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UN-Klimakonferenz 2007 in Bali

© Umweltinstitut München e.V.

Vom 3. bis zum 14. Dezember 2007 hat die Weltklimakonferenz in Bali, Indonesien, getagt. Ca. 12.000 Vertreter/innen aus der ganzen Welt haben sich in dieser Zeit mehr oder weniger bemüht, das Weltklima zu retten. Lange sah es so aus, als würde die Konferenz scheitern, nicht zuletzt am nachhaltigen Blockieren vor allem der USA. Schließlich endete die Konferenz doch noch mit einem Erfolg: Im allerletzten Moment, am Verlängerungstag der Konferenz, lenkten die USA ein und es kam wenigstens noch zu einem Kompromiss. Die Ergebnisse der Konferenz finden Sie auf der Website des UN-Klimasekretariats UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change).

Eingeladen von der holländischen NGO Women in Europe for a Common Future (WECF) hat das Umweltinstitut München an der Konferenz mit einer Ausstellung teilgenommen. Unser Thema: "Nuclear energy is not a solution for climate change". Mit Postern, unserem Flyer "Klimaretter Atomkraft? Mit Volldampf in die Katastrophe", der auch in Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch zur Verfügung stand, und ausführlichen Infos (Factsheets) zu speziellen Themenbereichen vom Uranabbau bis zur Endlagerung von Atommüll haben wir Delegierte, Medien und andere interessierte Teilnehmer/innen darüber informiert, dass die Atomenergienutzung das Klima nicht retten kann, im Gegenteil. In vielen Gesprächen, Fernseh- und Radiointerviews konnten wir unsere Positionen darlegen und kontrovers diskutieren.

Kritisch eingemischt haben wir uns in mehreren so genannten side-events, u.a. von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) oder der World Nuclear Association (WNA). Allerdings versuchten die Veranstalter, unsere Beiträge abzuwürgen oder uns gar nicht erst zu Wort kommen zu lassen. Vor allem nach den side-events kam es in der Regel zu heftigen Wortwechseln und Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Kritikern. Oftmals knüpften Zuhörer/innen im Anschluss Kontakte mit uns und waren sehr an unseren Infos interessiert.

Großes Interesse

© Umweltinstitut München e.V.

Das Interesse an unserem Infostand war groß, da wir die einzigen waren, die Atomkraftnutzung im Zusammenhang mit dem Klimawandel kritisch beleuchtet haben. Unter anderem gaben wir Interviews an Fernsehteams wie z.B. den Nachrichtensender Aljazeera Network und ein kanadisches Filmteam, das mit einem Video Jugendliche an das Thema kritisch heranführen will.

Indonesischer Widerstand

© Umweltinsitut Müchen e.V.

Als "anti-nuclear experts" wurden wir von einer Gruppe indonesischer Atomkritiker MANUSIA zu einem Treffen eingeladen: Sie waren interessiert an unserer Erfahrung, denn Deutschland wird als "Ausstiegsland" ein gewisser Respekt gezollt. Im Gegenzug haben sie von ihrer Arbeit und ihren Aktivitäten erzählt, da ihr Land als aufstrebende Wirtschaftskraft auf Atomenergie setzt. Es sei sehr schwierig, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass Atomkraft nicht die Lösung der Energieprobleme sein kann. Mit allen Mitteln würde versucht, sie als sauberen Klimaretter zu verkaufen. Wir haben gerne unsere Unterstützung zugesagt und werden ihnen weiterhin mit Fachinformationen zur Seite stehen.

Side-Event

Im Vorfeld der Konferenz hatten WECF neben der Ausstellung auch ein side-event zum Thema Sicherheit in Atomkraftwerken beantragt, das aber wegen der Fülle der Bewerbungen nicht bewilligt worden war. Um so mehr freuten wir uns, als es uns schließlich vor Ort doch noch gelang, ein side-event (Einladung zum side-event) mit dem Thema "Regional experience and information on nuclear energy - scientists, witnesses and activists speak out" zu organisieren. Neben unserer Physikerin Karin Wurzbacher referierten Natalia Manzurowa, Radiobiologin und Liquidatorin in Tschernobyl, Svitlana Slesarenok, ehemals Anwohnerin eines Uranabbaugebietes in der Ukraine und Claire Greensfelder, energiepolitische Aktivistin aus den USA.
Die Ausführungen von Karin Wurzbacher finden Sie [hier] (Folien zum Vortrag [hier]).

Spontan-Demo

© Umweltsinstitut München e.V.

