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Telefonieren in Fahrzeugen

Telefonieren in Bus und Bahn belastet Passagiere stark

Die Sendeleistung des Handys während des Telefonats wird in Abhängigkeit von der Empfangsqualität geregelt. In Bussen und Bahnen senden Handys mit erhöhter Leistung, da hier die Strahlen die Wände durchdringen müssen. Das im Juli 2004 abgeschlossene Projekt des Informationszentrums gegen Mobilfunk (izgmf) mit sechs Beteiligten, darunter auch dem Umweltinstitut München e.V. zeigt, das ein Buspassagier in sieben Meter Entfernung von einem Handy noch fast doppelt so stark bestrahlt werden kann wie jemand, der sich im Freien nur 0,6 m neben einem Handy-Nutzer aufhält.

Bei 39 Messungen an unterschiedlichen Haltestellen im Münchner Stadtgebiet wurde nach dem Einsteigen in den Bus eine Anhebung der Sendeleistung in 33 Fällen beobachtet. Im Durchschnitt stieg dabei die Handy-Sendeleistung um das sechsfache, im ungünstigsten Fall um das 25-fache. Sieben mal musste das Handy im Bus mit zwei Watt Maximalleistung strahlen, um die Verbindung zur Basisstation halten zu können. Im Freien wurde die Maximalleistung kein einziges Mal gemessen.

Anstieg der Sendeleistung im Bus
Abb. 1: Messungen der Sendeleistungen an 39 Orten, wenn ein im Freien begonnenes Handygespräch im Bus fortgesetzt wird

Abb. 1: Messungen der Sendeleistungen an 39 Orten, wenn ein im Freien begonnenes Handygespräch im Bus fortgesetzt wird

Drei gleichzeitig im Bus betriebene Handys führten für benachbarte Fahrgäste zu einer Spitzenwertbelastung von 776 mW/m2. Der hohe deutsche Grenzwert wird hier zu 17 Prozent ausgenutzt, der Schweizer Vorsorgewert allerdings wird schon um das 18-fache überschritten, der vom Umweltinstitut München e.V. empfohlene Salzburger Resolutionswert ca. um das 800-fache.

Höhere Feldstärke bei Telefonat im Bus
Abb. 2: Feldstärkemessungen im Bus und im Freien bei verschiedenen Abständen zum Handy. Das Handy sendete im Bus (2000 mW) mit einer wesentlich höheren Sendeleistung als im Freien (20 mW).

Abb. 2: Feldstärkemessungen im Bus und im Freien bei verschiedenen Abständen zum Handy. Das Handy sendete im Bus (2000 mW) mit einer wesentlich höheren Sendeleistung als im Freien (20 mW).

Das Umweltinstitut München e.V. fordert im Sinne der Minimierung der Srahlenbelastung, in öffentlichen Verkehrsmitteln analog zu Nichtraucher- und Raucherabteilen handyfreie Zonen einzurichten. Bei der Bahn ist dies im ICE bereits teilweise realisiert.

Aus unserer Mitgliederzeitschrift Umweltnachrichten, Heft 100, November 2004.

Hans Ulrich-Raithel Aktualisiert: 17.12.04
Weitere Informationen

Das Projekt „Funkfeldmessung in einem Linienbus“ wurde federführend vom Informationszentrum gegen Mobilfunk (izgmf), München durchgeführt. Beteiligt waren die Firma EMV vor Ort, Eggstätt (Messungen), Rhode & Schwarz, München (Messantenne und Software), Willtek Communications, Ismaning (Funkmessplätze), Umweltinstitut München e.V. (Leistungsstufenvariation), Münchner Verkehrsgesellschaft (Stellung eines Busses), Referat für Gesundheit und Umwelt, München (Unterstützung bzgl. der Stellung des Busses und Verwirklichung des Messprojekts). Der 16-seitige Bericht kann als PDF-Datei kann hier heruntergeladen werden:

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