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Weckruf der Wissenschaftsakademien:
Insektengifte schädigen Bienen und viele andere Nützlinge

Auch Hummeln sind durch Neonicotinoide bedroht

Auch Hummeln sind durch Neonicotinoide bedroht, Bild: 2jaysjoju, Flickr

Der Bestand von vielen Bestäubern und anderen Nützlingen ist stark rückläufig. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte der weit verbreitete Einsatz von Insektizid-Wirkstoffen aus der Gruppe der Neonicotinoide sein, so ein neuer Bericht des Zusammenschlusses der Europäischen Wissenschaftsakademien (EASAC).

Bei den Neonicotinoiden handelt es sich um Insektengifte, die sich in allen Teilen einer Pflanze verteilen. Das macht sie sehr effektiv gegen Schädlinge, trifft aber auch alle anderen Insekten. Die EU hat 2013 die Nutzung von drei Wirkstoffen aus der Gruppe der Neonicotinoide für zunächst zwei Jahre eingeschränkt, weil sie unter Verdacht stehen, maßgeblich zum Bienensterben beizutragen. 2015 will die EU-Kommission ihre Entscheidung auf Grundlage neu hinzugekommener wissenschaftlicher Erkenntnisse noch einmal überprüfen.

Die WissenschaftlerInnen der EASAC warnen in diesem Zusammenhang davor, die Problematik der Neonicotionide zu unterschätzen. Denn neben der Schädlichkeit für Honigbienen hat ihr Einsatz auch erhebliche Auswirkungen auf die Ökosystemleistungen weiterer Nützlinge. So würden Neonicotionide auch andere Bestäuber wie Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und Nachtfalter schädigen. Betroffen sind außerdem weitere Nützlinge wie Marienkäfer, die Schädlinge fressen, und Bodenorganismen.

Die EASAC-Studie macht deutlich: Neonicotinoide richten massiven Schaden im gesamten Ökosystem an. Die EU-Kommission darf die Einschränkungen für ihre Verwendung nicht lockern, sondern muss sie vollständig verbieten.

Die Zusammenfassung der EASAC-Studie in deutscher Übersetzung

  1. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die verbreitete prophylaktische Nutzung von Neonicotinoiden schwere negative Effekte auf Lebewesen hat, die nicht Ziel ihrer Anwendung sind. Das schließt solche Lebewesen mit ein, die Ökosystemleistungen wie Bestäubung und natürliche Schädlingsbekämpfung bereitstellen.  
  2. Es gibt einen klaren wissenschaftlichen Nachweis von nicht-tödlichen negativen Effekten auf nützliche Organismen, die bereits bei sehr geringen Mengen von Neonicotinoiden auftreten, wenn diese über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden. Das sollte in den Zulassungsverfahren der EU berücksichtigt werden.
  3. Die prophylaktische Nutzung von Neonicotinoiden, die momentan praktiziert wird, passt nicht zu den Grundprinzipien der "integrierten Schädlingsbekämpfung", die in der EU-Strategie zum nachhaltigen Einsatz von Pestiziden und der entsprechenden Richtlinie festgelegt sind.
  4. Die verbreitete Nutzung von Neonicotinoiden (und anderen Pestiziden) schränkt das Potential für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt in der landwirtschaftlichen Fläche ein, die ein Ziel der Regularien der EU zu Ökologie und Landwirtschaft sind.

Weitergehende Informationen:

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