Facebook .
Twitter .
Menü
Home  trenner  Archiv Radioaktivität  trenner  Fachinformationen  trenner  Auszeichnung
Bund Naturschutz Bayern e.V. ehrt Widerstand gegen Forschungsreaktor in Garching

Auszeichnung für Mitarbeiterinnen des Umweltinstituts

Von links nach rechts: Bernd Louisoder, Hubert Weiger, Gina Gillig, Rudi Amannsberger,Christina Hacker, Hans-Martin Adorf, Karin Wurzbacher, Helmut Steininger und Ingrid Wundrak (sitzend)
© Johannes Gillig

Mit der Verleihung seiner höchsten Auszeichnung, der goldenen BN-Nadel, an Karin Wurzbacher und Christina Hacker ehrte der Bund Naturschutz ihren langjährigen engagierten Einsatz gegen den international umstrittenen Forschungsreaktor FRM-II in Garching.

Zusammen mit anderen Organisationen, die sich im "Bündnis gegen den Atomreaktor Garching" zusammengeschlossen haben, hat das Umweltinstitut München e.V. das atomrechtliche Genehmigungsverfahren quasi von Anfang an kritisch begleitet. Die beiden Wissenschaftlerinnen haben dabei insbesondere die fachliche Betreuung und Beurteilung übernommen. Dank der gemeinsamen Anstrengungen ist die Anlage bisher nicht in Betrieb genommen worden. Außerdem besteht keinerlei Notwendigkeit für einen Atomforschungsreaktor in Garching. Der Neutronenbedarf für die Forschung könnte auch über den nicht ausgelasteten Höchstflussreaktor in Grenoble, der unter deutscher Beteiligung errichtet wurde, gedeckt werden.

Das Hauptaugenmerk unserer Kritik liegt neben vielen sicherheits- und strahlenschutztechnischen Einwänden auf dem von den Betreibern vorgesehenen waffenfähigen Brennstoff. Mit dem Einsatz von hoch angereichertem Uran würden internationale Vereinbarungen zum Handel und der Weiterverbreitung von waffenfähigem Material (Proliferation) hintergangen. Verbunden mit der Ehrung war ein Appell an die Bundesregierung, die Betriebsgenehmigung für den FRM-II zu verweigern. Das Bayerische Umweltministerium hat als zuständige Behörde ihre Prüfungen mit einer positiven Einstellung zur Genehmigung bereits abgeschlossen. Die Betriebsgenehmigung kann aber erst erteilt werden, wenn auch das Bundesumweltministerium zugestimmt hat. Dass sich die Bundesregierung in das atomrechtliche Verfahren eingeschaltet und Prüfungen in eigener Regie übernommen hat, ist sicher auch ein Verdienst der kritischen Arbeit der Geehrten und ihrer zahlreichen Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Umweltnachrichten Ausgabe: 92/2001