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Kein Genimpfstoff für Tiere

Massentierhaltung
& Gentechnik
sind keine
Lösung.

Schon
31408
Teilnehmer

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Massentierhaltung und Gentechnik sind keine Lösung.

 

Die Pharmafirma Intervet hat angekündigt, ihren umstrittenen Freisetzungsversuch mit genmanipulierten Lebendbakterien zur Entwicklung eines Pferdeimpfstoffs dieses Jahr nicht mehr durchzuführen. "Wir haben den ersten Versuch abgeschlossen, wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden", gab Unternehmenssprecherin Sabine Schüller als Grund an.

Der entschiedene Widerstand der Einwohner von Grabow, den das Umweltinstitut München und der BUND unterstützt haben, dürfte ebenfalls zum Abbruch beigetragen haben. Wir freuen uns, dass das unsinnige und riskante Experiment nun ein Ende gefunden hat. Zu klären ist noch, ob der gentechnisch veränderte Impfstamm sich tatsächlich nicht in die Umwelt ausgebreitet hat.


31408 Menschen haben sich an der Aktion beteiligt.

Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen.

Infomaterial
1 / n

Genpflanzen außer Kontrolle
Kontaminationen von Umwelt, Saatgut, Futter- und Lebensmitteln durch genmani-pulierte Pflanzen sind längst weltweit Realität.

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Genmanipulierte Bäume
Ohne großes Aufsehen hat es die Gentechnik-Industrie geschafft, Gen-Bäume in die Natur einzuschleusen.

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Terminator-Technologie
Saatgut im Fokus der Konzerne

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Verbraucher im Dunkeln
Gensoja in Fleisch und Milch - Kennzeichnung mit großen Lücken

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Genmanipulierte Tiere
Gentechnik bei Tieren ist auch aus ethischen Gründen nicht zu verantworten.

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Wir wissen nicht was wir tun
...aber wir fangen schon mal damit an.

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Riskantes Versteckspiel
Neue Methoden der Genmanipulation

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Text des Musterbriefs

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Friedrich, sehr geehrter Herr Minister Gröhe,

knapp drei Millionen Tiere werden jährlich zu Tierversuchen benutzt. Nun sollen im Rahmen einer Freisetzung eines genmanipulierten bakteriellen Lebend-Impfstoffes für Pferde weitere Tierversuche stattfinden. Zudem fördert der geplante neue Gen-Lebend-Impfstoff mit Hilfe der Genmanipulation auch die Massentierhaltung. Und das, obwohl das Auftreten neuer, bisher unbekannter Krankheiten bei Menschen und Tieren durch das Mittel nicht ausgeschlossen werden kann. Tatsächlich wird damit die Ausweitung der Massentierhaltung durch Genmanipulation verschleiert. Denn eingesetzt würde der fertige Impfstoff später in Zuchtfabriken, in denen mehrere tausend Pferde auf engstem Raum gehalten werden. Massentierhaltung ohne Ansteckungsgefahr, mit Genmanipulation soll es möglich werden. Denn bei artgerechter Tierhaltung stellt die Erkrankung nur ein sehr geringes Risiko dar.

Das lassen wir uns nicht gefallen und fordern:

- ein Freisetzungsverbot des Gen-Lebend-Impfstoffs für Pferde,
- die Kennzeichnungspflicht für bereits zugelassene genmanipulierte Lebend-Impfstoffe, sowie eine Informationspflicht des Tierarztes vor der Verabreichung - das Verbot weiterer Zulassungen von Gen-Lebend-Impfstoffen Lebende genmanipulierte Organismen sind nicht kontrollierbar.

Einmal in die Umwelt entlassen, sind sie nicht mehr rückholbar! Den kommerziellen Interessen der Pharmaindustrie muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Impfstoffe und Massentierhaltung statt artgerechter Tierhaltung schadet Menschen, Tieren und Umwelt! Wir brauchen eine intakte Umwelt und gesunde Lebensbedingungen für alle Menschen und Tiere!

