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23.08.2017

Neue Analyse zeigt: Weiterhin Rückstände von Glyphosat in deutschen Bieren

Im vergangenen Jahr machte der Fund von Rückständen des Herbizids Glyphosat in Deutschlands beliebtesten Bieren Schlagzeilen. Jetzt hat das Umweltinstitut München ein zweites Mal nach Glyphosat im Bier gefahndet. Das Ergebnis: Die Rückstände des wahrscheinlich krebserregenden Stoffs sind deutlich geringer als im letzten Jahr. Das Umweltinstitut sieht jedoch keinen Grund zur Entwarnung, denn kein einziges Bier im Test war frei von Glyphosat.

Das Umweltinstitut hatte 2016 bei einer Stichprobenanalyse Glyphosat in den 14 beliebtesten Bieren Deutschlands nachgewiesen. Der Spitzenwert lag damals mit 29,7 Mikrogramm pro Liter fast 300-fach über dem vorsorglichen Grenzwert für Trinkwasser. Darauffolgende Untersuchungen von Behörden und weiteren Organisationen ergaben vergleichbare Messwerte und bestätigten somit das Problem. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Rückstandsgehalte bei der diesjährigen Untersuchung im Durchschnitt um fast 80 Prozent zurückgegangen. Allerdings liegt die am höchsten belastete Biersorte auch 2017 noch rund 50-fach über dem Trinkwasser-Grenzwert.

Karl Bär, Referent für Agrarpolitik am Umweltinstitut, sieht daher Licht und Schatten im Testergebnis: „Die Glyphosat-Rückstände im Bier sind deutlich rückläufig. Das ist ein Erfolg unserer Untersuchung im letzten Jahr. Offenbar haben die getesteten Brauereien ihre Hausaufgaben gemacht. Trotzdem ist es keiner Brauerei gelungen, Glyphosat ganz aus dem Bier zu verbannen. Das spricht für eine deutliche Hintergrundbelastung mit dem Unkrautvernichter.“ Bär verweist darauf, dass jedes Jahr rund 5000 Tonnen Glyphosat in Deutschland ausgebracht werden. „Es ist nicht möglich, einen Stoff in derart großen Mengen in die Umwelt zu bringen, ohne dass er zu uns Menschen zurückkommt“, so der Agrarreferent.

Bis Ende dieses Jahres entscheiden die EU-Mitgliedstaaten darüber, ob Glyphosat weiter zugelassen wird. Das Umweltinstitut fordert Landwirtschaftsminister Schmidt auf, in Brüssel für ein Glyphosat-Verbot zu stimmen. „Nicht nur in Bier, sondern auch in Brot und anderen Getreideprodukten finden sich häufig Glyphosat-Rückstände. Landwirtschaftsminister Schmidt darf die Gefahr nicht weiter verharmlosen. Ein Verbot von Glyphosat ist die einzige Möglichkeit, die Verbraucherinnen und Verbraucher effektiv zu schützen“, so Bär.

Hier können Sie die Untersuchung herunterladen.

 

Kontakt:

Umweltinstitut München
Landwehrstr. 64a
80336 München


Umweltinstitut München
Karl Bär
Referent für Agrar- und Handelspolitik
kb@umweltinstitut.REMOVE-THIS.org
Tel: 089 - 30 77 49 34
Mobil: 0176 - 10 09 41 26