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Fragen & Antworten:
Funk in der Wohnung: Schnurlostelefon, W-LAN und andere


Klassisches Telefon mit Schnur

Welches Telefon ist besser - mit oder ohne Schnur?
Mit Schnur. Schnurlose Telefone benutzen zur Übertragung des Gesprächs ein Hochfrequenz-Signal.

Hörprobe DECT

Modulation des DECT-Bereitschaftssignals hörbar gemacht.

Basisstationen nach dem digitalen DECT-Standard senden 24 Stunden am Tag, auch wenn nicht telefoniert wird. Bei DECT-Anlagen wird die dem GSM-Mobilfunk ähnliche Signalform (gepulst) kritisiert, die Leistung im Puls beträgt 250 mW. Pro Sekunde werden 100 kurze Funkblitze gesendet. Mit einem Meßgerät kann man die Modulation des Bereitschaftssignals hörbar machen. In Zimmern mit DECT-Basisstationen ist das DECT-Hochfrequenzsignal fast immer stärker als das Signal nahe gelegener Antennen der Mobilfunkbetreiber.

Kann es helfen, wenn ich meine Schnurlos-Basisstation in Alufolie einwickle?
Davon halten wir wenig. Wenn Sie ein Schnurlostelefon benötigen, können Sie auf ein strahlungsreduziertes Gerät auszuweichen, siehe unten.

Gibt es Schnurlostelefone, die weniger stark strahlen?
Seit einigen Jahren sind modifizierte DECT-Schnurlostelefone erhältlich, bei denen die Basisstation abschaltet, kurz nachdem der Hörer in die Ladeschale gelegt wird. (Eco-Mode). Das Bundesamt für Strahlenschutz fordert die Industrie seit Juni 2005 mit beschränktem Erfolg dazu auf, den Eco-Mode zu verbessern und schnurlose DECT-Telefone mit bedarfsgerechter Leistungsregelung sowie einfach zu handhabender Strahlungsfreiheit im Stand-By-Betrieb zu entwickeln.
So manches neuere Eco-Mode-Gerät ist im Stand-By-Betrieb nun mehr oder weniger strahlungsfrei. Achtung: Bei manchen Geräten muss diese Funktion im Menü aktiviert werden und bei einigen muss das Mobilteil in der Ladeschale liegen! Zudem verfügen die meisten Eco-Mode-Geräte derzeit nur über eine sehr einfache, zweistufige Regelung der Sendeleistung und erfüllen die Anforderungen des Blauen Engels hinsichtlich der Strahlenminimierung nicht. Geräte mit Eco-Mode werden im gut sortierten Elektronik-Fachhandel angeboten.

Blauer Engel: Schnurlostelefon
Wenn schon schnurlos, dann nur mit blauem Engel!

Das Umweltzeichen "Blauer Engel" hat weitgehendere Anforderungen, auf die Sie nicht verzichten sollten: Bei diesen Geräten wird die Sendeleistung bedarfsgerecht mindestens um den Faktor 10 geregelt, so dass dem Kopf während des Telefonats nicht übermäßig viel Elektrosmog zugemutet wird. Wenn die Basisstation während dem Telefonat nah ist, werden dem Kopf bis zu 90 Prozent Strahlung erspart. Auch verlangt der Blaue Engel, dass eine besondere Aktivierung des Eco-Mode nicht erforderlich ist.
Seit 2011 sind unter dem Namen "Esnord Orchid" Schnurlostelefone zertifiziert, welche das Umweltzeichen als bisher einzige tragen dürfen und mit einer Strahlenminimierung während des Telefonats von bis zu 99 Prozent sogar deutlich über die Anforderungen des Blauen Engels hinausgehen.

