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Erfolgreicher Online-Protest

Ölpalm-Wahnsinn ist vom Tisch

Der Widerstand hat sich gelohnt: EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die Kriterien für nachhaltigen "Biokraftstoff" vorgestellt. Zertifiziert wird demnach nicht, was aus Rohstoffen produziert wird, die von tropischen Wäldern, vor kurzem entwaldeten Flächen, entwässerten Torfmooren, Feuchtgebieten, Flächen mit großer biologischer Vielfalt oder von Wäldern stammen, die in Ölpalmplantagen umgewandelt wurden.

Mit anderen Worten: Unsere Kampagne "Ölpalm-Plantagen sind keine Wälder!" war erfolgreich. Die mehr als 28.000 Protest-Mails haben bei den EU-Kommissaren Wirkung gezeigt. Allen Unterstützern, die über unsere Homepage eine Mail verschickt haben, sei an dieser Stelle gedankt!

Trotzdem heißt es: weiter dran bleiben. Denn sehr oft verdrängen Agrospritpflanzen die Produktion von Nahrungsmitteln auf andere sensible Flächen. Wie die EU-Kommission diese so genannte indirekte Landnutzungsänderung in den Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen gedenkt, ist noch völlig unklar. Vorschläge sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Wir behalten das im Blick.



+++ Dokumentation der abgeschlossenen Aktion +++




EU Vorhaben stoppen: Ölpalm-Plantagen sind keine Wälder!




Ölpalm-Plantage nach der Nutzung
 

Weil der Protest gegen den Ölpalm-Wahnsinn immer lauter wird, plant die Europäische Union einen verheerenden Etikettenschwindel: Aus Ölpalm-Plantagen sollen kurzer Hand Wälder werden - per Definition.
Das Ökosystem Regenwald würde auf diese Weise mit öden Monokulturen gleichgesetzt, vollgepumpt mit Herbiziden und Pestiziden, auf denen außer Ölpalmen nichts mehr lebt. Durch EU-Recht legitimiert, stände der Umwandlung von Regenwäldern in solche Plantagen nichts mehr im Wege.
Die Bürokraten in Brüssel ignorieren den globalen Widerstand gegen den Agrosprit und wollen ihm ein Nachhaltigkeitsmäntelchen umhängen. Sie glauben, dass die Menschen endlich ruhigen Gewissens "Bio"-Sprit in Autos und Blockheizkraftwerke kippen, wenn sie ihre Definition von Wald durchbringen.

Ölpalm-Plantagen sind aber keine Wälder und schon gar keine nachhaltige Energie-Ressource.

Helfen Sie mit, dass diese absurde Idee der EU im Papierkorb landet. Beteiligen Sie sich an der Protestaktion, die wir zusammen mit dem Verein Rettet den Regenwald gestartet haben!


  • Ölpalm-Plantagen sind eine der Hauptursachen für die Zerstörung des Regenwaldes. Durch Brandrodung werden neue Flächen in Ländern wie Indonesien, Malaysia und Kolumbien gewonnen, auf denen danach Ölpalmen in riesigen Monokulturen wachsen und Unmengen Trinkwasser verbrauchen. Die ganzjährige Ernte der Ölpalmen ist spätestens nach 20 Jahren vorbei. Zurück bleiben degradierte Flächen.

  • Die Produktion von Palmöl ist nicht nachhaltig, denn Ölpalm-Plantagen speichern lange nicht soviel CO2 wie natürliche Wälder, ganz im Gegenteil: Für die Produktion von einem Liter Agrosprit aus Palmöl werden 800% mehr Treibhausgase frei gesetzt als bei Diesel aus fossilen Rohstoffen.

  • Viele Ölpalm-Plantagen sind illegal angelegt, nicht nur auf Regenwaldflächen, sondern auch auf Äckern von Kleinbauern. Große Unternehmen vertreiben mit Hilfe von Milizen ganze Dorfgemeinschaften. Sie bedrohen und ermorden Bauern, die ihr Land nicht freiwillig hergeben. In Kolumbien ist nach NGO-Schätzungen jeder Zehnte vom eigenen Land vertrieben worden. Mehr als 20 Palmölfirmen sind bereits wegen Landraub angeklagt.

  • Die EU trägt Mitschuld an dieser desolaten Entwicklung, denn sie fördert den Agrosprit durch festgelegte Beimischquoten. Die von der EU so geschaffene Nachfrage ist ganz nach dem Geschmack der Palmöl exportierenden Länder. Indonesien hat als größter globaler Palmöl-Exporteur die Expansion der Ölpalm-Plantagen von derzeit acht Millionen auf 18 Millionen Hektar bis 2020 bereits beschlossen. Die indonesische Regierung hat ein Dekret vorgelegt, in dem Palmöl-Plantagen zu Wäldern erklärt werden. Auch die kürzlich erfolgten Korrekturen der EU-Beimischungsquoten werden nicht verhindern, dass sich die Ölpalm-Plantagen weiter ausbreiten, denn das Geschäft mit Palmöl bleibt lukrativ.

Die WDR-Reportage "Kein Brot für Öl. Biosprit-Boom in Kolumbien" verdeutlicht die Folgen des Agrosprit-Wahns am Beispiel von Kolumbien:



  

Das original Dokument der EU-Kommission auf Englisch finden Sie hier (Seite 8 und 9, Punkt 4.2.1).


Die WDR-Reportage "Kein Brot für Öl. Biosprit-Boom in Kolumbien".
läuft am 09. und 11. März 2010 auf BR-alpha.


Beim Umweltinstitut München können Sie aus der Reihe "False Friends" unseren Flyer "Agrosprit" bestellen (auf deutsch oder englisch).


Dokumentation: Schreiben an die zuständigen EU-Kommissare, unter anderem an Günther Oettinger, dem neuen deutschen Energiekommissar:

Musterbrief als pdf-Datei