Mit freundlichen Grüßen

Freisetzung genmanipulierter bakterieller Lebendimpfstoffe gegen Pferdekrankheit 2012 - 2014

Antrag auf Freisetzung
Aktionsplakat

Die Intervet International B.V. hat die Freisetzung genmanipulierter Bakterien in einem Gestüt am Standort Grabow/Ortsteil Heidehof, Landkreis Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) beantragt (BVL 106/2011/4). Die Größe der Versuchsfläche umfasst ein 1800 m² großes Stallgebäude, das an drei Seiten mit festen Wänden und an der vierten Seite mit Gattern versehen ist. Im Rahmen der Freisetzung sollen in maximal drei aufeinanderfolgenden Jahrgängen Pferdefohlen mit einem genmanipulierten bakteriellen Lebendimpfstoff geimpft werden. Dieser soll die Tiere gegen Rhodococcus equi immunisieren. Der Wildtyp dieses Bakteriums (Stamm RE1) verursacht bei Fohlen eine Lungenentzündung. Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen abgeschwächten Stamm von R. equi (RG2837), der auf Grund der gezielten Deletion (Entfernung) mehrerer Gene bei Pferden keine Erkrankungen mehr verursachen soll. Verkauft werden soll der Impfstoff später unter dem Namen Equilis RodE.

Die Freisetzung ist Bestandteil einer Studie, deren Ziel die Erhebung von Daten ist, mit denen die Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelagentur beantragt werden soll.

Innerhalb der Freisetzungsdauer von zwei bis drei Jahren sollen 120 Fohlen mit dem genmanipulierten Impfstoff geimpft werden. Weitere 360 Tiere sind am Versuch beteiligt. Mit diesem Tierversuch sollen die vorhandenen Labordaten unter praktischen Bedingungen getestet werden.

Genmanipulation für mehr Massentierhaltung

Bis zu einem Alter von sechs Monaten können Fohlen an einer Infektion mit Rhodococcus equi erkranken, die eine Lungenentzündung zur Folge haben kann. Erwachsene Pferde sind nur sehr selten betroffen. Die Aufnahme von R. equi führt gewöhnlich nicht zu einer Erkrankung, sondern zu einer Immunisierung. 

Allerdings tritt diese Krankheit vor allem in großen Anlagen mit sehr vielen Tieren auf. Erkrankungen von Einzeltieren sind die Ausnahme. Auch in Deutschland ist diese Erkrankung von untergeordneter Bedeutung. Auffällig häufig tritt sie in Ländern mit hoher Dichte an Großgestüten auf, wie zum Beispiel in den USA, Großbritannien, Irland und Australien. In diesen Zuchtfabriken werden mehrere tausend Pferde auf engstem Raum gehalten. Mit zunehmender Gestütgröße, hoher Haltungsdichte und Anzahl der Fohlen, hoher Schwebstoffkonzentration des Erregers, geringer Bodenfeuchtigkeit, hohen Temperaturen und einer mageren Weidegrasdecke steigt auch die Häufigkeit der Erkrankung.

Die Infektion erfolgt überwiegend über die Atemwege durch das Einatmen von Bodenstaub. Der Erreger hat im Boden eine besonders lange Überlebensdauer von mindestens einem Jahr.

Die Krankheit kann auch bei Menschen, Schweinen, Rindern, Schafen, Ziegen, Katzen und Hunden auftreten.

Zur Behandlung einer Rhodococcus-bedingten Lungenentzündung bei Pferden werden Antibiotika eingesetzt. Nach einer Früherkennung können kranke Fohlen erfolgreich behandelt werden. Eine Antibiotika-Therapie dauert vier bis zwölf Wochen und kostet etwa 100,- Euro pro Woche. Im ungünstigsten Fall kann der Betrag auf 2000,- Euro steigen.

Artgerechte Tierhaltung: Der beste Schutz vor Krankheiten.