Öffentlich und in zahlreichen Fachgesprächen hat das Umweltinstitut München seine Unzufriedenheit über den bisherigen "Schmalspur-Eco-Mode" geäußert und bei dem Thema über die Jahre hinweg nicht locker gelassen. Wie bei der Einführung des ersten DECT-Schnurlostelefons mit Eco-Mode vor einigen Jahren haben es die europäischen Hersteller wieder einmal verschlafen, bei der Strahlenminimierung einen Trend zu setzen. Wir freuen uns, dass nun Schnurlostelefone zertifiziert sind, welche die Anforderungen des Blauen Engels erfüllen und die technischen Möglichkeiten der Strahlenminimierung ausreizen!
Bisher können Sie diese Geräte noch nicht kaufen. Fragen Sie bei Handel & Herstellern nach, wann Schnurlostelefone mit dem Blauen Engel verfügbar sind!

Wie lange dürfen analoge CT1+ Schnurlostelefone noch verwendet werden?
Bis 31.12.2008.

Wlan-Hotspot
Auch in der Gaststätte ständig am Netz: Hinweisschild für W-Lan-Hotspot. Foto: Ulrich-Raithel

Welche Strahlenbelastung wird durch Wireless Lan (WLAN) verursacht?
Die Kommunikation bei WLAN vor allem für mobile Internet-Zugänge läuft über gepulste Funkwellen (Funkblitze). Die Strahlenbelastung (Anzahl der gesendeten Pulse) hängt vom Datendurchsatz ab. Bei Nutzung werden ähnliche Größenordnungen wie bei DECT erreicht. Die Pulsleistung beträgt häufig 30 bis 100 mW, der zeitlich gemittelte Wert beträgt einige mW.

Hörprobe WLAN

WLAN-Signal hörbar gemacht.

Macht man das W-LAN-Signal durch ein Messgerät hörbar, nimmt man zunächst ein Tacken, das Bereitschaftssignal, dann beim Anklicken eines Links ein plötzliches Prasseln war. Sind die angefragten Daten dann übertragen, geht die Anzahl der gesendeten Funkblitze zurück und es ist wieder das tackende Bereitschaftssignal zu hören.
In Ruhestellung sendet die W-Lan-Basisstation das Bereitschaftssignal (10 kurze Funkblitze pro Sekunde).
Über die biologische Wirkung dieser unregelmäßig gepulsten Signale gibt es nahezu keine Studien.
Wird in einem Raum eine WLAN-Übertragung genutzt, übersteigt die dadurch verursachte Feldstärke in diesem Raum meist die Feldstärke nahe gelegener Mobilfunk-Basisstationen.
Das Umweltinstitut München e.V. empfiehlt im Sinne der Vorsorge das Minimierungsprinzip, dh. unnötige Strahlenbelastung bei allen Funkanwendungen zu vermeiden.
Im Normalfall kann auf schnurgebundene Netzwerksysteme zurückgegriffen werden.

Wird WLAN noch empfohlen?
Nein.
Der Bayerische Landtag und die Bundesregierung raten zur Vorsicht.
Weitere Infos

Wodurch kann ich die Strahlenbelastung bei WLAN zumindest ein wenig reduzieren?
Indem Sie den Acces-Point bei Nichtnutzung des zugehörigen Rechners ausschalten. Der

Access-Point sollte an einem möglichst wenig genutzten Platz, z.B. in einem Nebenraum stehen. Bei manchen Geräten kann man die Sendeleistung einstellen und damit reduzieren. Grundsätzlich ist es am besten, die nötigen Investitionen für eine schnurgebundene Netzwerkverbindung zu tätigen.

Welche Alternative gibt es zu WLAN, wenn keine klassische Netzwerkverkabelung vorhanden ist?
dLAN über das hausinterne Stromnetz, auch "HomePlug Internet-Adapter" oder "Powerline" genannt. Die Installation beschränkt sich auf das Anschließen des LAN-Kabels und das Einsetzen in die Steckdose. Da bei dLAN das Nutzsignal durch die Stromverkabelung übertragen wird, ist die Strahlungsintensität wesentlich geringer als das WLAN-Funksignal, aber etwas größer als bei abgeschirmter Netzwerkverkabelung. Diese Adapter sind im Computer-Fachhandel, wg. der großen Nachfrage zeitweise auch in Lebensmittel-Discountern erhältlich.
Die Reichweite ist größer als bei WLAN. Wer seine Daten z.B. vor dem neugierigen Nachbarn schützen möchte, sollte die Adapter anhand der mitgelieferten Software mit einem eigenen Netzwerknamen konfigurieren.

