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Dokumentation zur abgeschlossenen Aktion

Kein Atomprogramm in Polen!

Insgesamt haben 46.237 Menschen an unserer Aktion teilgenommen.

Stellungnahmen zum polnischen Atomprogramm sind ab sofort bis zum 27.Februar wieder möglich.
Machen Sie mit. Wir haben den Brief so formuliert, dass Sie auch mitmachen können, wenn Sie bereits eine Stellungnahme abgegeben haben.

Hintergrund zum Nachtrag:

Die im Nachtrag zum polnischen Atomenergieprogramm ausgewählten potenziellen Standorte für Atomkraftwerke verstärken die Befürchtungen, dass Deutschland von den Auswirkungen radioaktiver Freisetzungen betroffen sein kann, da die möglichen Standorte nur zwischen 100 und maximal 300 km von der deutschen Grenze entfernt sind. Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass Radioaktivität auch in deutlich weiteren Entfernungen zu starken radioaktiven Verseuchungen von Böden, Nahrungsmitteln und in der Folge von Menschen führen kann. Die Standorte Gaski und Choczewo liegen innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes; an allen drei Standorten sind Naturschutzgebiete, Landschaftsparks und Vogelschutzgebiete benachbart. Alle drei werden selbst von den Autoren des Nachtrags zur UVS als "riskant" hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Flora und Fauna bezeichnet.

Die Standorte Gaski und Choczewo liegen unmittelbar an der Ostsee, der Standort Zarnowiec ist nur 10 km entfernt und liegt direkt an einem See. Eine Verseuchung der Gewässer kann nicht ausgeschlossen werden. Umliegende landwirtschaftliche Flächen und Ferieneinrichtungen wie Campingplätze und Badestrände in dem touristischen Gebiet können bereits im Normalbetrieb von radioaktiven Freisetzungen betroffen sein. Bei Revisionen ist sogar mit Spitzenwerten bis zu 500 Mal über dem Normalwert zu rechnen.

Atomkraft ist nicht beherrschbar. Statt den teuren und gefährlichen Pfad der Atomenergie einzuschlagen, sollte Polen die Chance nutzen, sofort ein nachhaltiges Energieprogramm aufzulegen und den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben.

5. Januar 2012: Aktion erfolgreich abgeschlossen!

Über 36.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich im Rahmen unserer Kampagne gegen die polnischen Atomenergiepläne ausgesprochen. Ein großer Erfolg, für den wir uns ganz herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern bedanken! Da auch einige andere Umweltschutzorganisationen gesammelt haben, sind insgesamt über 50.000 Stellungnahmen zusammengekommen.

Ein weiterer großer Erfolg ist, dass auch die Bundesregierung kritisch Stellung zum polnischen Atomprogramm bezogen hat. Ebenso auch einige Bundesländer, darunter Brandenburg, Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen.

Wir werden die Pläne für ein Atomprogramm in Polen weiter verfolgen und alles im Rahmen unserer Möglichkeiten unternehmen, diese zu stoppen. Die riskante Dinosauriertechnologie darf in Europa keinen Platz mehr haben!

Noch ist Polen nicht verloren

Es ist kaum zu glauben: Polen will in die Atomkraft einsteigen! Und das, nachdem das Land nach der Wende schon einmal ausgestiegen war und zwei Atom-Bauruinen hinterlassen hat. Offensichtlich sind die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima an den polnischen Verantwortlichen spurlos vorüber gegangen. Dabei hat sogar unsere schwarz-gelbe Bundesregierung gelernt, dass die Atomenergie unbeherrschbar ist.

Unser östliches Nachbarland Polen will ein eigenes Atomenergieprogramm starten und den, seit der Wende im Jahr 1989 bestehenden, Stopp für Atomkraftwerke aufheben. Sogar der Einstieg in die Wiederaufarbeitung und in die Schnelle-Brüter-Technologie sind beabsichtigt.

Im ersten Schritt wird ein strategisches Umweltprüfungsverfahren (SUP) durchgeführt. Informationen dazu sowie entsprechende Bekanntmachungen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Polen könnte sich die schlechten Erfahrungen der AKW-Staaten ersparen und ohne einen komplizierten und teuren Ausstieg aus der riskanten Atomtechnik direkt in eine regenerative nachhaltige Energieversorgung einsteigen.
In diesem Fall würde sich Polen durch "Überspringen" einer veralteten und ohnehin befristeten Technologie einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen. Es müsste keine unkalkulierbaren Risiken auf sich nehmen und sich nicht in die Abhängigkeit von Atomkonzernen begeben.

Unsere Regierung muss klar stellen, dass Deutschland den Aufbau von Atomprogrammen ablehnt und deshalb keinen polnischen Atomstrom importieren und auch keine Atomtechnologie exportieren wird. Eine Bürgschaft für ein polnisches Atomenergieprogramm muss ebenfalls ausgeschlossen werden. Stattdessen soll Deutschland unsere polnischen Nachbarn bei der Entwicklung und beim Aufbau regenerativer Energiequellen unterstützen.

Wir wollen schon jetzt deutlich machen, dass wir einer Erhöhung unseres Atomrisikos nicht tatenlos zusehen und uns mit allen Mitteln, die uns in der EU zur Verfügung stehen, zur Wehr setzen werden.