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Gentechnik im Tierfutter
Verbrauchertäuschung und Falschinformationen
München, 13. Oktober 2011 – Die bayerischen
Verbraucher/innen lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft und im Essen mehrheitlich ab. Trotzdem
scheint die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Landwirte davon überzeugen zu
wollen, genmanipuliertes Tierfutter einzusetzen.
So erklärt das LfL in seinen Informationen zu Fütterung und Gentechnik, dass von den
zugelassenen GVO-Futtermitteln keine Beeinträchtigung für Tier, Lebensmittel und Mensch ausgehe.
Die in Europa als Lebens- und Futtermittel zugelassenen genmanipulierten Sojasorten enthalten
alle eine Herbizidresistenz, zwei davon gegen das stark umstrittene Totalherbizid Roundup von
Monsanto. Gleichzeitig ist der Einsatz glyphosathaltiger Pflanzengifte bundesweit nur noch
beschränkt möglich, da man befürchtet, dass der in Glyphosat enthaltene Zusatzstoff
POEA über Futtermittel auf tierische Produkte übergehen und so zu einer Gefährdung der
Gesundheit von Menschen führt. Importierte Gen-Soja aus den Hauptanbauländern Argentinien
und Brasilien wird hingegen nicht einmal kontrolliert, obwohl bekannt ist, dass glyphosathaltige
Pflanzengifte dort massiv zum Einsatz kommen.
Auch wird Gen-Soja in der LfL-Information als umweltschonende Futteralternative bewertet.
Erfahrungsberichte aus Argentinien und Brasilien zeigen aber, dass der Anbau von Gen-Soja
drastische soziale und ökologische Folgen hat. Regenwälder und andere bedeutende
Ökosysteme fallen den Monokulturen zum Opfer. Für ein Kilo konventionellen Schweinebraten
wird unter Anderem der Ertrag von 3 m² Sojaacker verfüttert , 3 m² auf denen einmal artenreicher
und klimaschützender Regenwald stand.
„Die Informationen der LfL zu Gentechnik im Tierfutter sind völlig haltlos. Bewusst
werden Verbraucher in Unkenntnis gelassen und damit die Gesundheit von Menschen und Tieren auf’s
Spiel gesetzt,“ sagt Anja Sobczak, Gentechnikexpertin des Umweltinstitut München. „Dabei
wäre eine vollständige Umstellung auf gentechnikfreie Fütterung problemlos
möglich und böte bayerischen Landwirten einen Wettbewerbsvorteil durch die besonders
hohe Qualität ihrer Produkte.“
Landwirtschaftsminister Brunner entlarvte seine völlige Unwissenheit unlängst
selbst, als er im Münchner Merkur erklärte, dass langjährige Fütterungsversuche in den
landeseigenen Forschungsanstalten ergeben hätten, dass Gen-Soja im Futter für den Verbraucher
nicht gefährlich sei. Der angesprochene Versuch wurde jedoch mit einem so genannten
Bt-Mais, dem Insektengift produzierenden Mais MON810, durchgeführt – und nicht mit
herbizidresistenter Soja.
„Die CSU muss endlich ihren Schlingerkurs beenden. Gentechnikanbau in Bayern abzulehnen und
gleichzeitig Gen-Futter für unbedenklich erklären, das passt nicht zusammen,“ sagt Harald
Nestler, geschäftsfüührender Vorstand beim Umweltinstitut München. „Darüber
hinaus muss die CSU sich bei der Bundesregierung und in Europa für eine generelle
Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft stark machen.“
Das Umweltinstitut München fordert den Bayerischen Landwirtschaftsminister Brunner auf
Bäuerinnen und Bauern fair zu informieren und als ersten und sofortigen Schritt eine Umstellung
auf genfreies Sojafutter einzuleiten. Auch müssen importierte Futtermittel auf
Pestizid-Rückstandswerte untersucht werden, wie dies bereits in einigen Bundesländern
wie Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein der Fall ist. Das Ziel muss jedoch eine
vollständige regionale Eiweißfutterversorgung sein.
Die ausführliche Stellungnahme des Umweltinstitut München e.V. zu den LfL-Informationen
zu Fütterung und Gentechnik finden Sie hier.
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Bei Rückfragen steht zur Verfügung:
Umweltinstitut München e.V.
Anja Sobczak
Referentin Gentechnik und Landwirtschaft
Tel. (089) 30 77 49 – 14
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