Was ist von Funkanwendungen allgemein zu halten (zB. Bluetooth)?
Auch Funkanwendungen mit niedrigen Sendeleistungen verursachen zusätzliche Felder, die im Nahbereich auf uns einwirken. Anwendungen für kurzzeitige, bewusst veranlasste Datenübertragungen (z.B. Termine vom PDA zum Computer) können akzeptabel sein, länger andauernde Befeldungen (z.B. bei Funk-Tastaturen) sollten besser über den klassischen Anschluss via Kabel vermieden werden.

Wie stark strahlen optische Funk-Rauchmelder?
Wenn alle Komponenten durch kleine handelsübliche Batterien (z.B. 9V-Block) gespeist werden und diese nicht öfter als jährlich zu wechseln sind, handelt es sich um Sender vergleichweise geringer Leistung mit ggf. zeitweisem Betrieb.
Sofern die Räume, in denen Rauchmelder installiert werden sollen, sich außer Hörreichweite von dauerhaft genutzten Bereichen befinden und eine Verkabelung übermäßig aufwändig erscheint, wird es sicher eine gute Wahl sein, optische Funk-Rauchmelder einzusetzen.
In dauerhaft genutzten Bereichen könnte das mit Funk bestükte Gegengerät dann z.B. im Gang in sicherer Hörreichweite zu Schlaf- und Wohn-/Aufenthaltsbereich installiert werden.
Achtung: Rauchmelder nach dem Ionisationsprinzip enthalten eine radioaktive Strahlenquelle!

Sind Funk-Heizkostenverteiler ein Problem?
Wenn an den Heizkörpern batteriegespeiste Fühler mit einer Batterielebensdauer von 10 Jahren montiert sind, handelt es sich um Sender geringer Leistung mit kurzen Sende-Impulsen (z.B. seltener als wöchentlich für einige Sekunden oder Sekundenbruchteile). Dies ist im Vergleich zu anderen wohnungsinternen Strahlungsquellen wie z.B. Schnurlostelefone oder W-LAN geringfügig. Auch die „klassischen“ Heizkostenverteiler sind nicht emissionsfrei – es verdampft z.B. die (als wenig problematisch eingeschätzte) Chemikalie Methylbenzoat.
Entscheidender ist die z.B. in den Hausgängen montierte Zentraleinheit – diese sollte, sofern die Daten via Funk ausgelesen werden, nur beim Ablesevorgang senden.

Verursacht das Navigationsgerät eine Strahlenbelastung?
Das "Navi" empfängt schwache Satellitensignale und wertet diese über einen integrierten Kleincomputer aus. Da kein Sender eingebaut ist, ist die Strahlenbelastung dieses Geräts ähnlich gering wie die anderer Klein-Elektrogeräte ohne eigenen Sender.
Für Kombigeräte mit aktiver Funkanwendung (z.B. WLAN, Bluetooth, Mobilfunk) gelten demgegenüber die Empfehlungen für die Geräte mit Funkanwendung.


Satellitenschüssel

Ist die Satelliten-"Schüssel" auf dem Haus des Nachbarn gefährlich?
Nein. Die Satelliten-Fernsehantenne ist nur zum Empfang des ohnehin vorhandenen, schwachen Fernsehsignals bestimmt. Die Antenne ist zum Weltraum hin gerichtet und sendet überdies kein eigenes Signal.