Artgerechte Tierhaltung: Der beste Schutz vor Krankheiten. © mskorpion / Fotolia.com

In zahlreichen Studien hat sich die Impfung der Fohlen als wirkungslos erwiesen. Das Auftreten der Lungenentzündung konnte nicht verhindert werden.

Einzig die Verbesserung der hygienischen Aufzuchtsbedingungen und die Reduktion der Bestandsdichte ist nach einhelliger Auffassung die beste Möglichkeit zur Eindämmung dieser Krankheit.

Massentierhaltung ohne Ansteckungsgefahr, mit Genmanipulation soll dies möglich werden. So kann die derzeitige grausame Form der Tierhaltung beibehalten werden. 

Das manipulierte Bakterium

Der Rhodococcus-Impfstamm ist ein Deletionsmutant. Mit dem Ziel die Möglichkeit des Bakteriums die Krankheit auszulösen zu schwächen, wurden Gene entfernt. Obwohl der genaue Wirkmechanismus des Bakteriums noch nicht geklärt ist, behaupten die Verantwortlichen die Auslösung der Krankheit eingeschränkt zu haben.

Irrglaube der Gentechnik: Leben nach dem Baukastenprinzip.

Irrglaube der Gentechnik: Leben nach dem Baukastenprinzip. © designritter / pixelio

Bei jeglicher Manipulation am Erbgut werden fundamentale Steuerprozesse des Lebens verändert. Das wissenschaftliche Modell, auf dem die Gentechnik basiert, ist inzwischen überholt. Der Ansatz, nach dem das Genom eine Art Lego-Baukasten ist, in das man nach Belieben neue Gene einfügen oder entfernen kann, weicht der Gewissheit, dass die DNA als hochkomplexes Netzwerk funktioniert. Gene werden von einem zellspezifischen Informationssystem gesteuert, das ihnen sagt, wann und wie sie aktiv werden sollen. Die Auswirkungen sind nicht abzuschätzen.

Der Hersteller geht von einer gefahrlosen Anwendung des Gen-Bakteriums bei Fohlen aus, einzig aus dem Grund, dass die Ursprungskrankheit vermutlich nicht auftreten wird. Andere negative Auswirkungen werden gar nicht in Betracht gezogen. Dennoch kann der Hersteller nicht garantieren, dass keine Krankheiten bei anderen Tieren verursacht werden können. Die angebliche Sicherheit für Hühner, Mäuse, Ratten, Kälber und Schweine beruht auf völlig unzureichenden Zellkulturversuchen. Trotz bekannter Erkrankungen beim Menschen durch R. equi, wurde eine mögliche Gefahr durch das genmanipulierte Bakterium bisher weder getestet, noch scheint dies geplant zu sein. 

Unnötige Tierversuche

Das deutsche Tierschutzgesetz stellt die Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf in den Vordergrund. Im ersten Abschnitt heißt es: §1 "Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

Um so mehr stellt sich die Frage, ob ein Tierversuch hier angemessen ist. Der Impfstoff soll allein dazu dienen, die Haltungsbedingungen von Sportpferden mindestens gleichbleibend schlecht zu halten. Alternative Heilmethoden sind bereits vorhanden, so dass die Krankheit nur für wenige Tiere tödlich endet. Die meisten Tiere können so wieder genesen. Sie sind nach abgeklungener Lungenkrankheit jedoch nur selten in der Lage als Rennpferd zu arbeiten. Ein weiteres Indiz dafür, dass die kommerziellen Interessen der Halter über dem Tierschutz stehen.

Schon bevor der genmanipulierte Impfstoff nun am Pferd getestet werden soll, wurden zahlreiche Tierversuche durchgeführt.

Der Versuchs-Ort der geplanten Freisetzung liegt etwa 12 Kilometer vom Hauptgestüt entfernt. Vor Versuchsbeginn müssen die wenige Tage alten Fohlen bereits transportiert werden. Somit steigt das Infektionsrisiko.

