Facebook .
Twitter .
Menü
Home  trenner  Themen  trenner  Gentechnik  trenner  Gentechnik bei Pflanzen  trenner  Gen-Mais
Gentechnik bei Pflanzen

Gen-Mais

„Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an,“ erklärt die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag. Doch bei der Abstimmung im EU-Ministerrat im Februar 2014 versäumte Deutschland eine wichtige Gelegenheit, dem Willen der Bevölkerung durch ein „Nein“ zur Anbau-Zulassung des Gen-Mais 1507 Ausdruck zu verleihen. Mehr als 80 Prozent der deutschen Bevölkerung wollen keine Gentechnik auf Tellern und Äckern. Umwelt- und Verbraucherschutz scheint der amtierenden Regierung weniger wichtig zu sein als gute Beziehungen zu BASF und Bayer, die sich ein gentechnikfreundliches Klima wünschen. Reif fürs Kabarett ist die Aussage von CSU und SPD, dass sie „eigentlich“ gegen Gentechnik seien. Ihre Abgeordneten haben bei Abstimmungen das Gegenteil bewiesen.

Obwohl 19 der 28 EU-Mitgliedsstaaten gegen den Anbau gestimmt hatten, kam im Ministerrat keine qualifizierte Mehrheit zustande. Frankreich versuchte bis zum letzten Moment, unentschlossene Mitgliedsstaaten zu einem „Nein“ zu bewegen – doch Deutschland stellte sich taub. Damit lag das letzte Wort bei der gentechnikfreundlichen EU-Kommission.

Zulassungsverfahren ausgesetzt

© endostock / Fotolia.com

Doch das Zulassungsverfahren wurde ausgesetzt, da den einzelnen Mitgliedstaaten mit der Opt-Out-Richtlinie erst das Recht eingeräumt werden sollte, den Anbau von genmanipulierten Pflanzen auf ihrem Territorium oder Teilen davon, zu untersagen - trotz Zulassung auf EU-Ebene. Zudem war eine erneute Sicherheitsbewertung der Maissorte durch die EFSA nötig geworden, denn in Spanien und Frankreich war Teosinte, die Wildform von Mais, aufgetaucht. Bis dahin wurde davon ausgegangen, dass es in Europa keine wilden Artverwandten von Mais gibt, mit denen ein Genaustausch mit genmanipulierten Maissorten stattfinden könnte. Dies war eine der maßgeblichen Voraussetzungen dafür, dass Gen-Mais in der EU zum Anbau zugelassen werden kann.

Abstimmungen über Gen-Mais stehen bevor

Obwohl durch das Auftauchen von Teosinte die Gefahr besteht, dass sich der genmanipulierte Mais in der Umwelt unkontrolliert verbreitet, bestätigte die EFSA ihre Sicherheitsbewertung erneut. Somit müssen die Mitgliedstaaten erneut über die Anbauzulassung abstimmen. Ebenfalls soll über die Wiederzulassung des Gen-Mais MON810, der derzeit die einzige zum Anbau zugelassene Gen-Pflanze in der EU ist, und über die Zulassung des Gen-Mais Bt11 abgestimmt werden. Die Abstimmungen erfolgen voraussichtlich im Januar 2017. Die deutsche Bundesregierung hat dann erneut die Chance, ihre Versprechen wahrzumachen.

Zur Verwendung als Lebens- und Futtermittel sind die Gen-Maissorten 1507 und Bt11 bereits seit einigen Jahren in der EU zugelassen.

EU-weite Anbauverbote nötig

Ein EU-weites Anbau-Verbot von Genpflanzen wäre angebracht – und nicht ein Flickenteppich an Ausstiegsklauseln für einzelne gentechnikkritische Regionen, wie es jetzt durch die Opt-Out-Regelung gehandhabt wird. Im Gegenteil sollte Europa auch seine internationale Verantwortung wahrnehmen und nicht nur Anbau, sondern auch den Import von Gen-Pflanzen verbieten. Denn Glufosinat & Co entfalten ihre gesundheitsschädliche Wirkung auch in anderen Teilen der Welt. Da sich auf Südamerikas Sojafeldern Glyphosat-resistente Unkräuter ausbreiten, greift man dort auf hochgiftige Pestizide wie Glufosinat, Dicamba und 2,4-D zurück. VerbraucherInnen und Nutztiere in der EU können durch Rückstände in den importierten Pflanzen diesen giftigen Mischungen ausgesetzt sein. In den Anbauländern leiden Menschen, Tiere und Umwelt direkt unter den Auswirkungen der Gifte und unter dem großflächigen Anbau von Gen-Pflanzen.

Längst hat der ökologische Anbau Methoden entwickelt, um Mais auch ohne Gifte frei von Maisschädlingen zu halten. Bei der Bekämpfung des Maiszünslers steht mit dem Einsatz der Trichogramma-Schlupfwespe eine sehr wirksame Methode zur Verfügung. Herkömmliche Methoden der Beikrautregulierung kommen ohne Einsatz gesundheitsschädigender Pestizide aus. Es gilt, die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich für eine Umstellung der gesamten Landwirtschaft auf ökologische Methoden einzusetzen!

Dezember 2016

Gen-Pflanzen der Zukunft?

  • Transgene Bäume, z.B. für Agro-Kraftstoffe oder die Papierindustrie  
  • Terminator-Pflanzen, deren Fortpflanzungsfähigkeit gentechnisch gestört wird und die Bauern zu jährlichem Saatgutkauf zwingen  
  • Pharma-Pflanzen, die Impfstoffe, Antikörper oder Hormone produzieren  
  • Gen-Pflanzen mit veränderter Zusammensetzung der Inhaltsstoffe oder angeblichem gesundheitlichen Zusatznutzen 
  •  Gen-Pflanzen mit besonderen Eigenschaften für Agro-Kraftstoffe
Unterstützen Sie uns!