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Presseberichte 2006-2010

Tschernobyl-Unfall: Kein Ende in Sicht!

18.9.07Süddeutsche Zeitung

Neue Hülle für den Tschernobyl-Reaktor - ... Unter dem riesigen Betonsarkophag, den die französische Baufirma Novarka über dem Reaktor errichten soll, hätte ein Fußballstadion Platz. „Wir haben heute den ersten Stein für den Bau eines sicheren Sarkophags gelegt“, sagte Präsident Viktor Juschtschenko. ... Das 505 Millionen Dollar teure Projekt werde den Reaktor zu einem „ökologisch ungefährlichen“ Objekt machen, sagte der stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung, ... Unter (der alten Schutzhülle) lagern ... 200 Tonnen radioaktives Material. Finanziert wird der Bau ... von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Sie rechnet insgesamt mit Kosten von 1,39 Milliarden Dollar, um die Folgen des Unfalls zu bewältigen.

12.12.07 The Independent Science, UK

... Zusätzlich zu den zig-tausenden Menschen, die ihre Heimat verloren haben, gab es auch mehrere Todesfälle, allerdings weniger, als manche Umweltorganisationen angenommen hatten. Drei Menschen starben sofort infolge der Explosion, weitere 28 starben einige Wochen nach dem Unfall aufgrund der hohen Strahlung. Alle gehörten entweder dem Personal des Reaktors an oder waren Arbeiter des Katastrophen-Hilfsdienstes. Weitere 19 Menschen der Katastrophen-Helfer starben zwischen 1987 und 2004 aus verschiedenen Gründen. Es gab geschätzte 4000 Fälle von Schilddrüsenkrebs in Weißrussland, der Ukraine und Teilen Russlands, die meisten von ihnen sind dem radioaktiven Fallout von Tschernobyl zuzuordnen. ... (Übersetzung aus dem Englischen)

29.9.08RIA Novosti, Russland

Russland wird 17 Millionen Dollar für die Sicherung des Tschernobyl-Geländes bereitstellen ... „Die russische Föderation möchte der Ukraine helfen, die Sicherheit des Tschernobyl-Komplexes zu verbessern und die Stilllegung zu beschleunigen. Dafür werden wir 17 Millionen Dollar dem Nuclear Safety Account und dem Chernobyl Shelter Fund beisteuern“ sagte Sergei Kiriyenko, Vorstand der staatseigenen Atombehörde Rosatom auf einer Konferenz der Internationalen Atomenergie Behörde IAEA....

21./22.3.09 Süddeutsche Zeitung

In der radioaktive verseuchten Sperrzone rund um den Unglücksreaktor von Tschernobyl gibt es offenbar viel weniger Insekten als in unbelasteten Gebieten ... Zwei Ökologen aus den USA und Frankreich zählten Hummeln, Schmetterlinge, Grashüpfer und Spinnen in unteerschiedlicher Entfernung vom 1986 explodierten Block 4 des Kernkraftwerks. Dabei fanden sie umso weniger Insekten, je höher die radioaktive Strahlung noch war. ...

25.4.09www.heise.de, Telepolis

Der … explodierte Reaktorblock IV des Kernkraftwerks in Tschernobyl wird ebenso wie der geplante Rückbau der anderen drei Blöcke zu einer endlosen Geschichte. Letzten November wurde noch bekannt gegeben, zumindest das Dach der als „Sarkophag“ bezeichneten Betonabdeckung habe mittlerweile abgedichtet werden können, so dass kein Wasser mehr eindringen könne. Jedoch erwiesen sich die Stützmauern, auf denen die Betonhülle lastet, selbst als nicht ausreichend tragfähig, so dass ... zwei Stützpfeiler errichtet wurden, die die Mauer vor dem Wegbrechen bewahren sollen. Sie sollen gleichzeitig die ersten Teile für eine Konstruktion sein, über die später eine vorgefertigte zweite Hülle über den Reaktorblock geschoben werden soll. Diese 100 m hohe Bogenkonstruktion soll bis 2012 fertiggestellt sein ... Die Hoffnungen liegen hier bei einer zukünftig eventuell doch möglichen Demontage des zerstörten Reaktors selbst und seiner Einlagerung unter der Erde und auf noch visionären Verfahren wie der Transmutation der radioaktiven in stabile Materialien. ... Geplant war auch mit dem Rückbau der drei übrigen Reaktorblöcke zu beginnen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Angaben der ukrainischen Seite über den zustand der in den Reaktoren gelagerten Brennelemente nicht zutrafen. Durch die nunmehr jahrzehntelange Lagerung unter Wasser in den Abklingbecken sind sie auch in ihrem Kern durchnässt und müssten erst getrocknet werden, bevor sie transportfähig sind, ein Verfahren dafür muss erst noch entwickelt werden. ...

