Newsletter des Umweltinstitut München e.V.
Freitag, den 13. Januar 2012

Currywürste gegen den Welthunger

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstitut München,

die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft verköstigt auf der Grünen Woche in Berlin Currywürste für die Welthungerhilfe. Ein absurder PR-Coup der an Geschmacklosigkeit und Falschinformation kaum zu überbieten ist!

So ist doch allgemein bekannt, dass der hohe Fleischkonsum in den Industrieländern maßgeblich zum Welthunger beiträgt. Denn um 1 Kilokalorie aus tierischen Lebensmitteln zu erzeugen, werden durchschnittlich 7 pflanzliche Kilokalorien benötigt. Die pflanzlichen Kalorien, die in einer einzigen „Currywurst gegen den Welthunger“ stecken, könnten demnach einen erwachsenen Menschen einen ganzen Tag lang satt machen.

Besonders geschmacklos: Für die deutsche Massentierhaltung werden jährlich über 5 Millionen Tonnen Soja aus Südamerika importiert. Das entspricht einer Fläche von 2,2 Millionen Hektar. Auf dieser Fläche könnte man so viele Lebensmittel ökologisch produzieren, um 12 Millionen Menschen ein Jahr lang ausgewogen zu ernähren.

Wer also wirklich etwas gegen den Welthunger tun möchte, sollte WENIGER Fleisch essen. Konventionelle Currywürste aus Massentierhaltung befeuern den Welthunger hingegen zusätzlich.

Auf nach Berlin!
Am 21. Januar 2012 findet die große „Wir haben es satt“ – Demo in Berlin statt. Das Umweltinstitut München e. V. ist mit einem eigenen Infostand dabei und sagt NEIN zu Massentierhaltung, Gentechnik und Pflanzengiften.
Setzen auch Sie ein Zeichen und demonstrieren Sie für eine regionale, faire und ökologische Landwirtschaft!


Pestizide: Zusatzstoffe verboten - Roundup weiter erlaubtPestizidausbringung
Auf anhaltende Kritik des Umweltinstitut München und anderen NGOs hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nun sechs Zusatzstoffe von Pestiziden verboten.
Es handelt sich dabei um POE-Tallowamine, die Pestiziden beigemischt werden, damit sie besser an der Pflanze haften bzw. in sie eindringen können. POE-Tallowamine sind wesentlich giftiger als das Pestizid selbst und erhöhen die Giftigkeit eines Pestizids zusätzlich. Zudem sind die Zusatzstoffe allein und in Kombination mit Pestiziden besonders gesundheitsschädlich.

Aktion Roundup verbieten!Doch das Verbot der Zusatzstoffe ist nichts weiter als eine dreiste Augenwischerei des BVL: Obwohl die Behörde davon ausgeht, dass die Substanzen nicht sicher für Mensch und Umwelt sind, werden fertige Produkte, die die POE-Tallowamine enthalten - wie Roundup von Monsanto – nicht verboten!

Ein Skandal, der einmal mehr beweist, dass das Verbraucherschutzministerium die Interessen der Agrar-Lobby über den Schutz der Bürgerinnen und Bürger stellt.

Das lassen wir uns nicht gefallen! Unterstützen Sie unsere Aktion und fordern Sie Ministerin Ilse Aigner auf, das Pflanzengift Roundup endgültig zu verbieten!


Auch Bundesregierung kritisiert polnisches Atomprogramm
Aktion Atomprogramm in Polen verhindern!Wir freuen uns, dass unsere Kampagne in Bezug auf ein Tätigwerden der Bundesregierung Erfolg hatte. Zum Ende der Abgabefrist hat die Bundesregierung im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung (SUP) eine ablehnende Stellungnahme zum polnischen Atomenergieprogramm abgegeben. Darin kritisiert sie unter anderem, dass die Unterlagen nicht vollständig in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt wurden, wodurch eine umfassende Bewertung gar nicht möglich war. Zudem weist die Bundesregierung darauf hin, dass die mehrfache Kernschmelze in Fukushima in Deutschland eine Neuorientierung im Umgang mit der Nutzung der Atomenergie bewirkt habe. Die Bundesregierung bietet der Republik Polen an, den Erfahrungsaustausch zum Aufbau sowie Ausbau erneuerbarer Energien zu intensivieren, um die Förderung erneuerbarer Energiequellen zu unterstützen und Alternativen zur Atomenergie evaluieren zu können.

