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Newsletter des Umweltinstitut München e.V.
Montag, der 1. Oktober 2012

Streit um Gesundheitsgefahren durch Gen-Mais

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstitut München,

Mais transgenin der vergangenen Woche präsentierte der französische Wissenschaftler Professor Gilles-Eric Séralini seine neueste Studie. Zwei Jahre lang hatte er Ratten mit dem Roundup-resistenten Gen-Mais NK603 von Monsanto gefüttert. Dieser Mais darf in Europa als Lebens- und Futtermittel verwendet werden. Das Ergebnis: Die Tiere starben deutlich früher, die Weibchen bekamen Brustkrebs und die männlichen Tiere Leberschäden. Seither herrscht allseits helle Aufregung, wie auch schon bei früheren Veröffentlichungen Industrie-unabhängiger Studien. Monsanto und einige Wissenschaftler kritisieren die Studie und setzen ihre Autoren unter Druck. Doch Hauptautor der Studie, Gilles-Eric Séralini von der Universität Caen, weist die Kritik im Gespräch mit der taz zurück.

Gentechnikkritiker finden ihre Befürchtungen bestätigt, dass sie einem unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt sind. Seit langem warnen auch wir vor den gesundheitlichen Risiken von Gen-Pflanzen und Roundup und fordern ein Importverbot von genmanipulierten Futtermitteln. Russland hat als erstes Land den Import des getesteten Maises verboten, andere Länder wollen nachziehen. Und unsere zuständige Ministerin Ilse Aigner dagegen  wartet ab.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wollen den Fall prüfen. Doch seit Langem stehen beiden Behörden wegen ihrer besonderen Nähe zur Industrie in der Kritik. So werden bei der Zulassung von Gen-Pflanzen bislang ausschließlich Untersuchungen der Hersteller berücksichtigt. Können Verbraucher auf deren Beurteilung vertrauen? Oder geht es bei der Beurteilung von Gen-Pflanzen eher um Macht und Geld? Diese und weitere Fragen diskutieren wir am 18. Oktober im Rahmen des Münchner Klimaherbst 2012 mit Filmemacher Bertram Verhaag und dem Wissenschaftler Dr. Christoph Then.



Europas AKWs fallen beim Stresstest durch
Gestern drangen die ersten Berichte zum Stresstest der europäischen AKWs in die Öffentlichkeit. Ohne Details zu wissen, kann man sagen, dass die Situation offensichtlich schlimmer ist, als angenommen. In einigen Staaten sind selbst die vor 25 Jahren aufgrund der Atkomkatastrophe von Tschernobyl beschlossenen Verbesserungen der Sicherheit noch nicht umgesetzt. Viele der Mängel sind wahrscheinlich überhaupt nicht zu beheben. Wir sollten in den Ausstieg investieren und der Atomkraft nicht noch gutes Geld für eine fragwürdige Sanierung hinterherwerfen. Europa muss jetzt abschalten! Berichte z.B. in der Welt und Frankfurter Rundschau.



AKW TemelinDiskussionen in Temelín
Das Umweltinstitut München hatte Gelegenheit, an einer Infofahrt zum tschechischen AKW Temelín teilzunehmen. Nach einer streng überwachten Führung konnte die Besuchergruppe mit dem Direktor des AKWs, Milos Štěpanovský, und der obersten tschechischen Nuklear-Sicherheitsbeauftragten Dana Drábová diskutieren. Dabei standen im Vordergrund die seit Jahren in der Kritik stehende Schweißnaht und eine geheimnisvolle Dokumentation dazu, die von den Behörden partout nicht veröffentlicht wird. Viermal sind Klagen von Greenpeace dazu von tschechischen Gerichten abgewiesen worden. Es besteht der Verdacht, dass ein zentrales Rohr im Kühlkreislauf zunächst um 180 Grad falsch angebracht, danach abgeschnitten und mangelhaft neu angeschweißt wurde. Nachhaltig wurde noch einmal die Herausgabe der ominösen Akte eingefordert, die vermutlich einiges Brisante dazu enthält.

Am zweiten Tag trafen sich NGOs und andere Interessierte aus Tschechien, Österreich und Deutschland zu einem Hearing. Neben der Schweißnaht wurde zu den EU-Stress-Tests referiert, ebenso zum tschechischen Energieprogramm und den Plänen, Temelín um zwei weitere Blöcke auszubauen. Tief blicken ließ der ehemalige tschechische Umweltminister Martin Bursík, der von der Korruptheit des tschechischen Energiesystems berichtete. Dr. Alfred Körblein, pensionierter Mitarbeiter des Umweltinstitut München, bekam die Gelegenheit über die KiKK-Studie und die erhöhte Leukämierate von Kindern im Nahbereich von Atomkraftwerken zu referieren. Christina Hacker berichtete über geplante Hermesbürgschaften der deutschen Bundesregierung zu verschiedenen Atomprojekten im Ausland, die u.a. auch für Temelín in Aussicht gestellt wurden.