12.5.09 europaticker

... NUKEM (hat) als erstes westliches Unternehmen ein Abfallbehandlungsprojekt am Standort Tschernobyl erfolgreich fertig gestellt. Im Abfallbehandlungszentrum werden feste Abfälle aus dem Kraftwerksbetrieb und der Stilllegung der Blöcke 1 bis 3 konditioniert. ... Bereits Ende 2007 hat NUKEM ein oberflächennahes Endlager im Rahmen dieses Projektes an den Betreiber Technocenter übergeben. Hier werden im Kernkraftwerk Tschernobyl angefallene kurzlebige radioaktiven Abfälle nach vorheriger Konditionierung gelagert. Das Lager befindet sich 17 Kilometer vom Kraftwerk entfernt am Standort VEKTOR innerhalb der 30-km-Zone. Die Lagerkapazität ist für 55.000 m3behandelten Abfall ausgelegt. Das Lager ist für eine radiologische Überwachung von 300 Jahren nach der Einlagerung ausgelegt. ...

20.12.09 abc NEWS

... Eine Wiederbesiedelung der Sperrzone um den havarierten Reaktor kann möglicherweise noch länger dauern, als erwartet. Das radioaktive Cäsium verschwindet nicht so schnell aus der Umwelt als vorhergesagt, gemäß einer neuen Studie ... Die Halbwertzeit von Cs-137 – die Zeit, in der die Hälfte des ursprünglichen Potenzials zerfallen ist – beträgt 30 Jahre, aber die Menge an Cäsium in den Böden um Tschernobyl nimmt nicht entsprechend schnell ab. Und die Wissenschaftler wissen nicht, warum. ... Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass die „ökologische“ Halbwertzeit – die Zeit, in der die Hälfte des Cäsiums aus der lokalen Gegend verschwunden ist – zwischen 180 und 320 Jahren liegt. ... Die Ergebnisse der Studie waren eine Überraschung. Wissenschaftler erwarteten, dass die ökologische Halbwertzeit kürzer als die physikalische ist ... Für Strontium trifft das auch zu. Aber für Cäsium scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Die physikalischen Eigenschaften von Cäsium haben sich nicht geändert, also muss es eine andere Erklärung dafür geben, so die Wissenschaftler. Es kann sein, dass neues Cäsium aus der näheren Umgebung des Reaktors mit dem Wind auf die Böden in entfernteren Lagen geweht wird. Oder aber, dass das Cäsium aus tieferen Bodenschichten weiter nach oben wandert. ... „Da gibt es noch viele Unbekannte, die das Phänomen möglicherweise verursachen“ ... (Übersetzt a.d. Englischen)

10.1.10guardian.co.uk

Der Tschernobyl-Unfall: Zahlen zu Todesfällen und Krebserkrankungen sind noch immer umstritten – Ärzte im Kinderkrebs-Krankenhaus in Minsk, Weißrussland, und im Vilner Krankenhaus für Strahlenschutz im Osten der Ukraine haben keinen Zweifel, dass die ungewöhnlich hohen Krebsraten, Mutationen und Blutkrankheiten mit dem Tschernobyl-Unfall ... zusammenhängen. ... Die UN-Behörde Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Atomenergie Agentur (IAEA) behaupten, dass nur 56 Menschen in direktem Zusammenhang mit der Radioaktivität in Tschernobyl gestorben sind und möglicherweise 4000 insgesamt daran sterben werden. Sie sagen weiter, dass seit der Katastrophe nur einige wenige Kinder an Krebs gestorben sind und dass die meisten Krankheiten, die für gewöhnlich mit Tschernobyl verknüpft werden, psychologischem Stress, einer Radiophobie, Armut oder ungesundem Lebensstil geschuldet sind. Andere renommierte Wissenschaftler, die die am höchsten verseuchten Gegenden in Russland, Weißrussland und der Ukraine untersuchen, sind dagegen davon nicht überzeugt. Die Internationale Agentur für Krebsforschung, eine andere UN-Behörde, prognostiziert 16.000 Todesfälle durch Tschernobyl; einer Einschätzung der russischen Akademie für Wissenschaften zufolge gibt es bereits 60.000 Todesfälle in Russland und geschätzte 140.000 Fälle in der Ukraine und Weißrussland. Inzwischen rechnet die Weißrussische Akademie der Wissenschaften mit 93.000 Todesfällen bisher und 270.000 Krebsfällen, und die Ukrainische Kommission für Strahlenschutz schätzt 500.000 Todesfälle bis heute. Diese Ungereimtheiten bei den Zahlen liegen daran, dass es keine umfassenden zusammenfassenden Studien über gesundheitliche Konsequenzen des Unfalls gibt. ... Die Schwierigkeiten beim Tschernobyl-Unfall lagen darin, vertrauenswürdige Daten aus den Gebieten, die nach dem Unfall im Behörden-Chaos geblieben sind, zu bekommen. Hunderttausende Menschen sind evakuiert worden aus den belasteten Gebieten und durch den Zusammenbruch der Sowjetunion gingen die Berichte verloren. ... (Übersetzung a.d. Englischen)

