Thema: WirtschaftenNr. 18 / Oktober 2000 |
Seien wir ehrlich: Wer denkt beim Thema "Wirtschaften" nicht in erster Linie an Geld, Aktien und Großunternehmer. Die Wirtschaft ist die Drehachse unserer Gesellschaft, bestimmt die Politik und beeinflusst unser tägliches Handeln. Weltbank, IWF, Zentralbanken, Börse(n) und Konzerne sind ihre Flagschiffe. Die unterschiedlichsten Ausprägungen und Strukturen werden dort entwickelt. Um Wirtschaft wird und wurde gestritten, Kriege geführt und gemordet - nach wie vor aber gilt: Wirtschaftswachstum muss sein. Wir sind jeden Tag damit befasst. Es wird erwirtschaftet, verkauft, gekauft, gehandelt und getauscht.
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In der Agenda21 ist eine Spitze des Dreigestirns die Ökonomie, nicht losgelöst zu betrachten von Sozialem und Ökologie.
Wie weit wir von einem Einklang der drei Aspekte noch entfernt sind, zeigt die Armut der Mehrheit der Weltbevölkerung, das ökologische Desaster, in dem sich der blaue Planet befindet und gesellschaftlich-sozial katastrophale Zustände, von ausbeuterischen Produktionsbedingungen bis hin zur wachsenden Anzahl von Straßenkindern.
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Dennoch: Wirtschaften ist nicht gleich wirtschaften. Es gibt sie wohl, die kleinen Unterschiede. Es spielt eben doch eine Rolle, ob fair oder unfair, auf ökologischer Basis oder "konventionell" gewirtschaftet wird. Mit Rio gewann das Schlagwort "Nachhaltiges Wirtschaften" an Format. Zwar verlautbarte Ex-Umweltminister Klaus Töpfer nicht zu unrecht: "Nachhaltige Entwicklung scheint ein ähnliches Ding zu sein wie Apfelkuchen - fast alle finden es gut ...", trotzdem wurde eine Plattform geschaffen, auf der sich die ganze Vielfalt des "Wirtschaftens" zeigen kann. Die Suche nach neuen, nachhaltigen Kriterien wird gesellschaftsfähig, jeder ist aufgerufen mitzumachen.
In dieser Ausgabe wollen wir einige dieser Bemühungen darstellen. Im Laufe unserer Recherche wurde immer deutlicher, dass Kreativität und Vielfalt in diesem Bereich kaum Grenzen gesetzt sind. Die Komplexität des Themas hat uns begeistert. Um so unzulänglicher kommt uns diese Ausgabe vor, die zum Beispiel den internationalen Aspekt des Wirtschaftens fast völlig vernachlässigt. Grund genug, bei der Jahresplanung 2001 entsprechende Schwerpunkte zu setzen. Für Anregungen von außen sind wir - wie immer - offen.
Apropos "weltweit wirtschaften": Die "Münchner Stadtgespräche" sind jetzt zusätzlich auch unter eigenem Namen im Internet erreichbar. Unter www.muenchner-stadtgespraeche.de sehen Sie die gleiche Version, wie Sie sie von www.umweltinstitut.org seit einigen Monaten kennen, landen aber gleich bei den "Stadtgesprächen". Sie können nachlesen, was sich im Münchner Agendaprozess so alles tut. Neben guten links gibt's außerdem ein Forum, durch das wir Sie alle einladen wollen, mitzureden und zu diskutieren.
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