Das Umweltinstitut München begrüßt die Reaktion der Bundesregierung, sowie die kritischen Stellungnahmen der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen, die sich ebenfalls gegen die polnischen Atomenergiepläne ausgesprochen haben. Da neben dem Umweltinstitut auch andere Umweltorganisationen zu Eingaben aufgerufen hatten, sind insgesamt über 50.000 Stellungnahmen eingereicht worden, darunter 36.000 Teilnehmer bei unserer Aktion. Wir hoffen, dass die Atomkraftgegner bald überall in Europa erfolgreich sind, der Ausstieg schnellst möglich erfolgt und keine Neubauten mehr genehmigt werden.


Helfen Sie mit!
Unsere Unterstützerinnen und Unterstützer garantieren, dass wir auch in Zukunft unabhängig und kritisch arbeiten können. Wir freuen uns über Ihre Hilfe beim Kampf für erneuerbare Energien und gegen die Atomkraft. Zusammen können wir für eine nachhaltige und ökologische Stromerzeugung sorgen.
Hier können Sie schnell und unkompliziert spenden oder Fördermitglied des Umweltinstitut München e.V. werden:




Mit herzlichen Grüßen, Ihr

Harald Nestler
Vorstand

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Auftaktveranstaltung: „Wir haben es satt“ – Tour
14. Jan. 2012, 15 Uhr, München, Marienplatz
Diesen Samstag macht sich der bayerische Biolandbauer und Künstler Stephan Kreppold mit seinem Traktor und einer selbst geschweißten, drei Meter großen und vier Tonnen schweren „Wir haben es satt!“-Skulpt(o)ur auf den Weg von München nach Berlin. Auf dem Marienplatz wird es eine Kundgebung mit Kurzansprachen von Josef Schmid, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL Bayern), Rupert Ebner, Vorsitzender Slow Food Ingolstadt, Eva Heerde Hinjossa, Misereor München, Johann Leis, Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) Bayern und Marion Ruppaner, Bund Naturschutz geben. Gegen 15.30 Uhr wird Stephan Kreppold sein Kunstwerk enthüllen und erläutern. Mehr Infos

Vortrag: Gentechnik – manipuliertes Leben
17. Jan. 2012, 19 Uhr, Reformhaus Mayr, Bahnhofstr. 35, Planegg
Der Vortrag von Anja Sobczak, Referentin für Gentechnik im Umweltinstitut München, bietet Informationen zu Gentechnik bei Pflanzen von Anbau über Forschung und Freisetzungen bis zu geplanten Zulassungen. Darüber hinaus werden die Risiken für Menschen und Umwelt dargestellt. Außerdem berichtet die Expertin über Gentechnik in Lebensmitteln: Welche Produkte enthalten Gentechnik? Wie erkenne ich diese? Wie kann ich Gentechnik in Lebensmitteln vermeiden? Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Mehr Infos

Demo: Wir haben es satt!
21. Jan. 2012; Start: 11.30 Uhr, Berlin Hauptbahnhof; Abschluss: Brandenburger Tor
Die Agrarindustrie verursacht Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Megaställen. Sie verschärft Hungerkrisen, den Klimawandel und das Höfesterben. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Daher gehen am 21. Januar 2012 VerbraucherInnen, TierschützerInnen, UmweltschützerInnen, ImkerInnen, Bäuerinnen und Bauern gemeinsam auf die Straße und fordern: JA zur bäuerlich-nachhaltigen Landwirtschaft, JA zum Menschenrecht auf Nahrung und Respekt vor den Tieren in der Landwirtschaft. Mehr Infos

Podiumsdiskussion: Uranmunition – Risiko für Mensch und Umwelt
26. Jan. 2012, 19.30 Uhr, München, Gasteig (Black Box), Rosenheimer Str. 5
Seit den ersten Einsätzen von Uranmunition im Irak und in Südost-Europa warnen Wissenschaftler und Menschenrechtler davor, dass der beim Angriff entstehende Uranstaub betroffene Gebiete über Jahrzehnte verseucht und die Menschen bedroht.
Der bekannte Strahlenbiologe, Professor Edmund Lengfelder, erläutert die Risiken von Uranmunition. Experten aus Politik, Militär und Medien diskutieren über Erfahrungsberichte, Verbindungen zu Deutschland und ein Verbot dieser Waffen.
Veranstalter: Handicap International e. V. München, Umweltinstitut München, e.V., DFG-VK, Pax Christi, Münchner Friedensbündnis. Mehr Infos



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