Gentechnik-Anbau in Deutschland 2008
Stand: 7. Oktober 2008 (vorläufiger Endstand)
| Genmais-Anbau (7.10.08) |
Hektar |
Standorte |
| Deutschland, noch beantragt |
3.171,2 |
200
|
|
bereits zurückgezogen |
1.406,1 |
104
|
| Bayern, noch beantragt |
9,9 |
16
|
|
bereits zurückgezogen |
113,4 |
33
|
Wo wächst der Gen-Mais?
In Deutschland werden auch in diesem Jahr gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Die Verteilung der Anbauflächen zwischen alten und neuen Bundesländern ist dabei, wie in den vergangenen Jahren, äußerst ungleich. Während Bauern in den alten Bundesländern, mit Ausnahme Bayerns, lediglich auf wenigen Hektar Gen-Mais anbauen wollen, steigt die Anbaufläche für genmanipulierten Mais in den neuen Ländern auch 2008 weiter an.
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Gemeldete Anbaufläche für Gen-Mais in Deutschland 2008
(Stand 7.10.2008) |
|
Bundesland |
ha |
Standorte |
| Schleswig-Holstein |
0,0 |
2 |
| Rheinland-Pfalz |
0,7 |
2 |
| Niedersachsen |
14,1 |
10 |
| Baden-Württemberg |
3,4 |
3 |
| Thüringen |
4,1 |
5 |
| Bayern |
9,9 |
16 |
| Sachsen-Anhalt |
196,2 |
22 |
| Mecklenburg-Vorpommern |
745,6 |
29
|
| Sachsen |
952,6 |
58 |
| Brandenburg |
1.244,5 |
53 |
| Gesamtfläche Bt-Mais |
3.171,2 |
200 |
| Neue Bundesländer |
3.143,0 |
167
|
| Alte Bundesländer |
28,2 |
33 |
|
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Was wird angebaut?
In Deutschland (und Europa) darf derzeit nur eine einzige genmanipulierte Pflanzenlinie kommerziell angebaut werden: der MON810 des US-Gentechnikkonzerns Monsanto, ein so genannter Bt-Mais. Dieser wurde mit Erbmaterial aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) gentechnisch so aufgerüstet, dass er einen vor allem für Schmetterlinge giftigen Stoff produziert. Damit soll der Maiszünsler bekämpft werden, ein Schadinsekt, das in Maismonokulturen auftritt. MON810 ist aufgrund von negativen Auswirkungen auf Umwelt heftig umstritten. Schäden wurden unter anderem bei verschiedenen Schmetterlingsarten, Trauermückenlarven, Nematoden oder Regenwürmern festgestellt. In zahlreichen Ländern der EU ist MON810 daher verboten, unter anderem in Österreich, Ungarn und Griechenland. Auch in Frankreich ist der Anbau seit Anfang 2008 aufgrund "ernster Zweifel" an der Sicherheit nicht mehr erlaubt.
Neben dem kommerziellen Anbau von Bt-Mais werden auch in diesem Jahr transgene Pflanzen zu Forschungszwecken angebaut. 2007 wuchsen solche Pflanzen auf knapp 70 Hektar (81 Äckern) im gesamten Bundesgebiet.
2008 hat sich sowohl die Zahl der Freisetzungsversuche als auch deren Fläche deutlich reduziert. Aktuell sind im amtlichen Standortregister noch 38 Freisetzungsflächen mit einer Gesamtgröße von 36 Hektar angemeldet. Die meisten Versuche führen auch im laufenden Jahr große Agro-Konzerne wie Monsanto (12 Flächen), BASF (12) und Pioneer (5) durch. Durchgeführt werden Versuche mit Gen-Mais (18 Flächen), Gen-Kartoffeln (13), Zuckerrüben (6) und ein Versuch mit Gen-Weizen. Erprobt werden schwerpunktmäßig Gen-Pflanzen mit verändertem Stärkegehalt, mit eingebauter Herbizidtoleranz bzw. den gekoppelten Eigenschaften Herbizidtoleranz/Insektengiftigkeit.
Wie erfolgreich wird der Protest?
Interessant verspricht erneut die Frage zu werden, wie viel Druck Verbraucher und Bauern auf potentielle Gentechnik-Anbauer ausüben können, damit diese ihre Anbaupläne aufgeben. In den vergangenen Jahren war Protest vor Ort oftmals erfolgreich: 2007 war die tatsächliche Anbaufläche von Bt-Mais um rund 1000 Hektar geringer als ursprünglich angemeldet.
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Anbau von Bt-Mais |
Fläche in ha |
Ursprünglich gemeldet |
|
2005 |
342 |
1.087 |
|
2006 |
945 |
2.004 |
|
2007 |
2.684 |
3.623 |
Engagierte Verbraucherinnen und Verbraucher können sich im Internet darüber informieren, ob Gentechnik-Felder in ihrer Nähe angemeldet sind. Die genaue Lage einzelner Flächen erfahren Sie im amtlichen Standortregister durch Anklicken der entsprechenden Flächennummer.
Eine Analyse des Anbaus transgener Pflanzen in Deutschland 2007 finden Sie hier.
Einen ausführlichen Hintergrundbericht zum Gentechnikanbau bis 2007 finden Sie hier.
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