Unnötiges Tierleid: An 120 Fohlen wird der genmanipulierte Impfstoff getestet.

Unnötiges Tierleid: An 120 Fohlen wird der genmanipulierte Impfstoff getestet. © pictureguy32 / fotolia.com

Der beantragte Tierversuch wird an insgesamt 240 Fohlen im Alter von einer Woche durchgeführt. Daran indirekt beteiligt sind auch die dazu gehörigen 240 Mutterstuten. Pro Jahr sollen maximal 60 Fohlen geimpft werden. Die Kontrollgruppe, der mit einem Placebo behandelten Tiere ist genau so groß. Die Fohlen können nach zwei bis vier Wochen ein zweites Mal geimpft werden. Nach der letzten Impfung müssen sie aus Sicherheitsgründen noch sechs Wochen am Freisetzungs-Ort bleiben. Für die Dauer von maximal 10 Wochen steht für die insgesamt 120 Fohlen – 60 geimpfte und 60 aus der Kontrollgruppe – sowie 120 Stuten ein Stallgebäude von 49,2 m mal 36,2 m zu Verfügung. Das entspricht etwa 7,5 m² pro Tier. Das Stallgebäude ist nach drei Seiten geschlossen und nach einer Seite geöffnet. Über die gesamte Dauer des Versuchs gibt es keinen Auslauf.

Zuchtpferde fohlen in der Regel in den ersten Wochen des Jahres und nicht wie vom Antragsteller angegeben bis Juli. Spätestens im März sind alle Fohlen geboren. Der Versuch ist daher unter keinen Umständen als artgerecht zu bezeichnen. Pferde bewegen sich bis zu 16 Stunden am Tag, hier ist weder Auslauf noch Weidegang möglich, was besonders für Zuchtstuten und Fohlen sehr wichtig wäre.

Zudem sind die Pferde extrem großem Stress ausgesetzt. Da sie nicht langsam aneinander gewöhnt werden können, wird es zu großen Spannungen innerhalb der Gruppe kommen und die rangniedrigeren Tiere haben keine Möglichkeit auszuweichen. Verstärkt wird das Aggressionspotential durch den Platzmangel. Somit steigt das Verletzungsrisiko immens. Insgesamt wird durch die Haltungsbedingungen die Ausbreitung weiterer Krankheiten forciert. Die Gabe von Arzneimittel zur Eindämmung von Infektionen könnte das Untersuchungsergebnis verfälschen. Zudem werden die Pferde sich in der sehr großen Gruppe unsicher fühlen und wenig bis gar nicht zur Ruhe kommen. Für die weitere Zucht werden die Versuchstiere kaum noch geeignet sein und damit scheint ihr Ende beim italienischen Metzger quasi vorprogrammiert.

Lediglich für das Hauptgestüt ist eine erhebliche Belastung mit R. equi angegeben. Bei geringer Belastung führt die Aufnahme von R. equi meist zu einer Immunisierung. Ab einem Alter von sieben Wochen geht die Infektionsgefahr zurück. Ältere Fohlen besitzen dann bereits Antikörper und infizieren sich selten. Allein der Aufenthalt der Tiere an einen unbelasteten Ort kann ausreichend sein, um sie vor einer Infektion zu schützen. Der beabsichtigte Tierversuch verfälscht demnach die Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Impfstoffs.

Zur Untersuchung können einige Versuchstiere teilweise auch getötet werden.

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland etwa 2,9 Millionen Tiere bei Tierversuchen benutzt. Davon auch ein Großteil zur Arzneimittelforschung. Sie sollen ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens in neue pharmazeutische Produkte wecken und die Unbedenklichkeit von Produkten signalisieren.

Umweltrisiko der Gen-Mutante

Lebende genmanipulierte Organismen sind nicht kontrollierbar. Einmal in die Umwelt entlassen, sind sie nicht mehr rückholbar. Selbst der Hersteller räumt eine Ausbreitung in Ökosystemen ein.

