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Presseberichte 1997-1998

Tschernobyl-Unfall: Kein Ende in Sicht!

8.2.97

Hungerstreik der Tschernobyl-Helfer setzt Moskau unter Druck / Abwickler der Atomkatastrophe fordern ihre Entschädigungen ein / Proteste in Rußland weiten sich aus / ... Mitte Januar traten ... über 60 Tschernobyl-Helfer in den Hungerstreik um Entschädigungen für Gesundheitsschäden einzufordern, die sie bei den Aufräumarbeiten 1986 erlitten haben. ... (FR)

26.4.97

Die Ukraine und die führenden westlichen Industriestaaten haben sich ... darauf verständigt, wie die brüchige Betonhülle um den Unfallreaktor in Tschernobyl stabilisiert werden soll. ... das Projekt (könnte) umgerechnet bis zu 1,3 Milliarden Mark kosten. Die Umsetzung werde mindestens bis zum Jahr 2005 dauern. Die Betonwände sollten verstärkt und weitere Schutzvorrichtungen gebaut werden. Es wird befürchtet, daß Radioaktivität aus dem Sarkophag des vierten Reaktorblocks austritt. ... Die G 7 hofft ... daß mit dem Stabilisierungsprojekt noch in diesem Jahr begonnen werden kann. (SZ)

28.4.97

Tausende Menschen haben ... in der Ukraine und den Nachbarstaaten der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und ihrer Opfer gedacht. ... Nach Angaben der ukrainischen Behörden stehen allein 3178 Todesfälle aus dem vergangenen Jahr in direktem Zusammenhang mit dem Unglück. 772 Kinder seien an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Die Ukraine erwartet für das 21. Jahrhundert noch eine beträchtliche Zunahme von Kranken und Invaliden als Folge des Tschernobyl-Unglücks. Nach Angaben einer Studie, ..., sind von 350.000 Menschen, die nach dem Unglück auf dem Gelände des Atomkraftwerks eingesetzt und stark verstrahlt wurden, heute 17.000 Invaliden. Nach offiziellen russischen Angaben sind bisher 8000 dieser "Liquidatoren" gestorben. In Litauen müssen noch mehr als 5000 Menschen als Folge der Katastrophe medizinisch behandelt werden, die an Aufräumarbeiten beteiligt waren. ... 264 Arbeiter seien an den Folgen von Strahlungskrankheiten gestorben, 260 gälten nach ihrem Einsatz in der Ukraine als "permanent behindert". Noch schwerer als die verstrahlten Menschen trifft es ihre Nachkommen: Von den rund 1200 seit 1986 geborenen Kindern leiden nach Angaben der Presse etwa 40 Prozent unter Krankheiten, die durch das AKW-Unglück verursacht wurden. ... (FR)

20.5.97

Nach technischen Problemen sind zwei Atomreaktoren in der Ukraine automatisch abgeschaltet worden. Betroffen sind der dritte Block von Tschernobyl und Block zwei der Anlage in Saporischska. ... In Tschernobyl ... schaltete sich am Sonntag ohne jede Vorwarnung ein Transformator ab. ... (FR)

25.7.97

Atomtechnik-Unternehmen aus fünf Staaten wollen die Stillegung des Atomkraftwerks in Tschernobyl ... unterstützen, ... . Zu diesem Internationalen Konsortium Tschernobyl gehören die Nukem Nuklear GmbH (Alzenau), die British Nuclear Fuels Ltd, die Technicatome SA (Frankreich), die japanische Kobe Stell sowie die Morrison Knudsen Corp (USA). ... (FR)

4.9.97

Die EU-Kommission will umgerechnet knapp 200 Millionen Mark bereitstellen, um den brüchigen Betonmantel um den Katastrophenreaktor von Tschernobyl zu sichern. (FR)

10.10.97

Eine Gruppe von schwedischen Wissenschaftlern hat erstmals den Beweis für Erbschäden durch die Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl erbracht. ... die Forscher stellten in einer Untersuchung an Schwalben schwerwiegende Genveränderungen fest. Im Unterschied zu zwei Vergleichsgruppen seien Teile des Gefieders von Tieren, die in der Nähe des Unglücksorts lebten, außergewöhnlich häufig weiß. Spezielle Genuntersuchungen hätten das Ergebnis bestätigt. Die Schädigung von Erbinformationen in den Zellen ist besonders schwerwiegend, da sie von Generation zu Generation weitervererbt wird. Eine Studie an ukrainischen Kindern hatte 1996 ein höheres Risiko für genetische Schäden gezeigt als bei Kindern in England. (FR)

18./19.10.97

Der letzte funktionstüchtige Reaktorblock des AKW von Tschernobyl kann auch drei Monate nach seiner Abschaltung noch nicht wieder ans Netz gehen. ... neuentdeckte Risse und Schwachstellen in den Rohrnähten des Kühlsystems erforderten weitere Reparaturarbeiten. ... (taz)

