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22.05.2014

Kein AKW-Neubau in Finnland

München, 22. Mai 2014 - Der finnische Energiekonzern Fennovoima plant die Errichtung eines neuen Atomkraftwerks in Pyhäjoki an der Westküste Nordfinnlands. Das geplante AKW ist ein neuartiger Reaktor nach russischer Bauart, der noch nirgends auf der Welt in Betrieb ist. Trotzdem wird in dem UVP-Bericht behauptet, der Reaktor sei so sicher, dass keinerlei ernsthafte Schäden zu erwarten seien. Selbst Auswirkungen bei Stör- und sogar Unfällen mit radioaktiven Freisetzungen könnten auf ein Minimum reduziert und lokal begrenzt werden. Grenzüberschreitende Auswirkungen werden komplett verneint.

 

Das Umweltinstitut München e.V. hat im Rahmen des EU-weiten grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfungs¬verfahrens eine ausführliche Einwendung erstellt und beim finnischen Ministerium eingereicht.

Ob der geplante Reaktor, den Erwartungen gerecht werden kann, ist äußerst fraglich. Es heißt zwar, dass dieser Reaktor den westlichen Reaktoren der dritten Generation, wie dem Europäischen Druckwasserreaktor EPR, ähnelt, aber eine Prüfung nach den Statuten der westeuropäischen Atomaufsichtsbehörde ist bislang nicht erfolgt. Außerdem gibt es auch mit dem EPR, der jeweils in Frankreich und Finnland bereits seit knapp 10 Jahren in Bau ist, noch keine Betriebserfahrungen. Aufgrund mehrerer sicherheitsrelevanter Nachforderungen sind Zeit- und Kostenrahmen massiv überschritten, eine Fertigstellung dieser Neubauten ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht.

"In den Unterlagen gibt es zwar viele Sicherheit suggerierende Behauptungen, aber keinerlei Nachweise dafür" kritisiert Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München. "Verblüffend ist die Bemerkung, dass die maximal mögliche Freisetzungsmenge an Radioaktivität bei einem schweren Unfall per gesetzlicher Verordnung festgelegt ist", so Hacker weiter. Die dort festgelegte Menge liegt weit unterhalb der Menge an Radioaktivität, die z.B. in Fukushima freigesetzt wurde. "Von einem behaupteten `worst-case-Szenario´ kann also keine Rede sein".

Gar zynisch mutet eine Bemerkung der Antragsteller an, dass die "durch die Kernenergie entstandenen Ängste" in der Bevölkerung "mit der richtigen Kommunikation entkräftet werden" können. Damit wird – ähnlich wie nach Tschernobyl und auch nach Fukushima – den Menschen eine "Strahlenphobie" unterstellt, nur um das reale Katastrophenausmaß herunterzuspielen und um vor allem Entschädigungsansprüchen zu entgehen.

Deshalb fordert das Umweltinstitut München die finnische Regierung auf, den Antrag abzulehnen und statt dessen ein Energiesystem auf Basis von erneuerbaren Energien zu fördern. Wir fordern einen konsequenten Atomausstieg, nicht nur in Deutschland, auch in Europa und weltweit. Nur so kann eine weitere Atomkatastrophe verhindert werden!

 

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Rückfragen gerne an:

Umweltinstitut München e.V.


Informationen über das Umweltinstitut München