Die Überlebensfähigkeit des GVO wurde durch Nachweis nach über einem Jahr im Boden und in Wasser bestätigt. Über Grundwasser und Schwebstaub ist demnach eine sehr weit reichende Verbreitung möglich.

Der Versuchs-Ort ist eine nach einer Seite offene Scheune. Die Verbreitung des Gen-Bakteriums über Staub außerhalb der Scheune kann vom Hersteller schon jetzt nicht ausgeschlossen werden. Die Verbreitung über ansässige Wildtiere wird ebenso angenommen, wie die über Vögel und Nager, die Zutritt zur Scheune haben. Eine Kontamination ist vorprogrammiert.

Die Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt sind unbekannt, vor allem die Langzeitfolgen. Selbst der Hersteller räumt ein, dass die negativen Auswirkungen auf die Umwelt nicht klar sind. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein völlig neues, unbekanntes Bakterium bildet.

Die Überwachung des Umweltverhaltens des GV-Bakteriums ist nicht vorgesehen.

Impfstoff dreifach riskant
Genmanipulierte Bakterien sind ein nicht kalkulierbares Risiko für Menschen und Umwelt

Genmanipulierte Bakterien sind ein nicht kalkulierbares Risiko für Menschen und Umwelt. © Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Risiko lebende GVO: Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen lebenden, vermehrungsfähigen GVO. Die durch Genmanipulation abgeschwächten Erreger sollen die Krankheit zwar nicht mehr auslösen können, jedoch die Antikörperproduktion ankurbeln. Allerdings sind Gen-Konstrukte nicht stabil. Es besteht die Gefahr weiterer Mutationen zu neuen unbekannten Varianten.

Der genetische Transfer des manipulierten Bakteriums wird nur aufgrund von Literaturanalysen als nicht relevant eingestuft. Untersucht wurde das Bakterium nicht.

Unbekannt ist bisher auch, wie lange der Impfstamm im Tier überleben kann, vermutlich bis zu dessen Tod.

Risiko Bakterien: Im Gegensatz zu Viren können sich Bakterien selbst vermehren. So kann sich die Anzahl ständig erhöhen, unter optimalen Bedingungen sogar besonders schnell. Folglich auch die Anzahl der mutierten Bakterien.

Risiko Genmanipulation: Im Gegensatz zu den Träumen der Genetiker lassen sich gezielte Effekte durch das Ausschneiden oder Hinzufügen einzelner Gene nicht verlässlich steuern. Auch wenn durch die Deletion mehrerer Gene bei dem freizusetzenden Impfstoff bestimmte Effekte vordergründig auftreten, kann niemals vorausgesagt werden, welche unerwünschten Effekte längerfristig auftreten. Eine Risikoabschätzung ist folglich nicht möglich.

Dem Bakterium wurden Gene entfernt, die Vielzahl deren Funktionen ist nicht bekannt. Es ist ebenfalls unbekannt, wie die Bakterien sich langfristig verhalten. Vor allem ist das Verhalten außerhalb von Laborbedingungen unbekannt.

Die Risikoeinschätzung erfolgt auf der Annahme, dass sich das Verhalten der manipulierten Bakterien-Variante nicht wesentlich von der Ursprungsvariante unterscheidet und keine äußerlich erkennbaren Unterschiede auftreten. Im schlimmsten Fall wird von einer Erkrankung ausgegangen, die der derzeitigen entspricht und keine zusätzlichen Risiken vorhanden sind. Einen Beleg dafür gibt es nicht.

Gen-Lebend-Impfstoffe für Tiere

Impfstoffe für Tiere werden bislang größtenteils ohne den Einsatz von Gentechnik hergestellt. Von den derzeit über 400 in Deutschland zugelassenen Impfstoffen für Haus- und Nutztiere sind allerdings sieben Prozent mit gentechnologischen Verfahren hergestellt. Darunter sind derzeit 16 Gen-Lebend-Impfstoffe.

