Facebook .
Twitter .
Menü
Home  trenner  Archiv Gentechnik  trenner  Abgeschlossene Aktionen  trenner  Doku: Zuckerrübe 2008

Gentechnik - kommt nicht in die Rübe!

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat trotz breiter Proteste den Anbau der genmanipulierten Zuckerrüben am 31.3.2008 genehmigt.

An unserer Online-Protestaktion "Gentechnik- kommt nicht in die Rübe!" haben sich 4566 Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligt und eine E-Mail an Landwirtschaftsminister Seehofer und die KWS gesendet. Vielen Dank für die Unterstützung.

Erstmals seit 2002 ist in Deutschland wieder ein Versuch mit genmanipulierten Zuckerrüben beantragt worden. Anmelder ist der deutsche Saatgutkonzern KWS beziehungsweise dessen hundertprozentige Tochter, die Planta GmbH. Die manipulierten Rüben wurden von der KWS gemeinsam mit dem Gentechnik-Konzern Monsanto entwickelt.
Ihnen wurde ein Resistenz-Gen gegen das Totalherbizid Roundup (mit dem Wirkstoff Glyphosat) von Monsanto eingebaut. Da ein Antrag auf kommerziellen Anbau in der EU von der KWS und Monsanto schon vor mehreren Jahren eingereicht wurde, ist klar: Ziel der Freisetzung ist es, den Anbau genmanipulierter Zuckerrüben in Deutschland und Europa zu ermöglichen.

Die manipulierten Rüben sollen an vier Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wachsen.

Darum muss der Versuch verhindert werden:
  • Der durch den Versuchsanbau eingeleitete kommerzielle Anbau von genmanipulierten Zuckerrüben ist aufgrund der Biologie der Pflanze hochriskant und öffnet gentechnischer Verunreinigung über einen langen Zeitraum und lange Distanzen Tür und Tor: Zuckerrüben kreuzen über extrem weite Entfernungen aus - laut jüngsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen bis zu 10 Kilometer. Zuckerrüben können befruchtungsfähige Nachkommen mit verwandten Arten wie Mangold, Spinat oder Rote Beete bilden.

  • Zuckerrüben können langlebige Unkrautpopulationen bilden, transgene Konstrukte sich dadurch für lange Zeit in der Umwelt halten

  • Das Pestizid Roundup, gegen das die Gen-Rüben resistent gemacht wurden, ist hochtoxisch. Aktuelle Studien zeigen massive Schäden bei Amphibien, toxische Effekte auf DNA und Gebärmutterzellen. Die Verwendung dieses Ackergifts darf daher keinesfalls durch den Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen weiter gefördert werden.

  • In mehrjährigen Versuchen wurde in England nachgewiesen, dass der Anbau herbizidresistenter Gen-Rüben noch schädlichere Auswirkungen auf das Ökosystem und die biologische Vielfalt hat als der konventionelle pestizidbasierte Zuckerrüben-Anbau.

  • Der Anbau herbizidresistenter Gen-Pflanzen führt, wie die Beispiele Kanada, USA oder Argentinien zeigen, zu einer beschleunigten Resistenzbildung von Ackerkräutern gegen die entsprechenden Pestizide. Resultat ist ein steigender Pestizideinsatz.