21.11.97

Die Europäische Union will der Ukraine für die Stillegung des Atomkraftwerkes Tschernobyl umgerechnet etwa 197 Millionen Mark zahlen. Mit insgesamt rund 90 Millionen Mark beteiligt sich die Bundesregierung an der Erneuerung der Schutzhülle des Unglücksreaktors. ... Mittlerweile hat die unter hohem Zeitdruck geschaffene Betonummantelung Risse bekommen. Die Sanierung soll im Jahr 2005 abgeschlossen sein. ... Der deutsche Beitrag ist nach Angaben eines deutschen Sprechers in New York der zweithöchste nach dem der USA. ... von den geschätzten Gesamtkosten des Projekts von etwa 1,3 Milliarden Mark (seien damit) erst gut 600 Millionen Mark gedeckt. ... (FR)

29.12.97

Mehr als elf Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl ist in einem dichtbesiedelten Gebiet 400 Kilometer östlich von Moskau radioaktive Erde aus der Umgebung des Unglücksreaktors entdeckt worden. Der strahlende Abraum lagert in "vielen Fässern" in einem Wellblechschuppen auf dem Truppenübungsplatz bei der Stadt Wladimir. Die Strahlung am Ufer eines nahe gelegenen Sees betrage 130 Mikroröntgen pro Stunde, ... . Normal seien fünf bis zwölf Mikroröntgen pro Stunde. Nach ebenfalls entdeckten alten Geheimdokumenten waren auf dem Gelände mehrere Eisenbahnzüge mit verseuchter Erde zur Dekontamination entladen worden. ... Die Aktion sei vor Ort geheimgehalten worden. (taz)

12.3.98

Vom Territorium des Katastrophenreaktors in Tschernobyl haben unbekannte Täter mehrere radioaktiv verseuchte Rohre gestohlen. Das Diebesgut könnte als Baumaterial an Privatleute verkauft werden, ... . Nach Polizeiangaben ist dies nicht der erste Diebstahl radioaktiv verseuchter Materialien vom Tschernobyl-Gelände. (taz)

24.4.98

Wegen zahlreicher Risse im Atomreaktor von Tschernobyl und in anderen russischen und litauischen Reaktoren des gleichen Typs hat das französische Institut für Reaktorsicherheit (ISPN) Alarm geschlagen. Das Institut veröffentlichte einen Bericht, in dem es heißt, daß die Risse in dem Tschernobyl-Reaktor in 30 Zentimeter dicken Rohren des einzigen Reaktorblocks entdeckt worden seien, der zwölf Jahre nach der Atomkatastrophe noch betrieben wird. Es sei nicht auszuschließen, daß auch Rohre mit 90 Zentimetern Durchmesser betroffen seien. Der entsprechende Block sei zur Überprüfung der Risse abgeschaltet worden. ... (SZ)

04/98

Auch in Deutschland wurden Kinder Opfer der radioaktiven Wolke, die sich im Frühjahr 1986 vom Reaktorstandort Tschernobyl ... über Europa ausbreitete. Diese Interpretation legt eine detaillierte Auswertung der Statistiken des Kinderkrebsregisters an der Universität Mainz nahe, das als weltweit größtes und verläßlichstes gilt. Der Kasseler Kinderarzt Matthias Demuth, der die Mainzer Daten jetzt noch einmal neu ordnete, stieß auf einen statistisch signifikanten Anstieg vor allem akuter Leukämien bei Kindern im Jahr 1992. ... Aufregend ist der Zeitpunkt der Leukämie-Häufung vor allem, weil er sich mit bekannten Latenzzeiten der Krankheit deckt. ... Der Kinderarzt ... wünscht sich eine "größere Datenbasis", vor allem gezielte Untersuchungen der Leukämiehäufigkeit auch in anderen von der Strahlenwolke betroffenen Ländern Westeuropas. Die bisherigen Ergebnisse, so sein Resümee, seien "statistisch gesehen kein sicherer Beweis, aber doch ein ernsthafter Hinweis darauf, daß der Reaktorunfall möglicherweise weitreichendere Konsequenzen hatte als bisher angenommen". (SZ)

4.5.98

Die Höhenlagen der Alpen sind zwölf Jahre nach der Reaktorexplosion von Tschernobyl immer noch radioaktiv verseucht. ... Wegen ihrer Höhe, der Niederschlagsmenge und der Flugbahn der giftigen Wolke waren die Alpen dem Fallout nach der Katastrophe im Frühling 1986 in besonders hohem Maß ausgesetzt. (taz)

5.5.98

Der Direktor des Atomkraftwerks von Tschernobyl, ... ist entlassen worden. Ihm werden Verstöße gegen die Vorschriften und Disziplinlosigkeit vorgeworfen. ... Er habe "unrichtige Argumente über die Atomsicherheit" angeführt und auf diesem Weg Vorschriften des Unternehmens ändern wollen. (taz)

