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Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln

Gentechnik in Fleisch und Milch

Auch in deutschen Ställen

Weil die Verbraucher die Agro-Gentechnik ablehnen, werden Gen-Pflanzen überwiegend als Tierfutter verwendet. Agro-Gentechnik ist daher vor allem eine Futtermitteltechnologie:

  • 80 Prozent aller Gen-Pflanzen (Raps, Soja und Mais) landen in den Mägen von Schweinen, Rindern oder Hühnern

  • Die EU importiert ca. 35 Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot jährlich, meist aus Argentinien und Brasilien

  • Davon werden etwa 5 Millionen Tonnen Sojaprodukte an Tiere in Deutschland verfüttert

  • Allein für deutsche Nutztiere wird Soja auf einer Fläche von etwa 3 Millionen Hektar angebaut

  • 100 Prozent der argentinischen und 94 Prozent der brasilianischen Sojabohnen sind genmanipuliert

Die Agrarindustrie will Landwirten nach wie vor die Möglichkeit nehmen, Futtermittel ohne Gentechnik zu kaufen: Sie bietet diese entweder gar nicht oder nur zu überteuerten Preisen an. Mit der falschen Behauptung, es gäbe keine gentechnikfreie Ware mehr auf dem Weltmarkt, will die Gen-Lobby gezielt Ohnmacht bei Bauern und Verbrauchern erzeugen. Dabei könnte allein Brasilien schon heute den gesamten Bedarf Deutschlands an gentechnikfreier Soja decken.

Desaster Gen-Soja

In Südamerika hat der Soja-Anbau drastische soziale und ökologische Folgen. Regenwälder und andere wichtige Ökosysteme fallen den Monokulturen zum Opfer. Allein wegen der Bedeutung des Amazonas-Regenwaldes ist das eine Katastrophe für das Weltklima.

Auch die Folgen der mit Flugzeugen versprühten Ackergifte sind verheerend. Jährlich regnen mindestens 200 Millionen Liter des Pestizids Roundup allein auf Argentinien nieder. Viele Böden sind nahezu unfruchtbar geworden, Unkräuter werden durch die wiederholte Giftdusche resistent gegen das eingesetzte Pestizid. Auch neue Pflanzenkrankheiten entwickeln sich rasch. Weil Flugzeuge die Gifte flächendeckend und unpräzise ausbringen, werden auch Äcker von Kleinbauern getroffen und deren Ernte vernichtet. Immer häufiger treten auch gesundheitliche Schäden bei Menschen auf: Von Atemwegs- und Hauterkrankungen bis hin zu Krebs, Fehlgeburten und Fehlbildungen. Befürchtet werden auch Schädigungen des Immun- und Nervensystems sowie des Erbguts. Auch die sozialen Folgen sind dramatisch. Tausende Kleinbauern mussten bereits den Monokulturen der Soja-Barone weichen und wurden so in Hunger und Armut getrieben oder getötet.

"Ohne Gentechnik"

Lebensmittelhandel- und industrie reagieren auf den Verbraucherwunsch nach Produkten ohne Gentechnik. So werden in der Schweiz seit 2008 fast ausschließlich gentechnikfreie Futtermittel importiert. In Österreich ist die Herstellung von Milch, Eiern und Geflügelfleisch ohne den Einsatz von Gentechnik mittlerweile Standard. In Bayern ist Milch zu über 40% gentechnikfrei - Trend steigend.

Auch deutsche Lebensmittelproduzenten können ihre Produkte auf freiwilliger Basis mit einem „Ohne Gentechnik“-Label bewerben. Diese Kennzeichnung soll Kunden auch jenseits von Bio-Läden garantieren, dass sie gentechnikfreie Lebensmittel kaufen. Immer mehr Molkereien, Eierproduzenten, Händler und Gastronomen nutzen diese Möglichkeit inzwischen.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Es ist möglich, Fleisch, Wurst, Eier, Milch und Milchprodukte herzustellen, ohne Tiere mit Gen-Soja zu füttern. Doch auch wenn das erfreulich ist: Die Kennzeichnungsregelung in Europa muss dringend überarbeitet werden. Produkte von Tieren, die Gen-Futter bekommen haben, müssen für den Verbraucher klar erkennbar sein. Erst dann haben die Konsumenten eine wirkliche Wahlfreiheit. Endgültiges Ziel muss es jedoch sein, genmanipuliertes Tierfutter generell zu verbieten.

Das Umweltinstitut München e.V. fordert:

  • Ein Verbot von genmanipuliertem Tierfutter
  • Bis zu einem Verbot: lückenlose Kennzeichnung von Fleisch, Wurst, Eiern, Milch und Milchprodukten von Tieren, die genmanipuliertes Futter bekommen haben

Für diese Ziele setzt sich das Umweltinstitut München e.V. ein:

  • Keine Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln
  • Verbot genmanipulierter Tiere und Pflanzen
  • Keine Patente auf Leben
  • Freisetzungsstopp für genmanipulierte Organismen
  • Förderung einer nachhaltigen, gerechten und zukunftsfähigen Landwirtschaft, insbesondere des biologischen Landbaus
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