PM_2010_05_03
Gen-Kekse aus dem
Supermarkt
Umweltinstitut München findet genmanipulierte
Süßigkeit bei REWE
München, 3. Mai – Das Umweltinstitut
München hat genmanipulierte
Erdnussbutterkekse in einem Münchner Supermarkt gefunden. Eine
Mitarbeiterin
des Instituts entdeckte in der vergangenen Woche in einer Filiale der
Einzelhandelskette REWE „Reese’s Peanut Butter
Cups“ des US-amerikanischen
Herstellers Hershey’s. Die Süßigkeit
enthält mehrere gentechnisch veränderte
Zutaten.
„Hier werden Verbraucher genötigt, beim Einkaufen
die Leselupe dabei zu haben“,
kritisiert Kerstin Knuth, Referentin für Gentechnik und
Verbraucherschutz beim
Umweltinstitut München. „Denn nur wer das
Kleingedruckte auf den Reese’s aufmerksam
studiert, findet den Hinweis auf Zucker, Soja und Mais, die
genmanipuliert sind.“
Supermärkte müssen ihren Kunden gegenüber
Verantwortung übernehmen und allen Gen-
Produkten eine klare Absage erteilen. „Gerade die sonst so
auf Nachhaltigkeit bedachte
Einzelhandelskette REWE darf es nicht ermöglichen, dass sich
transgenes Essen in die
Supermarktregale einschleicht“, meint Harald Nestler,
Geschäftsführer des Umweltinstituts
München. „Wir verlangen, dass die genmanipulierten
Lebensmittel sofort aus dem
Sortiment verbannt werden“, so Nestler weiter.
„Denn besonders Kinder lesen keine
Zutatenlisten.“
Gen-Produkte sind in Deutschland unerwünscht. Zwei Drittel der
Verbraucher lehnen
Gentechnik in Lebensmitteln ab. Dies gilt für den Anbau auf
dem Feld genauso wie für die
verarbeiteten Produkte im Supermarktregal. Aus gutem Grund: In mehreren
aktuellen
Studien warnen Ärzte ausdrücklich vor einer
Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr
von genmanipulierten Lebensmitteln. Unfruchtbarkeit, gestörtes
Insulinsystem,
beschleunigte Alterung und Veränderungen der Organe seien
mögliche Folgen. Besonders
gravierende Auswirkungen prophezeien die Wissenschaftler für
Kinder.
Derzeitig sind Gen-Lebensmittel im Handel praktisch nicht zu finden.
Ausnahmen gibt es
gelegentlich bei ausländischen Produkten. In der Vergangenheit
wurden hauptsächlich
genmanipuliertes Sojaöl und Sojasaucen in Asiamärkten
und Imbissbuden entdeckt. Bereits
1999 hatte das Umweltinstitut München eine erfolgreiche
Kampagne gegen den
Schokoriegel „Butterfinger“ von Nestlé
geführt, der daraufhin aus den Supermarktregalen
verschwand.
Nach einer EU-Verordnung müssen seit dem Jahr 2004
Lebensmittel gekennzeichnet sein,
die GVO-Spuren von mehr als 0,9 Prozent enthalten. Der Hinweis in der
Zutatenliste lautet
„enthält gentechnisch veränderte Organismen
(GVO)“ oder „hergestellt aus genetisch
verändertem (Zutat)“.
Das Bildmaterial in druckfähiger Qualität
können Sie hier downloaden:
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Kerstin Knuth
Anja Sobczak
Tel. (089) 30 77 49-14
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