26.4.10ZEIT online

Ein Stahl-Sarkophag für Tschernobyl – ... Seit Jahren gibt es Pläne für eine gigantische Schutzhülle, die über den Unglücksreaktor geschoben werden soll. ... Es soll nicht weniger als das größte, bewegliche Gebäude der Welt werden – zudem noch auf radioaktiv verseuchtem Areal errichtet. Statt im Jahr 2007 wird die neue Schutzhülle nun wohl erst 2013 fertiggestellt. Und die Kosten werden sich bis dahin wohl verdoppelt haben. Vor zwei Jahren konnten Ingenieure den brüchigen, einsturzgefährdeten Sarkophag stabilisieren. Die Westwand hatte sich bis dahin um etwa 50 Zentimeter geneigt und drohte zu kollabieren. Nun wird sie von riesigen Metalltürmen zusammengehalten. Auch das Dach wurde abgedichtet, damit weniger Regenwasser eintritt. ... Zurzeit würden die Arbeiter die Fundamente für die Stahlkonstruktion vorbereiten, ... Die Stahlhalle soll etwas entfernt vom zerstörten Reaktor 4 montiert und später auf Schienen über den Block geschoben werden. ... Der Schutzbogen soll rund 110 Meter hoch und 260 Meter breit werden. Allein die Bogenwände sollen etwa zwölf Meter dick werden. Rund 100 Jahre soll die Stahlhülle halten. ... Doch nicht nur für die Ingenieure ist die Schutzhülle eine Herausforderung. Gleiches gilt für die Finanziers. Seit 13 Jahren (verantwortet) Vince Novak ... als Direktor für nukleare Sicherheit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in London den Tschernobylfonds, in den Regierungen einzahlen. Aus ihm werden mehr als 150 Projekte in Tschernobyl finanziert, vom Bau des Schutzbogens über den Aufbau von Messsystemen bis zu Abfallentsorgungsanlangen. Etwa 20 Länder beteiligen sich an der Finanzierung – den größten Anteil stemmen die USA und die Europäische Union. ... 800 Millionen Euro hat Novak bislang von Regierungen erhalten, ... „Wir kalkulieren inzwischen mit Kosten von mehr als einer Milliarde Euro“, sagt er. . ... Mancher Experte spricht sogar von 1,6 Milliarden Euro.

12.8.10Süddeutsche Zeitung

Flammen erreichen verstrahlte Wälder – ... Am Mittwoch hat erstmals eine staatliche russische Behörde zugegeben, dass die Brände in der Gegend Brjansk radioaktiven Staub von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl aufgewirbelt haben. Allein im verstrahlten Gebiet um die westrussische Stadt Brjansk seien insgesamt 28 Brände auf 269 Hektar beobachtet worden, berichtete die Waldschutzbehörde ... Damit widersprach sie dem Katastrophenschutzministerium, das alle Brände um Brjansk dementiert hatte, ebenso wie Russlands oberstem Gesundheitsschützer Gennadij Onischtschenko, der vor Panikmache gewarnt hatte. „Es gibt Karten der Verschmutzungen und Karten der Brände. Jeder kann eine über die andere legen. Wie kann man diese Informationen leugnen“, so die Waldschutzbehörde. ... Während russische Wissenschaftler davor warnten, dass eine radioaktive Wolke bei ungünstigen Wetterbedingungen bis Moskau und sogar bis Osteuropa getrieben werden könnte, dementierte das Katastrophenschutzministerium jede erhöhte Verschmutzung in Brjansk. Ein Institut des Ministeriums versicherte, weder hier noch im Kreis Kaluga oder Twer habe man eine erhöhte Radioaktivität gemessen. Unterdessen reagieren die Blogger im Internet zusehends ungehalten auf das inszenierte Krisenmanagement der politischen Führung...

