Kann Wärmedämmung 'Wandatmung' behindern? Der Luft- und Feuchtigkeitsaustausch durch eine normale Außenwand (massives Mauerwerk, beidseitig verputzt) ist gegenüber dem üblichen Luftaustausch durch übliche Undichtigkeiten der Gebäudeöffnungen bzw. gegenüber der gebotenen Fensterlüftung vernachlässigbar gering: Normales Mauerwerk ‚atmet‘ überhaupt nicht. Eine gewisse Pufferwirkung für Feuchtigkeit besitzt nur die Innenputzschicht; dies spielt jedoch für die Luftfeuchtigkeit der Innenräume kaum eine Rolle.
Führt Wärmedämmung der Außenwände zu Feuchtigkeit und Schimmel? Im Gegenteil. Häufige Ursache für Schimmel in Wohnräumen ist fehlende oder zu schwache Wärmedämmung in Verbindung mit dem Feuchtegehalt der Raumluft. Der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf schlägt sich an kalten Stellen der Außenwand als Tauwasser nieder und bietet damit eine Grundvoraussetzung für Schimmelbildung. Besonders gefährdet sind Raumecken und durch Mobilar verstellte Außenwände. Wärmedämmung der Außenwände sorgt für warme Wandflächen und verhindert Feuchtigkeitsansammlungen.
Begünstigt der Einbau neuer Fenster Schimmelbildung? Nach dem Einbau neuer Fenster sind manchmal Schadensfälle in Form von Feuchtigkeit und Schimmelbildung in Fensternischen aufgetreten. Diese Probleme sind immer auf die höhere Dichtigkeit, niemals auf bessere Scheiben zurückzuführen. Die Erklärung für Tauwasserbildung ist nicht der niedrigere Wärmedurchgangswert der neuen Fenster sondern der in der Folge geringere Luftaustausch. Bei alten undichten Fenstern und normalem, nicht wärmegedämmtem Mauerwerk verhindert die ständige Zugluft Schimmelbildung in Fensternischen. Werden dichtere Fenster eingebaut, so muss häufiger gelüftet werden. Erfolgt die Erneuerung der Fenster gleichzeitig mit Wärmedämmmaßnahmen an den Außenwänden, kann sich an den Außenwänden raumseitig keine Feuchtigkeit mehr niederschlagen und somit auch kein Schimmel bilden.
Ist Wärmedämmmaterial aus Glasfasern oder Mineralfasern gesundheitsschädlich? Seit etwa 1980 sind Faserstäube dieser Stoffe in die Diskussion geraten, ein krebserregendes Potenzial zu besitzen. Neues Material ist als sicher zu betrachten, wenn es einen Kanzerogenitätsindex KI größer 40 besitzt (vor allem bei Glasfaser heute allgemein üblich). Diese Kennzahl beschreibt die Verweildauer eingeatmeter kleinster Fasern im Körper. Wichtig bei der Beurteilung der Gefährlichkeit älteren Materials ist vor allem die Einbausituation: Faserdämmstoffe werden vornehmlich im Außenwandbereich und Dachausbau eingesetzt. Beim fachgerechten Dachausbau mit diffusionsdichter Trennung verhindern Sperrfolie und Innenausbauplatten das Eindringen von Faserstäuben, eine Außenwanddämmschicht befindet sich ohnehin nicht in Kontakt mit dem Innenraum.