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In der Schweiz verboten - in Deutschland erlaubt?

Gen-Weizen stoppen!

+++ Dokumentation der abgeschlossenen Aktion +++

Aktuell: Genweizen-Anbau trotz breiter Proteste genehmigt. Über 12.000 Einwendungen und Protest-Mails haben die gentechnikfreundliche Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nicht stoppen können. An unserer Online-Protestaktion "Genweizen stoppen!" haben sich 5556 Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligt und eine E-Mail an Landwirtschaftsminister Seehofer gesendet. Vielen Dank für die Unterstützung.


Lesen Sie hier unsere Pressemitteilung vom 13.5.2008:
Versuch mit manipuliertem Weizen genehmigt:
Gefährliche Gen-Show in Ostdeutschland


Dennoch kann der genmanipulierte Weizen in diesem Jahr nicht mehr ausgesät werden. Lesen Sie hier unsere Pressemitteilung vom 10.4.2008:
Die Gen-Lobby ist angeschlagen
Genmanipulierter Weizen wird 2008 nicht angebaut

logo_weizenprotest

Fordern Sie von Landwirtschaftsminister Seehofer ein Anbauverbot für genmanipulierten Weizen




Die Universität Rostock will von 2008 bis 2010 einen Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen durchführen. Das Freilandexperiment soll an den zwei Standorten Üplingen (Sachsen-Anhalt) und Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern) stattfinden. Getestet werden sollen genmanipulierte Weizenpflanzen, die vor langen Jahren an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich entwickelt wurden. Sie sollen eine erhöhte Resistenz gegen Brandpilzerkrankungen wie Flug- oder Stinkbrand besitzen. Dazu wurde den Pflanzen ein Gen eingebaut, das zur Produktion des so bezeichneten Killerproteins (KP) 4 führen soll. Die genmanipulierten Weizenpflanzen waren in der Schweiz bereits 2001 in einer abgeschlossenen Vegetationshalle und 2004 im Freiland weitgehend erfolglos auf Resistenz gegen den Stinkbrand getestet worden. In dem nun in Deutschland beantragten Versuch soll die Widerstandsfähigkeit des Gen-Weizens gegen den Flugbrand geprüft werden.
Am Standort Üplingen soll der Versuch in einem vom Lobbyverein InnoPlanta geplanten "Gentechnik-Schaugarten" durchgeführt werden. Ziel des Vorhabens, das von der EU mit zwei Millionen Euro gefördert wird ist es, die "Akzeptanz für gentechisch verbesserte Pflanzen in Europa zu verbessern". Dazu sollen in Üplingen und an anderen europäischen Orten "Feldversuche zum Anfassen" stattfinden.

Warum muss der Versuch verhindert werden?
  • Die genmanipulierten Weizenpflanzen enthalten Resistenzgene gegen das in Tier- und Humanmedizin wichtige Antibiotikum Ampicillin. Die Verwendung von Antibiotika-Resistenzgenen in transgenen Pflanzen ist veraltet und beinhaltet unnötige Risiken.

  • Der beantragte Versuch wäre in der Schweiz, dem Herkunftsland der genmanipulierten Weizenpflanzen, nicht mehr genehmigungsfähig. Dort ist der Einsatz von Antibiotika-Resistenzgenen ab Anfang 2009 aus Sicherheitsgründen verboten. Es ist unakzeptabel, Deutschland zum Freilandlabor für gentechnische Konstrukte zu machen, die in anderen Ländern als Sicherheitsrisiko gelten.

  • Es gibt bereits eine große Zahl traditionell gezüchteter flugbrandresistenter Weizensorten auf dem Markt. Zudem ergaben in der Schweiz durchgeführte Versuche zur Brandpilzresistenz der manipulierten Weizenpflanzen entweder eine vernachlässigbar erhöhte bzw. sogar verringerte Resistenz der Pflanzen. Der Versuch ist daher schlicht überflüssig.

  • Deutschland ist der achtgrößte Weizenproduzent der Welt und ein wichtiges Exportland. Eine Kontamination von Weizenbeständen durch den beantragten Versuch könnte daher gravierende ökonomische Folgen für die deutsche Land- und Lebensmittelwirtschaft haben.

  • Der Sicherheitsabstand zu den nächsten Weizenfeldern soll lediglich 50 Meter betragen, obwohl in einer aktueller Studie Auskreuzungsdistanzen bis zu 2,75 Kilometern nachgewiesen wurden. Gentechnische Verschmutzung benachbarter Weizenfelder ist dadurch vorprogrammiert.

  • Die genmanipulierten Weizenpflanzen enthalten ein Resistenzgen gegen Pestizide mit dem gesundheitsgefährdenden Wirkstoff Glufosinat (z.B. Basta oder Liberty aus dem Hause Bayer). Obwohl diese Resistenz laut Antragsunterlagen lediglich zur Selektion genutzt wurde, handelt es sich um eine für Pestizidproduzenten wie Bayer kommerziell interessante Eigenschaft.