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Glyphosat: ECHA ignoriert Krebsgefahr
Roundup-Flaschen in einem Regal

Foto: Global Justice Now, Flickr - Roundup ist das wohl bekannteste Ackergift auf Glyphosat-Basis

(16. März 2017) Gestern hat die Europäische Chemikalienagentur ihre Bewertung von Glyphosat verkündet: sie hält den Unkrautvernichter für nicht krebserregend. Damit steht die ECHA im Widerspruch zur Internationalen Krebsforschungsagentur, die Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" einstuft.

Lesen Sie hier, was es mit der Bewertung auf sich hat und warum keine Entwarnung für Glyphosat angesagt ist:

Provisorische Verlängerung der Glyphosat-Zulassung

Pestizidwirkstoffe werden in der EU immer nur für einen bestimmten Zeitraum genehmigt. Danach muss die Sicherheit neu bewertet werden, falls die Hersteller den Stoff weiter anbieten wollen.

Letztes Jahr wäre die europäische Zulassung für Glyphosat - das weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichtsungsmittel - ausgelaufen. Auf Antrag der Hersteller wollte die EU-Kommission den Unkrautvernichter für weitere 15 Jahre zulassen. Als auch nach einer vierten Abstimmung keine ausreichende Mehrheit der EU-Staaten für eine Verlängerung zustande gekommen war, verlängerte die EU-Kommission die Genehmigung provisorisch um 18 Monate bis Dezember 2017.

Bis dahin sollte die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) eine neue Einschätzung vornehmen, auf deren Basis dann über eine Neuzulassung von Glyphosat entschieden werden soll. Eigentlich wurde das Ergebnis erst für den Sommer erwartet, doch nun hat die ECHA bereits gestern ihre Einschätzung bekannt geben: Sie hält Glyphosat für nicht krebserregend.

Krebsrisiko ignoriert

Die ECHA widerspricht mit ihrer Einschätzung der internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) und folgt der Bewertung durch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA).

Die ECHA beruft sich dabei - wie die anderen Behörden auch - auf Studien die von der Industrie durchgeführt wurden und die nicht öffentlich zugänglich sind. Somit können sie nicht von unabhängigen WissenschaftlerInnen überprüft werden.

Dagegen gibt es zahlreiche öffentliche Studien, die auf das Krebsrisiko sowie die fortpflanzungs- und erbgutschädigende Wirkung von Glyphosat hinweisen. Das ist besorgniserregend, denn Glyphosat wird regelmäßig in Nahrungsmitteln, der Umwelt und sogar im Menschen selbst nachgewiesen. Das Umweltbundesamt warnt außerdem vor gravierenden Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

Hat Monsanto Glyphosat-Studien beeinflusst?

Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung der ECHA-Einschätzung wurde bekannt, dass der Pestizidkonzern Monsanto, der Glyphosat erfunden hat, an vermeintlich unabhängigen Studien über den Unkrautvernichter maßgeblich beteiligt war. Das geht aus öffentlich gewordenen unternehmensinternen Emails hervor, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Monsanto hat demnach sowohl auf WissenschaftlerInnen als auch auf die amerikanische Umwelthörde EPA eingewirkt. Außerdem soll der Konzern eine eigenständige Untersuchung von Glyphosat durch das amerikanische Gesundheitsministerium verhindert haben.

Die Dokumente wurden während eines Gerichsverfahrens in Kalifornien auf Anweisung des Richters öffentlich, in dem Krebsopfer gegen Monsanto klagen. Die Betroffenen leiden am Non-Hodgkin-Lymphom, einer bösartigen Erkrankung des Lymphsystems, für das sie Glyphosat verantwortlich machen. Auch auf einen Zusammenhang von der Entstehung von Non-Hodgkin-Lymphomen und Glyphosat weisen zahlreiche Studien hin.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach einer redaktionellen Kontrolle übergibt die ECHA ihre Bewertung an die EU-Kommission. Diese erklärte, sie habe die Bewertung zur Kenntnis genommen. Die Diskussionen mit den EU-Mitgliedstaaten sollen nach Eingang der endgültigen Version wiederaufgenommen werden. Ein Sprecher der Kommission teilte mit, dass die Einschätzung der Chemikalienagentur vor der Sommerpause erwartet werde.

Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat

Zahlreiche Studien liefern Belege für die Gefährlichkeit von Glyphosat für Mensch und Umwelt. Deshalb muss der Stoff aus dem Verkehr gezogen werden. Unveröffentlichte Industrie-Studien dürfen nicht länger als Grundlage für eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos dienen.

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen haben wir eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet, mit der wir ein EU-weites Glyphosat-Verbot und den Schutz der Menschen und der Umwelt vor giftigen Pestiziden fordern. Mit mindestens einer Million Stimmen aus ganz Europa wollen wir der EU-Kommission zeigen, dass die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer kein Glyphosat auf ihren Feldern und Tellern will! Außerdem fordern wir Veränderungen im wissenschaftlichen Beurteilungsprozess der EU von Pestiziden sowie EU-weite, obligatorische Reduktionsziele für den Gebrauch von Pestiziden.

Beteiligen Sie sich jetzt an der Europäischen Bürgerinitiative!

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