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Wirbel um Pestizidtirol-Plakat
Collage aus Pressartikeln in Südtirol

(18. August 2017) Letzte Woche ließen wir am Münchner Karlsplatz ein Plakat im Stil der aktuellen Südtiroler Tourismus-Werbekampagne aufhängen. Es weist auf den hohen Pestizideinsatz im Südtiroler Obstbau hin. Dort hat die Aktion große Wellen geschlagen. Wir wurden beschimpft und die Landesregierung drohte mit einer Klage. Aber es gab auch viele positive Rückmeldungen und Unterstützung. Die Diskussion um den Pestizideinsatz tobt heftig. Unsere Provokation ist gelungen.

Praktisch alle Südtiroler Medien berichteten über unsere Aktion in München. Das Thema Pestizide brennt den Menschen dort zwar unter den Nägeln, wird aber von der Regierung nicht gerne angefasst. Denn in den tieferen Lagen des Landes wachsen 10 Prozent aller Äpfel Europas. Die großflächige Monokultur bedingt einen immensen Pestizideinsatz. 45 Kilogramm Pestizide waren es laut italienischem Statistikamt im Jahr 2014 pro Hektar - der italienische Durchschnitt liegt bei 6,6 kg. Abdrift, die Folgen für die menschliche Gesundheit und die Zerstörung von Landschaft und Artenvielfalt sind für viele ein Dauerbrenner.

Doch diese Situation passt nicht zum Südtiroler Tourismus. Der boomt gerade, weil Südtirol für deutsche und italienische Gäste sicher und nah ist. Das Land wirbt mit grandiosen Landschaften, Naturerlebnissen, Sport und gutem Essen um eine Klientel, das umwelt- und gesundheitsbewusst ist. Unser provokantes Plakat nahm diese Werbung offensiv auf. Es hat auch deshalb so eingeschlagen, weil dieser Widerspruch in Südtirol sehr vielen Menschen bewusst ist und alle wissen, dass er irgendwann aufbrechen musste.

Unser Plakat verschwindet
Photo von unserem Plakat am Stachus

Da wurde es noch angezeigt: Unser Plakat im S-Bahnhof Karlsplatz in München.

Nur zwei Tage nachdem wir das Plakat am Karlsplatz aufhängen ließen, war es auch schon wieder weg. Was wir zunächst für einen technischen Fehler hielten, entpuppte sich als kleiner Skandal. Einige Tage später bekamen wir eine Mail von der Agentur, bei der wir die Plakatwand gemietet hatten. Darinwurde uns erklärt, dass das Plakat aufgrund einer rechtlichen Androhung gegen die Plakatierfirma "abgedeckt" wurde.  Statt unserem "Pestizidtirol" sah man nun Werbung für eine Fast-Foof-Kette. 

Die Vemutung liegt nahe, dass die rechtliche Drohung aus Bozen kam, von der Landesregierung oder der Tourismusmarketing-Gesellschaft. Doch die erklärten inzwischen, dass sie es nicht waren. Wir forschen weiter nach. Gleichzeitig verbreitern wir unsere Plakataktion.

Kritik und Satire sind nichts Verbotenes. Es darf nicht sein, dass es reicht, dem Plakatierunternehmen mit einem Anwalt zu drohen, um eine Veröffentlichung zu unterbinden. Deshalb haben wir 1000 Plakate mit einer neuen Version drucken lassen und bieten diese hier zum bestellen an. Mit Hilfe unserer UnterstützerInnen können wir auch so die Öffentlichkeit erreichen.

Pestizidtirol-Plakate in A3

Wie geht es weiter?
Fahrradtour in Schutzanzügen

Auf dem Etschtalradweg gaben Südtiroler AktivistInnen am Sonntag Schutzanzüge und Staubmasken aus. Auf dem Radweg, der über hundert Kilometer durch Obstplantagen führt, ist zur Spritzsaison das Risiko hoch, in eine Wolke aus Insektengiften zu geraten.

Wir freuen uns, dass wir in Südtirol eine große Debatte ausgelöst haben. Wir mischen uns gerne ein.

Die Region könnte ein Vorbild für ökologische Landwirtschaft und sanften Tourismus werden. Viele Menschen vor Ort wollen das. Aber die Südtirol-Werbung tut so, als wäre es ohnehin schon so und auch immer so gewesen.

Doch das stimmt nicht: Die großen Mengen an Pestiziden haben Folgen für Mensch und Natur. Die Kulturlandschaft ist auf tausenden von Hektar einer einzigen Apfel-Monokultur gewichen. Die heftigen Reaktionen auf unsere Provokation zeigen, dass eigentlich längst alle wissen: Es kann so nicht weitergehen.

Infomaterial
1 / n

Ackergifte? Nein Danke!

Die Aufkleber zur Kampagne für eine giftfreie Landwirtschaft.

Download (PDF, 46 kB)

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Stummer Frühling

Wie wir das Bienensterben verhindern können

Download (PDF, 336 kB)

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Allestöter Glyphosat

Das meistbenutzte Pestizid der Welt

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Gift im Garten

Warum Sie im Garten besser auf Pestizide verzichten sollten und wie das gelingt

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