Besonders spannend ist hier, wie sich die CSU verhalten wird:

  • da sie einerseits als Koalitionspartner der Regierung die Entscheidung für eine Exportgarantie mittragen würde,
  • andererseits sich im Umweltverträglichkeitsverfahren zum Ausbau von Temelín eindeutig ablehnend positioniert hat.

Wir werden Sie über die Stimmungsschwankungen in der CSU auf dem Laufenden halten. Weitere Infos: www.klimaretter.info/



Gen-Weizen-AkAktion: Genweizen - Nein danke!tion erfolgreich gestartet
Danke an alle, die sich bereits an unserer Aktion beteiligt und eine Einwendung an das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit geschickt haben. Da bei einigen TeilnehmerInnen Fragen zur Einwendung aufgekommen sind, erklären wir die wesentlichen „ Spielregeln“  auf unserer Aktionsseite.
Schalter zur Aktion





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Harald Nestler
Vorstand



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Münchner Klimaherbst 2012 vom 10.10. bis 26.10.

Fachgespräch Pflanzenöl:
"Regionale" Pflanzenölwirtschaft kontra "regionale" Lebensmittelversorgung

18.10., 9-11 Uhr, Bauzentrum München, Willy-Brandt-Allee 10, München
Energieeinsparung hat höchste Priorität. Auch beim Einsatz von Pflanzenöl kann unser sorgloser Energieverbrauch nicht fortgeführt werden. Besonders die Landwirtschaft kann ohne das Hilfsmittel „Motor“ jedoch nicht auskommen. Wann ist Pflanzenöl-Einsatz sinnvoll? Die Frage „Teller oder Tank?“ bleibt heftig umstritten. Antje Wagner, Referentin für Klima und Energie im Umweltinstitut München diskutiert mit weiteren Fachleuten auf dem Podium. Veranstalter & Anmeldung: Bauzentrum der Landeshauptstadt München
Tel. 089/54 63 66-0; bauzentrum.rgu@muenchen.de

Die gekaufte Wahrheit
Wissenschaft im Dienste der Gen-Industrie (Filmvorführung mit Diskussion)
18.10., 19-21 Uhr, münchner zukunftssalon, Waltherstr. 29 Rgb., München Gen-Pflanzen – die neue landwirtschaftliche Revolution oder das Ende der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten? Manipulierte Industriestudien wiegen die Verbraucher in falscher Sicherheit, während kritische Forschung verhindert wird. Wer entscheidet über Wahrheit? Können wir tatsächlich noch von wissenschaftlicher Unabhängigkeit sprechen? Wie nimmt die Gen-Industrie Einfluss auf Politik und Gesetzgebung? Und was bedeutet das für die Zukunft unserer Ernährung?

Brisante Fragen wie diese beantworten Anja Sobczak, Referentin für Gentechnik beim Umweltinstitut München e.V., Bertram Verhaag, Dokumentarfilmer, DENKmal-Film GmbH, und Dr. Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech e.V.. Danach erwartet Sie der Film „Die gekaufte Wahrheit“ Bertram Verhaag mit anschließender Diskussion.
Veranstalter & Anmeldung: Umweltinstitut München e.V., Tel. 089/30 77 49-0 oder info@umweltinstitut.org

Ökolandbau erleben und verstehen
20.10., 10.30-15 Uhr, Obergrashof, Obergrashof 1, 85221 Dachau
Der Ökolandbau steht als Sinnbild für nachhaltiges Wirtschaften. Schnelle Gewinne auf Kosten von Tieren, Umwelt und nachfolgenden Generationen sind hier tabu. Auf einer Führung über den Obergrashof bei Dachau erleben Erwachsene und Kinder, wie ökologische Landwirtschaft funktioniert. Nach einer Brotzeit mit hofeigenen Produkten erfahren die Besucher bei dem Vortrag „Von grünen Wiesen und glücklichen Kühen“ mehr über die Nebenwirkungen unseres extremen Fleischkonsums. Durch den Tag führen Peter Stinshoff, Geschäftsführer und Gärtner auf dem Obergrashof, Verena Schmitt, Referentin für Ökolandbau und Ernährung im Umweltinstitut München e. V. und Annette Wächter vom NORD SÜD FORUM München e. V.

Veranstalter & Anmeldung: Umweltinstitut München e.V. und NORD SÜD FORUM München e. V.,  Tel. 089/30 77 49 24  oder vs@umweltinstitut.org

Achtung: Am Samstag fahren leider keine öffentlichen Verkehrsmittel zum Obergrashof. Bitte bei der Anmeldung angeben, ob ein Auto zur Verfügung steht und freie Plätze vorhanden sind, damit wir Fahrgemeinschaften organisieren können.


Alle Veranstaltungen im Rahmen des Münchner Klimaherbst 2012 finden Sie auf www.klimaherbst.de



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