3.8.10Pressemitteilung des UIM

Unabhängige Überwachung gewährleistet – Die Brände in Russland wirbeln viel Staub auf, immer mehr auch radioaktiven. Viele Bürgerinnen und Bürger sind deshalb besorgt und befürchten eine radioaktive Verseuchung, wie wir sie nach der Tschernobyl-Katastrophe vor allem in Südbayern erlebt haben. Das Umweltinstitut München e.V. überwacht als unabhängiger Verein die Münchner Außenluft auf Radioaktivität und informiert unverzüglich, sobald ein Anstieg erkennbar ist. ... „Eine ähnliche Situation, wie wir sie nach der Tschernobyl-Katastrophe hier in Südbayern erlebt haben, ist derzeit nicht zu erwarten ... In Tschernobyl sind die radioaktiven Substanzen durch die Explosion des Reaktors erstens in einer großen Menge und zweitens in große Höhen geschleudert worden, in diese Höhen können Stäube und Partikel durch Brände nicht gelangen“, so Karin Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut München. Die radioaktiven Stäube würden sich vielmehr in der näheren Umgebung der Feuer ausbreiten, was für die Helferinnen und Helfer vor Ort sowie für die dortige Bevölkerung durchaus gefährlich sei. ... umweltinstitut.org/pressemitteilungen/2010/2010_08_13-776.html

20.8.10tz

Binnen weniger Tage sind im idyllischen Waging am See der bayerische Grünen-Politiker Sepp Daxenberger ... und seine Ehefrau Gertraud ... verstorben. Beide litten an Krebs, und beide glaubten, dass ihre Erkrankungen auf den GAU im Kernkraftwerk Tschernobyl und die anschließenden Niederschläge zurückzuführen seien. Biobauer Daxenberger hatte gesagt: „Das ist mein Verdacht, beweisen kann ich es nicht.“ Beweisen kann das niemand – aber das tragische Schicksal der Waginger Familie bringt das Geschehen vom 26. April 1986 zurück ins kollektive Bewusstsein. Die Panik nach der Katastrophe in der Ukraine, die hektischen Messungen mit Geigerzählern, den Austausch von Sand, die Furcht vor Regen. Teile Bayerns waren zweifellos extrem betroffen. ...

12.11.10 WISE, Nuclear Monitor 719/720

Tschernobyl: Der Sarkophag und die neue Schutzhülle – Der direkt nach der Katastrophe hastig errichtete Sarkophag droht auseinander zu brechen und tödliche Dosen von radioaktiver Strahlung freizusetzen. ... 1988 erklärten Sowjetische Wissenschaftler, dass der Sarkophag nur für eine Zeit von etwa 20 bis 30 Jahren ausgelegt war. Löcher und Risse ziehen sich über eine Fläche von 100 qm, einige von ihnen sind so groß, dass ein Auto durchfahren könnte. Diese Brüche verschlimmern sich durch die große Hitze im Innern des Reaktors, die immer noch über 200 °C beträgt. ... Nur 3 % des radioaktiven Inventars wurden 1986 freigesetzt, verblieben sind etwa 216 Tonnen Uran und Plutonium, die im Innern des Reaktors begraben sind. ... Im Sarkophag liegen 740.000 m3 hochverstrahlte Trümmer, zehn Mal mehr als bislang angenommen. Eingeschlossen sind 30 Tonnen hoch belasteter Staub, 16 Tonnen Uran und Plutonium und 200 Tonnen radioaktive Lava. ... (Übersetzung aus dem Englischen)

