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Dümmer als die USA erlaubt

Aktuell: Der Anbau der Genzuckerrübe wurde trotz breiter Proteste genehmigt. Die zahlreichen Einwendungen und Protest-Mails haben die gentechnikfreundliche Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nicht stoppen können. An unserer Online-Protestaktion "Genzucker stoppen!" haben sich 19.755 Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligt und eine Email an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gesendet. Vielen Dank für die Unterstützung!

 


+++ Dokumentation der abgeschlossenen Aktion +++



Aktuell: US-Gentechnik-Lobby hat die Regierung fest im Griff

Trotz des Rüben-Verbots durch einen Richter erlaubt der US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack am 4.2. 2011 den Anbau der manipulierten Zuckerrüben im Frühjahr 2011. Der Protest der Gentech-Industrie, die einen Mangel an konventionellem Saatgut und Preissteigerungen fürchtet, überzeugte den Minister. Die Sicherheit von Menschen und Umwelt ist damit weit weniger wichtig als die Gewinnmaximierung der Konzerne. Mögliche Schäden werden billigend in Kauf genommen. Und Monsanto darf nun wieder Gen-Saat und Roundup im Kombipack ausliefern. Da die Rüben-Sorte vom deutschen Hersteller KWS gemeinsam mit dem US-Konzern Monsanto entwickelt wurde, profitiert auch dieser erheblich. Amerikanische Bio-Bauern fürchten um ihre Existenz und wollen gerichtliche Schritte einleiten.

Zum Glück besteht in Europa sicher kein Mangel an nicht genmanipuliertem Saatgut.

Obwohl in den USA der Anbau genmanipulierter Zuckerrüben bereits Mitte 2010 verboten wurde, ist in Deutschland wieder ein Freisetzungsversuch beantragt worden. Anmelder ist die Monsanto Agrar Deutschland GmbH. Bereits seit 2008 laufen mit diesen Rüben Freisetzungsversuche des deutschen Saatgutkonzerns KWS beziehungsweise dessen hundertprozentiger Tochter, Planta GmbH. Die manipulierten Rüben wurden von der KWS gemeinsam mit dem Gentechnik-Konzern Monsanto entwickelt.

Ihnen wurde ein Resistenz-Gen gegen das Totalherbizid Roundup (mit dem Wirkstoff Glyphosat) von Monsanto eingebaut. Noch bevor der letzte Versuch abgeschlossen ist sollen diese Rüben erneut von 2011 bis 2013 in Nienburg / Saale in Sachsen-Anhalt in die Umwelt freigesetzt werden. Hier geht es nicht um Wissenschaft sondern um die Durchsetzung der kommerziellen Anwendung.

Da ein Antrag auf kommerziellen Anbau in der EU von der KWS und Monsanto schon vor mehreren Jahren eingereicht wurde, ist klar: Ziel der Freisetzung ist es, den Anbau genmanipulierter Zuckerrüben in Deutschland und Europa zu ermöglichen.

Darum muss der Versuch verboten werden:
  • Der durch den Versuchsanbau eingeleitete kommerzielle Anbau von genmanipulierten Zuckerrüben ist aufgrund der Biologie der Pflanze hochriskant und öffnet gentechnischer Verunreinigung über einen langen Zeitraum und lange Distanzen Tür und Tor: Zuckerrüben kreuzen über extrem weite Entfernungen aus - laut jüngsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen bis zu 10 Kilometer. Zuckerrüben können befruchtungsfähige Nachkommen mit verwandten Arten wie Mangold, Spinat oder Rote Beete bilden.

  • Zuckerrüben können langlebige Unkrautpopulationen bilden, transgene Konstrukte sich dadurch für lange Zeit in der Umwelt halten

  • Das Pestizid Roundup, gegen das die Gen-Rüben resistent gemacht wurden, ist hochtoxisch. Aktuelle Studien zeigen massive Schäden bei Amphibien, toxische Effekte auf DNA und Gebärmutterzellen. Die Verwendung dieses Ackergifts darf daher keinesfalls durch den Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen weiter gefördert werden.

  • In mehrjährigen Versuchen wurde in England nachgewiesen, dass der Anbau herbizidresistenter Gen-Rüben noch schädlichere Auswirkungen auf das Ökosystem und die biologische Vielfalt hat als der konventionelle pestizidbasierte Zuckerrüben-Anbau.

  • Der Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen führt, wie die Beispiele Kanada, USA oder Argentinien zeigen, zu einer beschleunigten Resistenzbildung von Ackerkräutern gegen die entsprechenden Pestizide. Resultat ist ein steigender Pestizideinsatz.