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Störfall im AKW Temelín

Störfall im AKW Temelín

(06.07.2015) Der Betreiber des tschechischen AKW Temelín gestand am Freitagabend ein, dass erhöhte Radioaktivität auf dem Dach des Reaktors gemessen wurde. Festgestellt wurde dies schon vor einer Woche, die Öffentlichkeit erfuhr aber erst jetzt davon.  

Die Freisetzung erfolgte demnach aufgrund eines Lecks in der Kühlleitung zwischen dem radioaktiven primären und dem nicht radioaktiven sekundären Kühlkreislauf in Block II. Der Dampfgenerator, an dem laut Betreiber ein rund ein Zentimeter großes Leck entdeckt worden sei, werde repariert. 2000 Liter Kühlwasser sollen pro Stunde ausgetreten sein. Der Reaktor ist derzeit abgeschaltet, er soll frühestens Ende Juli wieder in Betrieb gehen.  

Dass der Betreiber selbst den Vorfall gemeldet hat, zeigt, dass es sich um keine Bagatelle handelt, sondern um ein ernstes Problem. Bislang wurde jedoch weder in Österreich noch in unserer Messstelle in München eine erhöhte radioaktive Strahlung in der Luft festgestellt. Der tschechische Atomreaktor ist rund 60 Kilometer von der bayerischen und österreichischen Grenze entfernt.

Das Umweltinstitut München e.V. misst rund um die Uhr die Radioaktivität der Außenluft. Sollten erhöhte Werte festgestellt werden, die nicht mit der natürlichen Schwankung erklärt werden können, werden wir umgehend informieren.

Erneut Waldbrände bei Tschernobyl

Weiter wurde bekannt, dass erneut heftige Waldbrände in der Umgebung von Tschernobyl ausgebrochen sind, die laut Medienberichten bereits unter Kontrolle gebracht wurden. Bereits Ende April wüteten dort mehrere Feuer, die nach einigen Tagen gelöscht werden konnten.  

Beim Verbrennen von radioaktiv belastetem Holz oder Pflanzen kann die dort eingelagerte Radioaktivität wieder freigesetzt und in der Umgebung verteilt werden, ebenso kann radioaktiver Staub aufgewirbelt und mit dem Wind neu verbreitet werden.

Eine radioaktive Wolke ist dadurch eher nicht zu erwarten, da die Radioaktivität durch Brände nicht in so große Höhen verbracht wird, wie es vor fast 30 Jahren durch die Explosion geschah. Somit kann sie auch nicht über so weite Strecken transportiert werden. Außerdem herrscht vor Ort derzeit vorwiegend Westwind mit nördlicher und südlicher Komponente, so dass die Radioaktivität eher in östliche Richtung transportiert wird.

Hier finden Sie unsere aktuellen Messungen

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