Was ist bei schnurlosen Tastaturen oder Computermäusen zu beachten?
In den meisten Fällen handelt es sich um ein weniger wesentliches Komfortmerkmal. Allgemein empfehlen wir, unnötige Funkanwendungen zu vermeiden, auch wenn es sich hier um schwächere Signale handelt. Bemühungen, die Strahlenbelastung durch strahlenarme Monitore und Spezialkabel zu reduzieren, werden mit Einsatz von Funkmäusen und -Tastaturen teilweise konterkariert.

Kann Elektrosmog von der ISDN-Anlage ausgehen?
Bestimmend ist, ob in der ISDN-Anlage ein Schnurlostelefon eingesetzt wird. Basisstationen von Schnurlostelefonen nach dem DECT-Standard senden 24 Stunden am Tag ein gepulstes Hochfrequenzsignal, welches dem e-Netz des Mobilfunks ähnelt.

Was ist bei Babyphonen zu beachten?
Babyphone sind bei Gebrauch mit elektromagnetischen Feldern umgeben, wie andere Haushaltsgeräte auch.
Die Übertragung von Geräuschen erfolgt oft über Funkwellen, die bei den meisten Geräten nicht kontinuierlich, sondern nur ab einer einstellbaren Lautstärkeschwelle gesendet werden. Es ist vom Kopf ein Abstand von mindestens 1, besser 2 m einzuhalten. Bitte prüfen Sie die einwandfreie Funktion bei dem gewählten Abstand. Da Kleinkinder zur empfindlichen Personengruppe gehören, sollte ein Babyphon generell möglichst selten verwendet werden. Besser als Geräte nach dem PMR-Standard (500 mW Sendeleistung) sind Geräte dem LPD-Standard, sie senden mit 10 mW und haben etwa die Reichweite eines Schnurlostelefons. Manche LPD-Funkgeräte mit Sprachsteuerung (VOX) können als Babyphon verwendet werden.
Keinesfalls zu empfehlen sind die vereinzelt im Handel befindlichen Babyphone nach dem DECT-Standard, hier sendet die Station 24 Stunden am Tag mit 250 mW Pulsleistung.

Meine Kinder wünschen sich sehnlichst Handfunkgeräte. Was ist zu beachten?
Verbreitet und preisgünstig sind Funkgeräte (Walkie-Talkies) nach dem PMR-Standard. Deren Sendeleistung ist mit 500 mW vergleichbar mit der eines Handys, damit sind diese Geräte nicht zu empfehlen.
Als Alternative sind im Fachhandel Geräte nach dem LPD-Standard (10 mW Sendeleistung) erhältlich. Die Reichweite erlaubt mit ca. 300 bis 1.000 m Kommunikation eindeutig über die Rufweite hinaus.
Manche LPD-Funkgeräte mit Freisprecheinrichtung (VOX) können zudem als Babyphon verwendet werden.

Ist der Einsatz von batteriebetriebenen Funkweckern problematisch?
Funkuhren empfangen das Signal des deutschen Senders DCF77 (Mainflingen bei Frankfurt mit 50 kW Sendeleistung) oder TDF (Allouis, südlich von Paris mit 2000 kW). Das Langwellensignal aus Mainflingen hat eine Reichweite von ca. 2.000 km, das aus Allouis ca. 3.500 km.
In Funkweckern ist zur Einsparung des Strombedarfs normalerweise ein Geradeausempfänger ohne Schwingkreise eingebaut, dies ermöglicht eine mehrjährige Batterie-Lebensdauer. Diese Geradeausempfänger senden kein eigenes Signal und sind bei Batteriebetrieb unproblematisch.
Im Gegensatz dazu ist die Belastung durch ein netzbetriebenes Uhrenradio auf dem Nachtschränkchen wesentlich höher, weil der dort eingebaute Billig-Trafo aufgrund der Verluste ein starkes Streufeld hat. Auch geben die eingesetzten Schwingkreise im Betrieb eine schwächere Hochfrequenz-Strahlung an die Umgebung ab, die einige zig Meter weit reicht.

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Stand: Dezember 2011

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