17.12.10WISE, Nuclear Monitor 721

Neue Studie zu Tschernobyl-Folgen – … Seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986 sind nach konservativer Schätzung 9000 Menschen erkrankt oder gestorben, infolge von strahleninduzierten Krebserkrankungen. ... Der Tschernobyl-Fallout hat sich in jedem Land der nördlichen Hemisphäre gefunden. 25 Jahre nach dem Unfall können Schafe aus Wales, UK, nicht verkauft werden, weil die Weiden noch immer mit radioaktivem Cäsium-137 kontaminiert sind. Innerhalb von fünf Jahren seit der Katastrophe haben 750.000 Sowjetische Bürgerinnen und Bürger bei der unmöglichen Aufgabe, nämlich den Aufräumarbeiten in Tschernobyl, geholfen. ... Dazu kommen mehrere Millionen Menschen, die in der Umgebung oder in der Windfahne des zerstörten Reaktors lebten, die unter den schlimmsten Gesundheitsbeeinträchtigungen leiden, wie immer mehr Krebsfälle, Herzkrankheiten, Grauer Star, kranke oder missgebildete Neugeborene, psychologische Probleme und ein angeschlagenes Immunsystem. ... Tatsächlich haben die Internationale Atomenergie Behörde IAEA und die Weltgesundheitsorganisation WHO eine schriftlich fixierte Vereinbarung, dass Studien zu strahlenbiologischen Auswirkungen von der WHO zurückgehalten werden bis die IAEA die Erlaubnis zur Veröffentlichung gibt. ... Gesundheitliche Auswirkungen aufgrund radioaktiver Strahlung starteten unverzüglich nach den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki 1945. In den folgenden vier Jahren, als 100.000 betroffene Überlebende starben, wurden von den US-Behörden alle medizinischen Studien verboten. Der Tschernobyl-Unfall 1986 ... hat ein ähnliches Muster: Sowjetischen Ärzten wurde verboten, radioaktive Strahlung in den Krankenberichten von Tschernobyl-Patienten zu erwähnen. Stattdessen wurden Gesundheitsprobleme dem Rauchen, Erschöpfungszuständen, Ernährungsgewohnheiten, dem Lebensstil oder einer irrationalen Angst vor Strahlung zugerechnet. ... Seit Tschernobyl haben russische, ukrainische und weißrussische Forscher tausende von Gesundheitsstudien der Überlebenden erstellt. ... Im Dezember 2009 schließlich veröffentlichten führende russische Wissenschaftler eine englische Zusammenfassung von mehr als 5000 Studien. ... Einige Ergebnisse:

  1. Obwohl die Hälfte der in Tschernobyl freigesetzten Radioaktivität außerhalb von Weißrussland, der Ukraine und dem europäischen Teil Russlands niedergegangen ist, sind diese Regionen in keiner Studie berücksichtigt worden.

  2. Die Liste der Gesundheitsschäden ist länger als in westlichen Studien. Als Beispiele sind genannt: strahlen-bedingtes Altern, Hirnschäden bei strahlenexponierten Personen und ihrer Kinder, grauer Star schon bei Jugendlichen, Gebiss- und Mundanomalien, Blut-, Herz-, Lungen-, Magen-, Darm- und Harnprobleme, Knochen- und Hautkrankheiten, Drüsen-Probleme, besonders Schilddrüsen-Krebs und -Disfunktion. Genetische und Geburts-Defekte wurden ebenfalls gefunden, besonders bei Kindern der Liquidatoren und bei Neugeborenen in Gegenden mit hoher radioaktiver Belastung. Störungen des Immunsystems verursachen vermehrt virale, bakterielle und parasitische Infektionen.

  3. Von den geschätzten 750.000 Liquidatoren sind etwa 117.000 bis 2005 gestorben. Die meisten von ihnen waren zum Zeitpunkt der Katastrophe gesunde, junge Menschen.

  4. Offizielle Quellen sagen voraus, dass 70 Jahre nach dem Unfall etwa 18.500 Menschen an Krebs sterben und noch einmal so viele werden daran erkranken. Unabhängige Wissenschaftler sagen, dass die Zahl 18.500 mit einem Faktor von 21 multipliziert werden muss: die Rate der Krebstodesfälle wird bei 230.000 in Europa plus 19.000 außerhalb Europas liegen und die Umweltverseuchung wird neue Krebsfälle für hunderte von Jahren zur Folge haben.

  5. Die Studie „Chernobyl: Consequences of the Catastrophe for People and the Environment“ wurde im Dezember 2009 von der New York Academy of Sciences (NYAS) veröffentlicht. (Übersetzung aus dem Englischen)