anwendung von Pestiziden in Mals.

Überwältigende Rückmeldungen

Auf unseren Newsletter hin erhielten wir begeisterte Rückmeldungen. Viele Menschen wollen Mals unterstützen. Beim Malser Bürgermeister und bei der Südtiroler Landesregierung gingen viele E-Mails ein, die das Malser Beispiel unterstützen wollten. Sogar die Südtiroler Tageszeitung berichtete auf einer ganzen Seite über unseren Newsletter und die Wirkung, die er in Südtirol hatte.

Auch der Filmemacher Alexander Schiebel, der einen Dokumentarfilm über den Fall dreht, berichtete von einem Ansturm auf seine Internetseite.

Was tut die Landesregierung?

Auch der Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft, Arnold Schuler, meldete sich bei uns. Er legt Wert darauf, dass die Landesregierung nie gegen Mals geklagt hat (siehe Richtigstellung rechts). Doch die Landesregierung ist in der Sache keineswegs neutral. Sie hat sich von Anfang an gegen das Pestizidverbot ausgesprochen und diesem die Legitimität abgesprochen. Erst im November sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher der Zeitung Vinschger Wind: „Das Land Südtirol hat der Gemeindeverwaltung von Mals mehrfach mitgeteilt, dass sowohl das Referendum als auch die Umsetzung des Ergebnisses außerhalb der Zuständigkeit der Gemeindeverwaltung liegen und somit die gewählte Vorgehensweise keine rechtliche Grundlage hat.“

Doch erst im April 2016 beschloss der Südtiroler Landtag – nachdem das Pestizidverbot in Mals schon gültig war – ein neues Gesetz über „Pflanzenschutz“. Es legt fest, dass „den Gemeinden [...] im Bereich der nachhaltigen Verwendung von Pestiziden jene Verwaltungsbefugnisse zu[stehen], die ihnen vom Land Südtirol im Einvernehmen mit dem Rat der Gemeinden zugewiesen oder übertragen werden." Ein Fall wie Mals soll nicht wieder vorkommen.

Ein Mals ist nicht genug!

Wir aber wollen, dass Mals Schule macht. Deshalb unterstützen wir das Projekt und machen es europaweit bekannt. Unser letzter Newsletter war erst der Anfang. Mit einer neuen Kampagne helfen wir dem Ort, den Kampf gegen die Industrielobby zu gewinnen. Dabei setzen wir auch auf Ihre Unterstützung: Werden Sie jetzt Fördermitglied des Umweltinstituts und sichern Sie unsere Arbeit gegen Pestizide langfristig.

Wenn Sie bis zum 31. Dezember Fördermitglied werden, können Sie eine Woche mit Halbpension im Bio-Hotel "Panorama" in Mals gewinnen. Als zweiter und dritter Preis winkt je ein Wochenende im Hotel Greif und auf dem Bergbauernhof "Lechtlhof" in Mals. Außerdem erhalten Sie als Willkommensgeschenk eine unserer attraktiven Buchprämien nach Wahl.

Richtigstellung

In unserem Newsletter vom 18.11.2016 haben wir behauptet, „Die südtiroler Landesregierung und der südtiroler Bauernbund überziehen das Dorf mit Klagen.“ Diese Behauptung stellen wir wie folgt richtig: Die Landesverwaltung Südtirol hat die Gemeinde Mals nicht verklagt. Klagen gegen die Gemeinde bezüglich des Bürgerentscheids kamen von BürgerInnen und LandwirtInnen aus Mals und der Umgebung.

Unterstützen Sie uns!