Während der Diskussion des side-events kam die Idee auf, kurzfristig eine Demonstration zu organisieren, um öffentlichkeitswirksam auf Atomkraft und Klimawandel aufmerksam zu machen. Vertreter/innen verschiedener NGOs trafen sich am folgenden Tag und verfassten eine gemeinsame Presseerklärung (die deutsche Übersetzung finden Sie [hier]) zur Aktion, die Organisation WISE Amsterdam stellte uns ihre Banner "Don´t nuke the climate" zur Verfügung. Für die Presse war die Spontan-Aktion offenbar eine willkommene Abwechslung: Das Medieninteresse war enorm, unzählige Kamerateams drängten sich um uns, viele Interviews wurden gegeben, u.a. zeichnete auch ein französischer Radiosender ein Interview auf. Die Aktion fand sogar Eingang auf den offiziellen Seiten der UNFCCC.

Mogelpackung

Als im Laufe der Verhandlungen bekannt wurde, dass Japan die Atomkraft als "Clean Development Mechanism" (CDM) anerkannt haben will, wiesen wir auf die Unsinnigkeit des Ansinnens hin: In der Konferenz-begleitenden, täglich erschienenen NGO-Zeitung eco newsletter konnten wir einen Artikel dazu platzieren, wo wir die Delegierten der Konferenz aufforderten, dies keinesfalls zuzulassen. Nicht nur vor Ort, auch zuhause thematisierten wir dies in einer Pressemitteilung.

Einbringen konnten wir dieses Thema auch in einem Beitrag der Gender-Aktivistinnen women for climate justice: Zusammen haben wir einen Appell gegen die Atomkraftnutzung an den Präsidenten der Konferenz und die Delegierten verfasst, wo wir Japans Vorstoß, Atomkraft als CDM anzuerkennen, als schädliches Signal an die Welt kritisierten.

Beeindruckende Erfahrung

© Umweltinstitut München e.V.

Ob "Erfolg" oder "Kompromiss auf kleinstem gemeinsamen Nenner", für uns Anwesende war es bis zuletzt spannend. Am vorletzten Abend kam Al Gore und hielt eine flammende Rede für den Klimaschutz - und gegen seine eigene Regierung. Sein Beitrag war viel beachtet, hatte er doch unmittelbar zuvor zusammen mit Rajendra Pachauri, Leiter der IPCC-Klimastudien (International Panel on Climate Change), den Friedensnobelpreis in Oslo entgegengenommen. Einen Tag zuvor hatte sich Dr. Pachauri von Oslo aus per Video mit einem dringenden Appell an die Delegierten gewandt, der Konferenz zum Erfolg zu verhelfen. Um die Ernsthaftigkeit zu unterstreichen, kam auch er überraschend persönlich nach Bali und bekräftigte Al Gore´s Engagement. Vielleicht haben sie damit dazu beigetragen, die Konferenz zumindest nicht scheitern zu lassen.

Das Interesse an unseren Beiträgen hat uns bestätigt, dass das Thema Atomkraft und Klima top-aktuell ist. Deshalb werden wir auch weiterhin die falschen Argumente der Atomlobby entlarven und uns dafür einsetzen, die riskante Atomenergienutzung weltweit zu stoppen.

The Munich Environmental Institute was invited by Women in Europe for a Common Future (WECF) to join the non-governmental organizations attending the United Nations Framework Convention on Climate Change, that is being held in Bali, Indonesia from December 3-14, 2007. During the Conference, we have created a public exhibit that explains how nuclear energy is not a solution for stopping climate change.

> Posters

Based on our german-version-flyer: "Klimaretter Atomkraft? - Mit Volldampf in die Katastrophe" we now offer this flyer in 5 languages: German, English, French, Spanish and Russian.

> Flyers

Additionally, we are now offering 8 new factsheets concerning many aspects of the nuclear-energy-process. The factsheet topics include:

  • (1) Climate protection is feasible

  • (2) This is not the way to protect the climate

  • (3) Radiation protection: Equal rights for women and men? - Experiences from Germany

  • (4) Catastrophe free nuclear power - wishful thinking

  • (5) The unsolved problem: nuclear waste

  • (6) Uranium mining: Health risks and environmental consequences

  • (7) The "Dual-Use" of nuclear technology and its proliferation risks

  • (8) Mayak - lessons are not learned


> Fact Sheets

Here the Invitation to our side event
Press release: "Don’t nuke the climate", Bali 13 December 2007
Text of the speech, given by Karin Wurzbacher
Slides of the speech, given by Karin Wurzbacher