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13.01.2021

Prozess gegen Karl Bär erneut vertagt: Prozessbevollmächtigter verstorben

München/Bozen, 13.01.2021: Der eigentlich am 14. Januar anstehende Prozesstag in Bozen wegen übler Nachrede gegen Karl Bär, den Agrarreferenten des Umweltinstituts München, wird auf den 28. Mai verschoben. Grund ist der tragische Tod von Michael Grüner, dem Prozessbevollmächtigten für die Rücknahme der Strafanträge gegen Karl Bär sowie gegen den Buchautor Alexander Schiebel. Grüner kam Anfang Januar gemeinsam mit seiner Frau bei einem Lawinenunglück in Südtirol ums Leben.  

Damit verzögert sich eine mögliche Beilegung der Südtiroler Pestizidprozesse erneut. Der Prozess gegen Karl Bär wurde bereits zweimal vertagt, da die Kläger – unter anderem der Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft Arnold Schuler – angekündigt hatten, alle Anzeigen gegen Bär und Schiebel zurückzuziehen. Die dafür benötigten 1376 Vollmachten von Landwirt:innen, die sich der Anzeige Schulers angeschlossen hatten, sollten bis diesen Donnerstag eingesammelt und dem Gericht vorgelegt werden. Damit hätte das juristische Verfahren wegen übler Nachrede eingestellt werden können. Da ein Teil der Vollmachten auf Michael Grüner persönlich ausgestellt wurden, ist das nun nicht möglich. 

Hintergrund

Anlass der Klage gegen Karl Bär vom Umweltinstitut München war die provokative Kampagne „Pestizidtirol“ im Sommer 2017. In deren Rahmen platzierte die Münchner Umweltorganisation ein Plakat in der bayerischen Hauptstadt, das eine Tourismus-Marketing-Kampagne für Südtirol satirisch verfremdete. Zusammen mit einer Website hatte die Kampagne zum Ziel, auf den hohen Pestizideinsatz in der beliebten Urlaubsregion aufmerksam zu machen. Für den Text auf der Website steht Bär seit September 2020 in Bozen vor Gericht. Parallel läuft ein Verfahren wegen erschwerter übler Nachrede gegen den österreichischen Autor Alexander Schiebel, der in seinem Buch „Das Wunder von Mals“ den Pestizideinsatz in Südtirol anprangert. Der Prozess gegen Schiebel sollte am 14. Januar beginnen und wurde wegen des tödlichen Unfalls von Michael Grüner ebenfalls verschoben. Den Betroffenen drohen bei einer Niederlage nicht nur eine Haft- und Geldstrafe, sondern auch mögliche Schadensersatzforderungen in Zivilverfahren und damit der finanzielle Ruin.

Weitere Informationen

In unserem Elektronischen Pressekit finden Sie Hintergrundinformationen, Dokumente und Bildmaterial zum Prozess in Südtirol.

Pressekontakte

Karl Bär
Umweltinstitut München
Referent für Agrar- und Handelspolitik
Mobil: 0049 176 100 94 126
Tel. 0049 (0)89 307749-34
kb@umweltinstitut.REMOVE-THIS.org

Fabian Holzheid
Umweltinstitut München
Politischer Geschäftsführer
Tel. +49 (0)89 307749-19
fh@umweltinstitut.REMOVE-THIS.org

Nicola Canestrini
vertretender Rechtsanwalt
Mobil: 0039 3398125835 
nicola.canestrini@canestrinilex.REMOVE-THIS.it