11.5.98

... Die Osteuropabank verhandelt mit der Ukraine über eine Kreditvergabe zur Stillegung des Unglücks-AKWs Tschernobyl. Die Ukraine macht dafür zur Bedingung, die Kernkraftwerke in den westukrainischen Städten Rowno und Chmelnithki mit westlichen Krediten fertigzustellen. ... (taz)

12.5.98

Der Präsident der Europabank ... hat die internationale Gemeinschaft zu weiteren erheblichen Geldzahlungen aufgefordert, um den Katastrophenreaktor in Tschernobyl zu sichern. Bisher habe die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung 400 Millionen US-Dollar beisammen, weitere 360 Millionen seien jedoch notwendig. (taz)

15.5.98

Ukrainische Ingenieure haben ... den Reaktor Nummer 3 des Atomkraftwerks in Tschernobyl zu einem Probelauf eingeschaltet. Der Reaktor wurde bis auf vier Prozent seiner Leistungsfähigkeit von 1000 Megawatt hochgefahren. Ein voller Betrieb sei noch vor dem 15. Mai geplant, ... Der Reaktor ist der einzige von vier Reaktoren des Kraftwerks, der noch in Betrieb ist. (taz)

5.6.98

Der frühere Leiter des AKW Tschernobyl hat der ukrainischen Regierung vorgeworfen, gegen internationale Atomrichtlinien zu verstoßen. In einem offenen Brief erklärte (er), die neue Firma Energoatom, die für die ukrainischen Meiler zuständig ist, könne nicht für deren Sicherheit garantieren. (FR)

17.6.98

Der letzte funktionsfähige Reaktor des AKW Tschernobyl ist abgeschaltet worden, um nach einem vermuteten Leck im Kühlwassersystem zu suchen. ... (FR)

19.6.98

Bei dem ... gemeldeten Störfall in dem ukrainischen AKW Tschernobyl ist "leicht radioaktives Wasser" entwichen. ... (FR)

22.6.98

In der Ukraine sind fast neun Millionen Mark veruntreut worden, die für die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl bestimmt waren. ... in diesem Zusammenhang (wurden) 5000 Firmenkonten überprüft. Bei der Untersuchung sei herausgekommen, daß Lebensmittelhilfen genauso wie Medikamente an Menschen vergeben worden seien, die gar nicht von den Folgen des Atomunfalls von 1986 betroffen seien. Dasselbe gelte für Aufbaukredite, die veruntreut worden seien. Die Behörden kündigten die Einleitung von 70 Ermittlungsverfahren an. Zur Unterstützung der Tschernobyl-Opfer fließen jährlich umgerechnet rund 1,38 Milliarden Mark in die Region. (SZ)

23.6.98

Der einzige noch funktionierende Block des Unglücks-Reaktors von Tschernobyl ist ... wieder angefahren worden. ... Zuvor seien Löcher in den Rohren und ein kleiner Schaden an der Turbine repariert worden. Der dritte Block liefert als einziger von den vier Blöcken des Kraftwerks noch Strom. ... (SZ)

25.6.98

Ein krebskranker Thüringer ist vom Sozialgericht Nordhausen als Tschernobyl-Opfer anerkannt worden. Die Krebserkrankung des 61jährigen sei als Berufskrankheit einzustufen, verursacht durch radioaktiv verseuchte Lastwagen der DDR-Spedition Deutrans, ... . ... Der Kläger hatte angeführt, daß er nach der Reaktorkatastrophe 1986 mit mehreren Kollegen die verseuchten Lastwagen gereinigt habe. Sechs der Kollegen seien an Krebs gestorben. (FR)

7.7.98

Die ukrainische Regierung will die Staatsausgaben für die Opfer des Reaktorunglücks von Tschernobyl erheblich kürzen. ... (SZ)

14.7.98

Das Münchner GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit hat die Veröffentlichung einer Studie gestoppt, die für das Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eine deutlich erhöhte Säuglingssterblichkeit in Deutschland ausweist. ... Die Statistik sei zwar vermutlich richtig, es gebe aber Zweifel, ob es wirklich eine "Kausalität" zwischen der festgestellten Säuglingssterblichkeit und dem Unfall von Tschernobyl gebe, sagte der Sprecher. (taz)

14.12.98

Die Ukraine hat versichert, das AKW von Tschernobyl im Jahr 2000 wie vereinbart zu schließen. ... Die Schließung sei "dringend und notwendig". Die ukrainische Regierung droht regelmäßig, die 1995 mit der Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten (G-7) vereinbarte Schließung nicht vorzunehmen, wenn die internationale Staatengemeinschaft nicht genügend Geld zur Fertigstellung zweier Ersatz-Reaktoren in Riwne und Chmelnitski zur Verfügung stellt. ... (SZ)