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Feuer im belgischen AKW Tihange:
Trotz ungeklärter Ursache soll der Reaktor wieder hochgefahren werden

(22. Dezember 2015) Nur wenige Tage nach einem Brand in Tihange 1, einem der ältesten Atomkraftwerke Belgiens, will die Betreiberfirma den Reaktor wieder hochfahren – obwohl die Ursache für den Brand nicht geklärt ist.

Ursprünglich war geplant, den Reaktor schon morgen, am 23. Dezember, wieder in Betrieb zu nehmen. Nun hat die Betreiberfirma Electrabel angekündigt, ihn am Samstag, den 26. Dezember, hochzufahren, offenbar in der Hoffnung, die Ursache bis dahin gefunden zu haben. Der Block hatte sich am Freitagabend automatisch abgeschaltet, nachdem im nicht-nuklearen Teil der Anlage ein Brand in einer Schalttafel ausgebrochen war. Nach Auskunft der Betreiber gab es keine Auswirkungen auf Menschen und Umwelt.  

Tihange 1, eines der ältesten belgischen AKWs, ist 1975 in Betrieb gegangen und hätte eigentlich noch dieses Jahr vom Netz genommen werden müssen. Ungeachtet der gravierenden Sicherheitsmängel ist seine Laufzeit von den belgischen Verantwortlichen aber bis 2025 verlängert worden. Seit Sommer 2012 ist eine Leckage im Abklingbecken bekannt, etwa zwei Liter radioaktives Wasser treten täglich aus. Offenbar ist das Leck bis heute weder geortet noch geschlossen worden.  

Endgültiges Aus gefordert

Am Standort Tihange stehen drei Reaktoren, im Block 2 waren 2012 Tausende von Haarrissen im Reaktordruckbehälter festgestellt worden. Daraufhin wurde der Meiler aufgrund von Sicherheitsbedenken etwa ein Jahr lang abgeschaltet und ging erst vor wenigen Wochen wieder in Betrieb.  

Der Standort liegt im am meisten gefährdeten Erdbebengebiet Belgiens und ist nur etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze und knapp 70 Kilometer von Aachen entfernt. Nicht nur Umweltverbände, sondern auch die nordrhein-westfälische Landesregierung fordern seit Längerem das Aus für die Reaktoren, ein Einlenken der belgischen Regierung ist jedoch nicht in Sicht. Diplomatischer wie auch politischer Druck werden angemahnt, auch wenn das Bundesumweltministerium auf die "nationale Souveränität" der einzelnen Staaten verweist.  

Das Umweltinstitut München überwacht rund um die Uhr die Radioaktivität der Münchner Außenluft und wird gegebenenfalls eine störfallbedingte Erhöhung umgehend publik machen.  

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