GVO-Impfstoffe für Tiere
GVO-Impfstoffe für Tiere

Quelle: Paul-Ehrlich-Institut, Stand 20.01. 2012

Gen-Lebend-Impfstoffe für Menschen

Alle Arzneimittel in der EU, die gentechnisch manipulierte Organismen enthalten oder sind, kommen in der Veterinärmedizin zum Einsatz – kein einziger in der Humanmedizin.

Um eine mögliche Gefährdung zu verhindern, werden bei der Herstellung gentechnisch produzierter Impfstoffe für die Humanmedizin keine vermehrungsfähigen Mikroorganismen eingesetzt, sondern lediglich Komponenten dieser Organismen, die den selben Impfschutz vermitteln sollen.

Übertragung auf Menschen

Immunschwache Menschen, wie Säuglinge, ältere oder HIV-geschwächte Menschen können schon an einer gewöhnlichen Rhodococcus-Infektion erkranken. Die Folgen einer Erkrankung durch ein manipuliertes Bakterium sind nicht abzuschätzen. Es besteht die Gefahr, dass somit neue Krankheitserreger entstehen, deren Wirkspektrum anders oder größer als der ursprüngliche Erreger ausfällt.

Selbst der Hersteller des Impfstoffes kann nicht mit Sicherheit ausschließen, dass der manipulierte Impfstoff Krankheiten beim Menschen verursacht.

Die Agrarfabriken des Paul Schockemöhle

Paul Schockemöhle hat sein Firmenimperium unter anderem mit Legehennenbatterien aufgebaut und ist vermutlich auch heute noch einer der Großen der Geflügelbranche. Er soll Haupteigner der marktdominierenden "Deutschen Frühstücksei GmbH" sein. Er hat ein Gestüt im oldenburgischen Mühlen und das agroindustrielle Gut Lewitz (bei Neustadt-Glewe, in Mecklenburg-Vorpommern) mit etwa 3000 Hektar Land, 30.000 Quadratmeter Hallenfläche für 3500 Pferde und jährlich ca. 650 Fohlen. Die Ställe für 5000 Färsen beziehungsweise 20.000 Schweinemastplätze sind weiterverkauft worden. Auch Futtermittelfabriken gehörten zu seinen Firmen. Die Logistiksparte des Firmengeflechts transportiert weiterhin jährlich etwa 500.000.000 Eier von 40 Eierfarmen, unter anderem aus Polen, wo die Käfighaltung trotz Verbot nicht abgeschafft ist.

Paul Schockemöhle spricht sich in Interviews gerne für den Einsatz von Arzneimitteln in der Tierhaltung aus und war wegen seiner tierquälerischen Methoden immer wieder in Verruf geraten.

Intervet International B.V.

Intervet ist die Tierarzneisparte der MSD. Diese wiederum ist Teil des Pharmakonzerns Merck & Co. Inc. Im November 2009 hatten sich die Merck & Co., Inc. und die (ehemals) Schering-Plough Corporation zusammengeschlossen. Das neue Unternehmen heißt Merck & Co., Inc. und hat seinen Sitz in Whitehouse Station, N.J., USA. Es tritt in den USA und Kanada als „Merck“, in allen übrigen Ländern als „MSD“ auf. Merck & Co. beschäftigt in 140 Ländern ca. 100.000 Mitarbeiter und ist einer der größten Anbieter von neuartigen Medikamenten, Impfstoffen, biologischen Therapeutika, Consumer-Health-Produkten und Produkten für die Tiergesundheit.

MSD ist in Deutschland auf Platz vier der führenden Pharmaunternehmen und beschäftigt rund 1.600 Mitarbeiter in Deutschland. Die Zentrale liegt in Haar bei München.

Die Sparte MSD Animal Health/MSD Tiergesundheit hat Niederlassungen in über 50 Ländern. Das Produktsortiment umfasst Impfstoffe für Groß- und Kleintiere, Geflügel und Fische sowie Antiparasitika, Antiinfektiva und endokrine Substanzen. Die Geschäftsstellen von Intervet Deutschland und Intervet International sind seit 1999 in Unterschleißheim bei München.

