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Erfolg: Vorerst keine Monsanto-Übernahme durch Bayer

Foto: Alfredo Francisco, Fotolia

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(24.08 2017) Unser Protest gegen die Übernahme des US-amerikanischen Agrarriesen Monsanto durch den deutschen Bayer-Konzern zeigt Wirkung: Die EU-Kommission hat den Übernahmeplänen wegen großer Bedenken vorerst kein grünes Licht gegeben und weitet nun die kartellrechtliche Prüfung aus.

Rückmeldung aus Brüssel

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat sich per Twitter bei den vielen Menschen bedankt, die sich über unsere Aktion oder auf anderen Wegen an sie gewendet haben, um gegen den Zusammenschluss von Bayer und Monsanto zu protestieren. In einer persönlichen Mitteilung ließ sich durchblicken, dass sie viele unserer Bedenken teilt. 

EU-Kommission teilt unsere Bedenken in mehreren Bereichen

Auch aus der offiziellen Begründung der EU-Kommission für die vertiefte kartellrechtliche Prüfung geht hervor, dass unsere Kritik in Brüssel angekommen ist. Die Kommission befürchtet wie wir, dass es durch die Übernahme in mehreren Bereichen zu einer Einschränkung des Wettbewerbs kommt. Diese seien Saatgut, Pestizide und „agronomische Merkmale“, womit die Genmanipulation von Pflanzen gemeint ist. Auch der Bereich der digitalen Landwirtschaft sei betroffen. Dabei handelt es sich um die Sammlung von Daten und Informationen über landwirtschaftliche Betriebe durch die Konzerne für diverse Zwecke.

Sowohl Bayer als auch Monsanto sind gleichzeitig Anbieter für Saatgut - vor allem von verschiedenen Gemüsearten, Baumwolle sowie Raps - und für Pestizide. Das Ziel, das die Agrarriesen damit verfolgen, ist nicht schwer zu erraten: Für den erfolgreichen Anbau von Saatgut ist der Einsatz von Ackergiften vorgesehen.

Beide Konzerne bieten außerdem genmanipulierte Pflanzen an. Eine der häufigsten Eigenschaften dieser Pflanzen ist die Resistenz gegen bestimmte Unkrautvernichtungsmittel. Auch hier ist der Anbau der genveränderten Pflanzen also fest an die Verwendung von Pestiziden gekoppelt. Sowohl Bayer als auch Monsanto sind führende Hersteller auf dem Markt für Totalherbizide wie Glyphosat oder Glufosinat, gegen die viele ihrer Labor-Pflanzen resistent sind.

In den Bereichen Saatgut, Gentechnik und Pestizide sind also beide Konzerne führende Hersteller und stehen bisher in direktem Wettbewerb zueinander. Sollte durch eine Übernahme die Wettbewerbssituation wegfallen, würde dies zu „höheren Preisen, einer geringeren Qualität, weniger Auswahl und geringerer Innovation führen“, befürchtet auch die EU-Kommission.

Weitere Megafusionen

Die geplante Übernahme von Monsanto durch Bayer ist nicht die einzige große Fusion, die sich gerade im Agrarmarkt abspielt. Dieses Jahr wurden bereits zwei Zusammenschlüsse riesiger Agrarchemie-Konzerne von der EU-Kommission genehmigt. Die US-amerikanischen Agrar-Konzerne Dow und DuPont dürfen fusionieren und der schweizerische Saatgut-Riese Syngenta kann vom chinesischen Staatskonzern ChemChina, der eines der größten Chemieunternehmen der Welt ist, übernommen werden.

90 Tage bis zur Entscheidung

Jetzt hat die EU-Kommission 90 Tage Zeit, um die Übernahmepläne von Bayer vertieft zu prüfen. Diese Überprüfung kann zu einer Ablehnung des Zusammenschlusses führen, oder zu einer Genehmigung unter Auflagen - dadurch würde aber wohl kaum die Entstehung des weltweit größten Agrarkonzerns verhindert werden.

Dranbleiben

Die Zukunft unserer Ernährung darf nicht in der Hand von immer weniger, immer größeren Mega-Konzernen liegen!

Beteiligen Sie sich deshalb jetzt an unserer Aktion "Schluss mit dem Agrar-Monopoly" und fordern Sie von Bundeswirtschaftsministerin Zypries, dem Bundeskartellamt und der EU-Wettbewerbskommissarin Vestager keine weitere Konzentration auf dem Saatgutmarkt zuzulassen!

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