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Newsletter des Umweltinstitut München e.V.
Freitag, den 23. März 2012

Freisetzung mit Gen-Impfstoff in den Startlöchern

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstitut München,

Aktion: Kein Gen-Impfstoff für Tiere!noch ist alles ruhig auf der geplanten Versuchsfläche auf dem Gestüt Lewitz des ehemaligen Springreiters Paul Schockemöhle. Denn bisher liegt noch keine Genehmigung zur Freisetzung des Gen-Lebend-Impfstoffs vor, der eine Lungenentzündung bei Pferden verhindern soll. Einem taz-Artikel zufolge geht man auf dem Gestüt jedoch längst davon aus, Ende nächster Woche mit dem Versuch beginnen zu können.

Die Sicherheitsbewertung durch das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist jedoch noch gar nicht abgeschlossen. Offenbar hat Schockemöhle bereits vor Prüfungsabschluss einen Tipp bekommen, mit den Vorbereitungen für die Freisetzung beginnen zu können. In dem Fall wäre die Prüfung eine reine Farce.

Dabei haben unabhängige norwegische Wissenschaftler erst kürzlich einen Bericht zur Risikoüberprüfung genmanipulierter Impfstoffe veröffentlicht. Darin kritisieren sie, dass die Auswirkungen von Gen-Impfstoffen auf die Umwelt nicht ausreichend untersucht sind und Risikoprüfungen sich überwiegend auf unerwünschte Nebenwirkungen bei den geimpften Tieren selbst beziehen.

Wir fordern deshalb das Verbot von Freisetzungsversuchen mit Gen-Lebend-Impfstoffen und eine Kennzeichnungspflicht für bereits zugelassene genmanipulierte Lebend-Impfstoffe. Werden auch Sie aktiv und senden Sie eine Protestmail!





Uran im Dünger – eine tickende Zeitbombe
 
WISO: Gefährliches Uran gelangt ins GrundwasserUran in Phosphatdünger ist kein neues Problem. Seit Jahren werden mit Mineraldünger außer Stickstoff, Phosphor und Kalium auch giftige Substanzen wie Cadmium, Blei, Arsen oder Uran auf Ackerflächen und in Kleingärten verteilt. Pro Jahr landen so etwa 100 Tonnen Uran auf deutschen Böden. Dies führt nicht nur zu einer zunehmenden toxischen und radioaktiven Belastung des Erdreichs, sondern letztlich auch zur Verseuchung unseres Grundwassers.
(Sehen Sie hierzu den ZDF-WISO-Bericht)

Heute werden bereits eine Million Menschen deutschlandweit mit Wasser versorgt, das den zulässigen Grenzwert von 10 Mikrogramm Uran pro Liter übersteigt. Und das ist erst der Anfang: Die Uranwerte im Trinkwasser werden weiter steigen, denn der Großteil  wird erst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im Grundwasser ankommen.

Wasser Technische Verfahren, um das Uran im Dünger abzutrennen, gibt es längst. Aber die Hersteller weigern sich, weil zu teuer. Als Alternative bietet sich organischer Dünger an, der zwar nicht völlig frei von Uran ist, aber deutlich weniger belastet als Mineraldünger.

Bislang gibt es weder eine Kennzeichnungspflicht noch einen Grenzwert für Uran in Dünger und Böden. Beides ist überfällig und muss gesetzlich geregelt werden. Für Trinkwasser hat Deutschland als einziges Land in der EU einen Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter festgelegt. Einerseits löblich, doch für Säuglinge und Kleinkinder ist dieser immer noch zu hoch. Auch hier muss dringend nachgebessert werden.

Informationen zu Radioaktivität im Trinkwasser und Uran im Dünger finden Sie auf unserer Internetseite.


Atom-Widerstand in Frankreich wächst
 
AKW Cattenom, Foto: wikipediaMehr als 60.000 Menschen beteiligten sich am Fukushima-Jahrestag an der Chaîne humaine, einer 230 km langen Menschenkette, die durch das Rhônetal von Avignon bis Lyon reichte. Mit einer solch großen Beteiligung hatten nicht einmal die Veranstalter gerechnet. Danke an alle Unterstützer!

Dagegen setzt die französische Regierung nach wie vor auf Atomkraft. Trotz verheerender Ergebnisse beim Stresstest vom Atomkomplex Cattenom mit seinen vier Blöcken, die zwischen 1986 und 1991 in Betrieb gingen, sollen die Meiler noch bis 2052 am Netz bleiben. Cattenom liegt nur 12 km von der saarländischen Grenze entfernt und in Erdbeben-gefährdeter Zone.

In den letzten Wochen und Monaten wurden laufend Zwischenfälle aus Cattenom gemeldet. Die französische Atomaufsicht hat einen Vorfall vom 18. Januar inzwischen auf Stufe 2 der INES-Skala hochgestuft und damit zum „Störfall“ erklärt. Mit „erheblicher Kontamination innerhalb der Anlage und unzulässig hoher Strahlenexposition beim Personal“, so die Definition der Stufe 2.

Menschenkette in Frankreich, Foto: chainehumaine.orgPräsident Sarkozy hat die Menschenkette als „lokalen Protest“ abgetan und angekündigt, dass er die Atomindustrie „beschützen“ werde. Das verwundert nur wenig. Unerklärlich ist aber die Haltung unserer Kanzlerin Angela Merkel, dass sich die Bundesregierung nicht in die Energiepolitik anderer Länder einmische und sich deshalb nicht für eine Abschaltung von Cattenom einsetzen werde.

Bei der jüngst zum polnischen Atomprogramm abgegebenen Stellungnahme der Bundesregierung konnten wir noch annehmen, dass die Gefahr der Atomwirtschaft tatsächlich erkannt ist und ernst genommen wird. Aber wenn es um Merkels Freund Sarkozy geht, rückt der Schutz der Menschen und der Umwelt dann doch schnell in den Hintergrund. Hoffentlich merkt die Kanzlerin bald, dass uns der Rhein nicht besser als die Oder vor radioaktiver Verseuchung schützt, schon gar nicht bei Westwind!



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Vorstand



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