Das 2010 geplante Joint Venture von Intervet mit dem französischen Mitbewerber Sanofi-aventis ist allerdings im letzten Jahr geplatzt. Zusammen hätten sie knapp ein Drittel des Marktanteils erreicht. Allein Intervet erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 2,9 Mrd. US-Dollar.

Der Antragsteller ist Intervet International B.V. mit Sitz in Boxmeer, Niederlande. Dort liegt der Hauptsitz des Unternehmens und das Bioscience-Center Boxmeer, das größte Forschungs- und Produktionszentrum der holländischen pharmazeutischen Industrie. Das Unternehmen vermarktet 350 Impfstoffe, davon werden über 100 in Boxmeer hergestellt.

Der neue GV-Pferdeimpfstoff wurde von Intervet gemeinsam mit Forschern des Groningen Biomolecular Sciences and Biotechnology Instituts (GBB) der Universität Groningen entwickelt.

Im Jahr 2003 machte die Intervet Schlagzeilen, als sie den Vertrieb eines sehr umstrittenen Pferdeimpfstoffs von BAYER übernahm. Mit dem Produkt wurde auch der verantwortliche Wissenschaftler übernommen.

Das Zulassungsverfahren

Das Verfahren für die Zulassung gentechnisch hergestellter Arzneimittel ist in der EU durch die Verordnung 726/2004 geregelt. Die Zulassung wird bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) beantragt. Pro Mitgliedsstaat wird ein Vertreter in das wissenschaftliche Beratergremium für Veterinärmedizin entsandt, der deutsche Vertreter kommt vom Paul-Ehrlich-Institut. Das Paul-Ehrlich-Institut ist eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Die Berichterstatter verfassen ein Gutachten, welches die Entscheidungsgrundlage für die EU-Kommission über die Zulassung bildet. Bei Arzneimitteln, die GVO enthalten oder aus solchen bestehen, muss zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.

Wirkweise einer Impfung

Durch eine Impfung soll der Körper auf Gefahren vorbereitet werden, denen er vielleicht einmal in der Zukunft ausgesetzt sein könnte. Durch die Gabe von Impfstoffen, die aus Erregern von Krankheiten hergestellt werden, soll die Immun-Abwehr trainiert und entsprechende Antikörper gebildet werden. Bei einem späteren Kontakt mit dem Erreger soll die Infektion unterbleiben, da sich bereits entsprechende Antikörper gebildet haben.

Aufgrund mangelnder Wirksamkeitsstudien werden die Aussagen der Pharmahersteller inzwischen bei einigen Patienten, Medizinern und Homöopaten in Zweifel gezogen.

Das Umweltinstitut München e.V. fordert:

  • ein Freisetzungsverbot des Gen-Lebend-Impfstoffs für Pferde

  • die Kennzeichnungspflicht für bereits zugelassene genmanipulierte Lebend-Impfstoffe, sowie eine Informationspflicht des Tierarztes vor der Verabreichung

  • das Verbot weiterer Zulassungen von Gen-Lebend-Impfstoffen
Fracking verbieten!
Konzeptskizze Fracking

Anstatt den Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung voranzutreiben, öffnet die Regierung der unkonventionellen Gasförderung Tür und Tor. Doch diese birgt unberechenbare Risiken für Mensch und Umwelt. Wir fordern ein generelles Fracking-Verbot - schicken Sie eine Mail an die Bundesregierung!

Nein zur "Biosprit"-Lüge
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Agrartreibstoffe erfüllen nicht, was sie versprechen - nämlich die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Im Gegenteil - durch den Einsatz von Agrosprit werden Wälder und Grünland zu Ackerflächen, große Mengen an Kohlendioxid werden dadurch freigesetzt. Beteiligen Sie sich jetzt an unserer Aktion "Nein zur 'Biosprit'-Lüge"