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25.04.2014

Tschernobyl-Jahrestag: Neue Untersuchung belegt Anstieg von Leukämie in Weißrussland

München, 25. April 2014 – Morgen jährt sich die Tschernobyl-Katastrophe zum 28. Mal. Die Auswirkungen des Atomunfalls sind noch immer gravierend, auch in weiter entfernten Regionen. So weisen unsere heimischen Pilze sowie Wildfleisch nach wie vor teilweise sehr hohe Cäsium-Werte auf. Eine neue Studie hat nun gezeigt, dass sich im Zeitraum zwischen 1987 und 1995 die Leukämierate bei Kindern in Weißrussland, das in Teilen extrem vom Tschernobyl-Fallout betroffen war, signifikant erhöht hat. Bislang wurde eine auffällige Erhöhung in offiziellen Berichten stets verneint.

Dr. Körblein, Physiker und ehemaliger Mitarbeiter im Umweltinstitut München, bekam Zugang zu den Daten und hatte die Gelegenheit, eigene Berechnungen durchzuführen. Das Ergebnis ist eindeutig: Trotz unterschiedlicher Untersuchungsmodelle wurde jeweils eine signifikante Erhöhung der Leukämieraten bei Kindern in Weißrussland beobachtet.

"Noch immer versuchen die offiziellen Stellen, die Folgen von Tschernobyl herunterzuspielen" kritisiert Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München. "Was nicht sein darf, kann demzufolge auch nicht sein",. „Um die riskante und unwirtschaftliche Dinosauriertechnik Atomkraft vor dem Aussterben zu retten, sind der Atomlobby offenbar alle Mittel recht“, so Hacker weiter.

Vergangenen Monat berichtete Vladimir Kuznetsov, Professor an der Arkhangelsk Universität in Russland, im Bundestag über gravierende Sicherheitslücken in russischen und ukrainischen Atomkraftwerken sowie die mangelhafte Qualifikation des Personals. Auch würden die Sicherheitsbestimmungen immer weiter aufgeweicht – was besonders bei den nach wie vor in Betrieb befindlichen Reaktoren des Typs RBMK, die baugleich mit Tschernobyl sind, zu katastrophalen Auswirkungen führen kann.

"Die derzeitige schwierige politische Situation in der Ukraine trägt da nicht gerade zur Beruhigung bei" betont Harald Nestler, Vorstand im Umweltinstitut München. "Solange diese AKW in Betrieb sind, ist ein Super Gau á la Tschernobyl jederzeit möglich. Wir in Südbayern wissen noch ganz genau wie es ist, wenn die Ernte zu Sondermüll wird und die Kinder in den Wohnungen eingesperrt werden müssen."

Deshalb fordert das Umweltinstitut München einen konsequenten Atomausstieg, nicht nur in Deutschland, auch in Europa und weltweit. Nur so kann eine weitere Atomkatastrophe verhindert werden!

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Rückfragen gerne an:

Umweltinstitut München e.V.


Link zum Bericht im Bundestag
Informationen über das Umweltinstitut München