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Gentechnik

Gentechnik in Impfstoffen

Genmanipulierter Lebend-Impfstoff für Pferde

2013 hat das niederländische Pharmaunternehmen Intervet International B.V. einen umstrittenen Impfversuch mit genmanipulierten Lebend-Bakterien an Fohlen im südwestmecklenburgischen Grabow durchgeführt.

Trotz einer großen Anzahl an Einwendungen und Bedenken seitens des Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurden im bundesweit größten Gestüt des Ex-Springreiters Paul Schockemöhle Fohlen mit dem riskanten Gen-Impfstoff behandelt. Ein für 2014 geplanter Freisetzungsversuch wurde indessen im März abgebrochen.

Der Impfstoff, der die Fohlen gegen eine Lungenkrankheit immunisieren soll, ist unter Umständen auch für den Menschen gefährlich. Laut einem Zwischenbericht der Intervet wurde inzwischen klar, dass bei den Testimpfungen Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten worden sind. Auch die zuständige Landesbehörde, das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS), hat ihre Aufsichtspflicht verletzt.

Das Umweltinstitut München und der BUND unterstützen die Klage einer betroffenen Bürgerin gegen die Freisetzung im Jahr 2013 aufgrund der drohenden Gesundheitsgefährdung. Über 400 Einwendungen und mehr als 30.000 Protestmails wurden in der Zwischenzeit verschickt, um den politischen Druck auf Intervet und die Behörden zu erhöhen.

Ein Impfstoff für die Massentierhaltung

Ziel des Tierversuchs ist offiziell die Beantragung der Zulassung des Impfstoffs Equilis RodE bei der Europäischen Arzneimittelagentur. Der Impfstoff soll die Tiere gegen eine Erkrankung durch das Bakterium Rhodococcus equi immunisieren.

Tatsächlich wird damit die Ausweitung der Massentierhaltung durch Genmanipulation verschleiert. Denn eingesetzt würde der fertige Impfstoff später in Zuchtfabriken, in denen mehrere tausend Pferde auf engstem Raum gehalten werden. Massentierhaltung ohne Ansteckungsgefahr, mit Genmanipulation soll es möglich werden. Denn bei artgerechter Tierhaltung stellt die Erkrankung nur ein sehr geringes Risiko dar.

Zuständig für die Zulassung von GVO-Tierarzneimitteln ist die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Für Deutschland sitzt ein Vertreter des Paul-Ehrlich-Instituts im Beratergremium der EMA. Das Paul-Ehrlich-Institut ist eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministers für Gesundheit, Hermann Gröhe. Die deutsche Stimme kann bei der Bewertung neuer Anträge richtungsweisend sein.

Viele Tierhalter wissen nicht, dass z.B. Pferde, Katzen und Kaninchen jetzt schon mit genmanipulierten Lebend-Impfstoffen behandelt werden. Es gibt weder eine Kennzeichnungspflicht der Medikamente noch eine Informationspflicht durch den Tierarzt.

Risiken für Umwelt und Menschen durch den Gen-Impfstoff weiter unklar

Ein wesentliches Risiko der Freisetzungsversuche besteht in der möglichen Ausbreitung der gentechnisch veränderten Bakterien über den Kot der Fohlen. Um dieses Risiko zu vermindern, ist laut Genehmigung vorgeschrieben, die Fohlen frühestens sechs Wochen nach der letzten Impfung in das Hauptgestüt zurückzubringen. Bis dahin müssen sie im halb-offenen Versuchs-Stall bleiben, bis per Untersuchung nachgewiesen wird, dass die genmanipulierten Bakterien des Impfstamms nicht mehr ausgeschieden werden.

Dies ist aber laut einem Zwischenbericht durch Intervet an das Landesamt für Gesundheit und Soziales, die zuständige Aufsichtsbehörde, nicht so geschehen, zudem liegen widersprüchliche Angaben vor. So wird zum einen berichtet, dass die meisten Fohlen bereits nach 3 Wochen abtransportiert wurden, weitere Fohlen 9 Tage später. An anderer Stelle ist dann doch plötzlich wieder von 6 Wochen die Rede.

Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in Mecklenburg-Vorpommern vernachlässigt Aufsichtspflicht

Weiterer Bestandteil der Auflagen für die Freisetzungsversuche durch die Intervet ist es, Bodenproben in unmittelbarer Umgebung des Stalles zu nehmen, um eine mögliche Verbreitung des genmanipulierten Impfstamms zu überprüfen. In der Genehmigung heißt es: „Wenn eine Bodenprobe positiv ausfällt, muss die Überprüfung in zweimonatigem Abstand wiederholt werden, bis sie zweimal hintereinander negativ ausfällt.“ Tatsächlich aber hat Intervet laut Zwischenbericht angeblich „übersehen“, dass sie diese Proben im Anschluss an die Freisetzung hätte nehmen müssen. Skandalös ist dabei vor allem auch die Tatsache, dass das Landesamt von den Verstößen keine Kenntnis genommen haben will. Als die Intervet dann schließlich doch Bodenproben nimmt, sieht sich die Behörde wiederum nicht verpflichtet, diese Probennahme zu überprüfen.

Forschung an Gen-Tieren

  • Anpassung an die Massentierhaltung (z.B. BSE-resistente Kühe, Schweine mit weniger Phosphat im Kot)  
  • Tiere mit "optimierten Eigenschaften" (z.B. Milch mit veränderter Zusammensetzung)  
  • Weitere Steigerung der Produktivität (z.B. Schafe mit mehr Wolle) 
  • Tiere als pharmazeutische Fabriken (Medikamente aus der Milch von Ziegen)
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