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Gentechnik

Gentechnik in Lebensmitteln

Barbara Dudzińska, Fotolia, Fleisch, Teller, Essen, Lebensmittel

© Barbara Dudzińska / fotolia.com

In Europa sind bislang nur einige wenige transgene Mais-, Soja- und Rapslinien zugelassen. Ein Anbau findet jedoch so gut wie nicht statt. Daher werden Gentech-Pflanzen als Futtermittel hauptsächlich aus den USA und Argentinien importiert.

Bei Lebensmitteln mit soja- oder maishaltigen Zutaten besteht theoretisch die Möglichkeit, auf gekennzeichnete Produkte wie etwa Öle, Granulate oder Lecithin zu stoßen. Weil europäische Verbraucher aber keine Gentechnik in Lebensmitteln wollen, sind solche Produkte im Handel de facto nicht zu finden. Auch transgene Obst-, Gemüse- oder Getreidesorten wie Tomaten, Äpfel, Reis oder Kartoffeln sind nicht auf dem Markt.

Lebensmittel sind nach einer seit 2004 gültigen EU-Verordnung kennzeichnungspflichtig, wenn sie pro Inhaltsstoff „zufällige oder technisch unvermeidbare“ GVO-Spuren von mehr als 0,9 Prozent enthalten. Werden GVO bewusst eingesetzt, muss grundsätzlich gekennzeichnet werden.

Die Zutatenliste muss dann den Hinweis enthalten:

  • „Enthält genetisch veränderte Organismen“ oder
  • „Hergestellt aus genetisch verändertem ...“
Kennzeichnung mit großen Lücken

Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier von Tieren, die mit genmanipulierten Pflanzen gefüttert wurden, müssen in der EU nicht gekennzeichnet werden. Diese bewusste Gesetzeslücke sichert der Gentechnikindustrie derzeit den jährlichen Import von rund 37 Millionen Tonnen zumeist genmanipulierter Sojabohnen oder von Sojaschrot in die EU. Über 80 Prozent davon landen im Futtertrog. Erst eine verpflichtende Kennzeichnung dieser tierischen Produkte würde den Kunden ermöglichen, solche GVO-Lebensmittel zu erkennen.

Mit der neuen Gesetzgebung ist Bienenhonig zum tierischen Lebensmittel erklärt worden und unterliegt somit nicht der Kennzeichnungspflicht. Schon heute lässt sich Gentechnik auch in deutschem Honig nachweisen. Dies stellt eine weitere Verunsicherung der Verbraucher dar.

Tierische Produkte können zwar freiwillig als gentechnikfrei gekennzeichnet werden, wenn die Tiere den größten Teil ihres Lebens kein Gen-Futter bekommen haben und auf transgene Zusatzstoffe verzichtet wird. Doch erst eine verpflichtende Kennzeichnung dieser tierischen Produkte würde den Kunden ermöglichen, genmanipulierte Lebensmittel zu erkennen – somit haben Verbraucher haben keine Wahlfreiheit. Eine Alternative bietet der Ökolandbau, denn hier dürfen keine gentechnisch manipulierten Organismen eingesetzt werden. Bio-Siegel garantieren neben der Gentechnikfreiheit auch eine artgerechte Tierhaltung.

Ebenfalls nicht gekennzeichnet werden Zusatzstoffe wie Aromen, Geschmacksverstärker, Vitamine und Enzyme, die „mithilfe“ transgener Mikroorganismen hergestellt wurden.

Das wird bereits gekennzeichnet

Erstens: Lebensmittel, die selbst ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) sind, z.B. Mais, Tomaten, Sojabohnen oder auch Schweine.

Zweitens: Lebensmittel, die aus einem GVO hergestellt wurden – auch wenn das im Endprodukt nicht nachweisbar ist, z.B. Öl aus genmanipuliertem Soja oder Stärke aus transgenem Mais.

Drittens: Lebensmittel, die ein oder mehrere GVOs enthalten, wie z.B. Joghurt mit genmanipulierten Bakterien oder Weizenbier mit genmanipulierten Hefen.

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